Fischbach-Göslikon
Pro Natura setzt sich mit Beschwerde für das Mösli ein – was der Gemeindeammann dazu sagt

In Fischbach-Göslikon wurde im Juni die Gesamtrevision der Nutzungsplanung an der Gmeind bewilligt. Nun reicht Pro Natura dagegen Beschwerde ein. Dies in Zusammenhang mit den Zonen rund ums Fischbacher Mösli. Für Ammann Hans Peter Flückiger kommt dieser Schritt nicht überraschend.

Marc Ribolla
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Das Fischbacher Mösli ist rund 300 x 100 Meter gross.

Das Fischbacher Mösli ist rund 300 x 100 Meter gross.

zVg

Vor knapp fünf Monaten genehmigte die Fischbach-Gösliker Gemeindeversammlung mit klarer Mehrheit die «Gesamtrevision Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland». Nach der stundenlangen Debatte meinte damals Gemeindeammann Hans Peter Flückiger erleichtert: «Dies war das anspruchsvollste Geschäft in meiner Zeit im Gemeinderat.»

Nun ist klar, dass dieses Geschäft mindestens in eine weitere Runde geht. Denn die Naturschutzorganisation Pro Natura legt fristgerecht Einsprache ein, nachdem die Gesamtrevision am 15. Oktober im Amtsblatt publiziert worden ist. In einer Mitteilung erklärt Pro Natura: «Im Rahmen der Gesamtrevision der Nutzungsplanung wurde es verpasst, für den ungeschmälerten Erhalt des Fischbacher Moos die gesetzlich vorgeschriebenen Pufferzonen auszuscheiden.»

Seit 30 Jahren bestehe eine klare gesetzliche Verpflichtung, die Moore mit Pufferzonen zu schützen. «Dies ist heute immer noch nicht in allen Gemeinden umgesetzt», so Pro Natura. Das Fischbacher Moos gehört zusammen mit dem Taumoos in Niederrohrdorf zu den beiden letzten verbliebenen Hochmooren von nationaler Bedeutung im Aargau. Es ist ein beliebtes Naherholungsgebiet.

«Wenn es einmal weg ist, ist es weg»

Bei der Beschwerde im Fall des Fischbacher Möslis geht es vor allem um die teils intensiv betriebene Landwirtschaft im nördlichen Teil des Feuchtgebietes. Gegenüber Argovia Today sagt Matthias Betsche, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau: «Wenn es einmal weg ist, ist es weg. Das kann man nicht von heute auf morgen wieder herstellen. Das Moor reagiert ganz sensibel auf Nährstoffe. Wenn man nebenan düngt, führt das dazu, dass es einen Nährstoffeintrag in das Moor gibt, was ihm schadet. Mit der Zeit geht das Moor verloren.»

Matthias Betsche, Geschäftsführer Pro Natura Aargau.

Matthias Betsche, Geschäftsführer Pro Natura Aargau.

zVg

Mit der Beschwerde setze sich Pro Natura dafür ein, dass ökologisch ausreichende Pufferzonen für den Schutz des Mösli ausgeschieden werden. Falls die Beschwerde gutgeheissen werde, hiesse dies laut Betsche nicht, dass in der Pufferzone gar keine landwirtschaftliche Nutzung mehr möglich ist. Denn er sagt zu Argovia Today:

«In der Art und Weise, wie man das Land bewirtschaftet, muss man rücksichtsvoll sein, damit das Moor nicht geschädigt wird.»

«Ich nehme es mit einer gewissen Gelassenheit»

Für Gemeindeammann Flückiger kommt die Nachricht der Pro-Natura-Beschwerde nicht überraschend. «Ich habe dies so erwartet und nehme es mit einer gewissen Gelassenheit entgegen», sagt er zur «Aargauer Zeitung». Der Gemeinderat habe schon während des früheren öffentlichen Auflageverfahrens Kontakt mit Pro Natura gehabt und eine mögliche spätere Einwendung beim Kanton sei bereits ein Thema gewesen.

Damals habe der Gemeinderat eine Einsprache zur Vergrösserung der Pufferzone am Mösli abgelehnt. Flückiger spricht von einem Spagat, den die Exekutive machen müsse, wenn es um die Interessen verschiedener Parteien gehe.

Das Fischbacher Mösli ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für die ganze Region.

Das Fischbacher Mösli ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für die ganze Region.

zVg

Mit der Beschwerde von Pro Natura liegt der Ball nun in Aarau. «Der Kanton wird darüber befinden müssen. Ich nehme an, dass der Gemeinderat nun eine erneute Stellungnahme einreichen muss», blickt Flückiger voraus. Er hofft, dass die überarbeitete Fassung der Gesamtrevision der Nutzungsplanung mit weiteren noch offenen Teilen allenfalls schon an der nächsten Sommer-Gmeind dem Souverän wieder präsentiert werden kann.