Hägglingen
Eine «Viererbande» spielt Theater und aus dem Stück wird ein Familienprojekt

Die Familie Weber ist im Stück «Emmetfeld – Vom Müselifräuli ond de Franzose» involviert, deren Premiere am 12. August stattfindet. Doch bis dahin wird noch viel geübt – «bis der Regisseur sagt, dass er zufrieden sei».

Jörg Baumann
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Auf Martina, Sarah, Roy und Sina Weber (von links) wartet ein grosses Abenteuer: ein Familienprojekt am Freilichttheater in Hägglingen.

Auf Martina, Sarah, Roy und Sina Weber (von links) wartet ein grosses Abenteuer: ein Familienprojekt am Freilichttheater in Hägglingen.

Jörg Baumann

Ein Theaterereignis der besonderen Sorte steht in Hägglingen an: das Freilichttheaterstück «Emmetfeld – Vom Müselifräuli ond de Franzose». Alle fiebern der Premiere am 12. August entgegen. Für Roy und Martina Weber sowie ihre beiden Töchter Sarah und Sina aus Hägglingen ist das Stück von Paul Steinmann in der Inszenierung von Ady Meyer etwas ganz Besonderes: nämlich ein Familienprojekt.

Autor erfand viele neue Rollen

«Ich habe seit 2001 bei früheren Tellspielaufführungen mitgemacht – immer allein. Beim neuen Stück ist alles anders», sagt Roy Weber, im Zivilleben Informatikleiter in einer Firma in Bremgarten und daneben Inhaber einer Softwareentwicklungsfirma. «Für das neue Stück sagte ich nur unter einer Bedingung zu: Meine Kinder und meine Frau sollten auch dabei sein.»

Das klappte. Paul Steinmann erfand im Verlauf des Schreibprozesses immer wieder neue Figuren. Grund: Viel mehr Leute wollten beim diesjährigen Freilichttheater in Hägglingen mitmachen, als die Organisatoren vom Tellspielverein ursprünglich angenommen hatten.

So darf Roy Weber nun den Wisel, einen Mann aus dem Volk aus Hägglingen, spielen. Martina Weber, bisher ohne Theatererfahrung, übernahm die Rolle einer der vier Müselifrauen, nämlich als das «sommerreife Müselifräuli». «Ich wollte zuerst nur eine Aufgabe hinter der Bühne annehmen. Ich bin ein zurückhaltender Mensch und produziere mich nicht gerne an der Öffentlichkeit», sagt die frühere Pflege- und Spitexfachfrau.

Sie gab vor einiger Zeit ihre berufliche Tätigkeit auf und ist seitdem wieder ausschliesslich Hausfrau, was ihr mehr Freiraum verschaffte. «Wenn ich am Abend beruflich unterwegs wäre, hätte ich das Engagement für das Theater nicht wagen können», meint sie. Deshalb legte sie ihre Scheu vor grossen Auftritten ab. Die ihr anvertraute Rolle passe zu ihr: «Die Müselifrauen tauchen kurz auf, wie ein Irrlicht, und verschwinden dann wieder im Wald», sagt sie.

Proben erfordern Konzentration

Ebenfalls wohl fühlen sich die beiden Töchter Sarah (14) und Sina (12) im Team zusammen mit ein paar anderen Kindern und den vielen Erwachsenen. Sarah spielt «s Judithli», ihre Schwester Sina «s Hanneli». Zudem treten sie als «Nachwuchs-Müselifräuli» und im Volk auf. Sie hätten zwar nicht viel Text bekommen, sagen sie. «Aber wir dürfen trotzdem keinen Moment abschweifen und müssen konzentriert auf unsere Auftritte warten.» Neu war für sie die Erfahrung, ständig die gleichen Szenen wiederholen zu müssen – «bis der Regisseur sagt, dass er zufrieden sei».

Sicherlich keine Zeit haben die beiden Schwestern, während der Proben in ein Schulbuch zu schauen. Zum Glück sind beide ausgezeichnete und fleissige Schülerinnen. Mit dem Schulstoff seien sie wegen des Theaters nicht in Rückstand geraten. Auch hätten sie nie einen Dispens vom Unterricht beantragen müssen, sagen sie. «Wir sind gespannt auf die Premiere», sagen sie. «Und ich hoffe, dass ich meine zwei Sätze nicht vergesse», meint Sarah schmunzelnd.

Informationen auf der Website www.emmetfeld.ch mit Angaben zum Ticketvorverkauf. Die Besuchertribüne ist gedeckt. Attraktives Angebot im Gourmet-Theaterrestaurant.

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