Zufikon
Ein offenes Ohr für alle möglichen Probleme der Jugend

Im August 2011 wurde die Kombilösung Jugendarbeit/Schulsozialarbeit provisorisch eingeführt. Nun hat sich die Gemeinde für die definitive Einführung entschieden. Schulsozialarbeiterin Andrea Stierli erzählt von ihrem abwechslungsreichen Beruf.

Hanna Widmer
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Sie zogen eine positive Bilanz: Schulsozialarbeiterin Andrea Stierli, Vizeammann Daniel Juchli und Sozialarbeiterin Lea Schmidmeister.HW

Sie zogen eine positive Bilanz: Schulsozialarbeiterin Andrea Stierli, Vizeammann Daniel Juchli und Sozialarbeiterin Lea Schmidmeister.HW

Schulsozialarbeiterin Andrea Stierli darf zu Recht mit Stolz auf die vergangenen Monate zurückblicken. Die über diverse Umwege auf die Schulsozialarbeit gestossene Psychologin informierte die trotz schönstem Sommerwetter zahlreich erschienenen Interessenten am vergangenen Mittwochabend in der Aula über ihre Arbeit während der letzten Monate.

«Das Angebot der Schulsozialarbeit wurde von Schülerinnen und Schülern, Lehrpersonen und Eltern rege genutzt», meinte Andrea Stierli. Eine Hemmschwelle, die sie in anderen Schulgemeinden schon angetroffen habe, habe sie in Zufikon nicht wahrgenommen. Dass beinahe 150 Personen, ein Grossteil davon Schülerinnen, das Angebot genutzt hätten, freute Stierli sehr.

Was aber macht eine Schulsozialarbeiterin den ganzen Tag? Diese Frage würde ihr häufig gestellt. Für das Publikum gab sie deshalb Einblick in einen typischen Arbeitstag. Das rote Schild an der Tür zu ihrem Büro dreht Stierli Punkt acht Uhr um.

Ab diesem Moment hat die Schulsozialarbeit geöffnet – und Stierli ein offenes Ohr für alle möglichen Anliegen. Angefangen mit dem Gespräch mit einem Vater, der sich über seinen rauchenden Sohn sorgt, über eine Klassenintervention zum Thema Klassenzusammenhalt und Respekt bis hin zur Vermittlung und Mediation zusammen mit drei Jungs, die sich heftig gestritten haben und eine Schlichtperson suchen, ist der halbe Morgen bis zur Kaffeepause prall gefüllt.

Und auch die Pause im Lehrerteam ist ein Gefäss zum intensiven Austausch mit den Lehrpersonen.

Nicht nur einmalige Interventionen oder Gespräche gehören zum Alltag von Stierli. Auch über längere Zeit dauernde Beratung und Begleitung findet statt, runde Tische mit Schülern, betroffenen Eltern und Lehrpersonen oder Inputs zum Thema Medienerziehung.

Am Ende des Tages werden die verschiedenen Fälle jeweils dokumentiert, und auch der folgende Tag muss vorbereitet werden. «Wir arbeiten lösungs-, ziel- und ressourcenorientiert, unterstehen als neutrale Anlaufstelle im Normalfall der absoluten Schweigepflicht und versuchen, bei Schwierigkeiten möglichst früh und präventiv anzusetzen», umreisst Stierli grob ihren Tätigkeitsbereich.

Auch Sozialarbeiterin Lea Schmidmeister stellte ihren Tagesablauf vor. «Die Jugendlichen fragen viel», so Schmidmeister. Ihr Auftrag ist es, während zwei mal zwei Stunden wöchentlich und auch an diversen Abenden den Jugendlichen eine Plattform zur Verwirklichung ihrer Projekte zu bieten.

«Das und vieles andere. Wir begleiten die Kinder und Jugendlichen auf ihrem Weg zur Selbstständigkeit», meinte Schmidmeister. Durch aktive Partizipation in Form von Teilnahme, Planung und Umsetzung von Projekten können sie das Gemeinwesen mitgestalten. Die Einbindung ist freiwillig und erfolgt ohne Zwang.

Zwar würden sämtliche Projekte von Schmidmeister begleitet, doch die Jugendlichen stünden im Vordergrund und würden in Selbstorganisation und -verantwortung gefördert. «Was wiederum viel zur eigenen Selbstwirksamkeit beträgt», erklärte die Sozialarbeiterin.

Ein Näh-Workshop oder ein Kurzfilm über das perfekte Dinner seien schon dabei zustande gekommen. Das sind nur zwei von 50 Projekten, an denen insgesamt knapp 700 Besucher teilgenommen haben.

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