Dottikon/Hägglingen
Finanzen und Steuern sollen bald gemeinsam geführt werden

Bereits am 16. Juni in Hägglingen und am 17. Juni in Dottikon können die Stimmberechtigten entscheiden, ob die Dottiker Steuerverwaltung im Herbst 2016 ins Nachbardorf zügeln soll.

Toni Widmer
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Michael Schaeren, Gemeindeschreiber Dottikon, Patrick Keller, Gemeinderat Dottikon, Roland Polentarutti, Gemeindeammann Dottikon, Urs Bosisio, Gemeindeammann Hägglingen, Fabienne Fischer, Gemeindeschreiberin Hägglingen (von links).

Michael Schaeren, Gemeindeschreiber Dottikon, Patrick Keller, Gemeinderat Dottikon, Roland Polentarutti, Gemeindeammann Dottikon, Urs Bosisio, Gemeindeammann Hägglingen, Fabienne Fischer, Gemeindeschreiberin Hägglingen (von links).

Toni widmer

Es ist noch kein halbes Jahr vergangen, seit die Pläne der beiden Gemeinderäte Dottikon und Hägglingen erstmals öffentlich geworden sind. Sie haben vor, die Abteilungen Finanzen und Steuern künftig gemeinsam zu führen. Bereits am 16. Juni in Hägglingen und am 17. Juni in Dottikon können die Stimmberechtigten über das Vorhaben entscheiden. Wenn dem Projekt von beiden Gemeindeversammlungen zugestimmt wird, soll die Dottiker Steuerverwaltung schon im Herbst 2016 ins Nachbardorf zügeln. Vollends greifen würde die neue Zusammenarbeit in den Bereichen Finanzen und Steuern dann ab 1. Januar 2017.

«Ein sehr ambitionierter Zeitplan», sagt der Dottiker Gemeindeammann Roland Polentarutti, und Amtskollege Urs Bosisio aus dem Nachbardorf pflichtet ihm bei. Die Eile hat ihren Grund. Diskutiert und – unter Beizug eines externen Beraters – seriös abgeklärt hat man schon länger. Den Stier bei den Hörnern packen wollen die beiden Gemeinden jetzt aufgrund der aktuellen Situation: In Hägglingen steht Finanzverwalter Heinz Meyer vor der Pensionierung und in Dottikon steht eine bauliche Sanierung im Gemeindehaus an. Kommt dazu, dass beide Kommunen die Infrastruktur der Informatik anpassen müssen.

Alles in einem Durchgang

«Also», sagten sich die beiden Behörden, «ziehen wir das Projekt durch. So können wir die Personalnachfolge unter den neuen Voraussetzungen regeln und ebenso unsere Infrastruktur gleich dem künftigen Konzept anpassen.» Zusätzliche Kosten entstehen dadurch in beiden Gemeinden nicht. Weil jedoch alles im gleichen Durchgang angepackt wird, lässt sich hingegen viel zusätzlicher Aufwand sparen.

Das Konzept der neuen Zusammenarbeit sieht die Abteilung Steuern/SVA Zweigstelle für beide Gemeinden in Hägglingen und die Abteilung Finanzen in Dottikon. Personal wird nicht eingespart. Im Gegenteil: Um den Zusatzaufwand bewältigen zu können, der für die Zusammenführung in der Anfangsphase nötig ist, wird der (gemeinsame) Stellenetat im Bereich Finanzen für die nächsten zwei Jahre um 40% erhöht. Das ist jedoch voraussichtlich kostenneutral, weil als Ersatz für Heinz Meyer nicht mehr ein Finanzverwalter, sondern «nur» ein Stellvertreter angestellt werden muss.

Das Personal muss teilweise den Arbeitsort wechseln, ist aber von Anfang an in die Planung des Projekts mit einbezogen worden. «Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem Projekt die Attraktivität der Arbeitsplätze steigern können und die betroffenen Mitarbeitenden hinter dem Vorhaben stehen», erklärten Polentarutti und Bosisio an einer Medienkonferenz.

Was bringt die Zusammenlegung den Kunden? «Wir können den Service public und die Qualität der Dienstleistungen für die Einwohnerschaft unserer Gemeinden in verschiedenen Bereichen deutlich verbessern», hielten die beiden Gemeindeammänner fest. Ein stichhaltiges Argument für das Projekt sei zudem die Gewissheit, dank attraktiveren Arbeitsplätzen auch langfristig stets genügend qualifiziertes Personal rekrutieren zu können.

Information für die Bevölkerung: Die Bevölkerung der beiden Gemeinden wird am Mittwoch, 8. Juni, 19.30 Uhr in der Aula Risi in Dottikon umfassend über die Zusammenlegung der Finanzabteilungen ins Bild gesetzt.