Dietwil
Aushubdeponie Babilon ist halb voll – jetzt geht die Planung gen Norden weiter

Die Aushubdeponie Babilon in Dietwil hat ein gutes Geschäftsjahr hinter sich. Da nun aber schon rund die Hälfte des Platzes verbraucht ist, gehen die Betreiberin und die Gemeinden eine Fortsetzung an.

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Die Deponie Babilon ist halb voll.

Die Deponie Babilon ist halb voll.

zvg (Oktober 2021)

Die Aushubdeponie Babilon hat im vergangenen Jahr erst viel Schnee, dann viel Regen erlebt. Das zeigt der technische Jahresbericht. Die höchsten Tagesmengen an angeliefertem Aushubmaterial wurden im Februar und März verzeichnet.

Ab August wurde die Anlieferung aus dem Kanton Zug gesperrt und aus Luzern stark eingeschränkt, um die geforderten Quoten einhalten zu können. Dadurch waren die Anlieferungen in den Folgemonaten sehr gering.

Bis Ende Jahr 2021 wurden gesamthaft 178’766 (Vorjahr: 292’214) Kubikmeter Aushub und 992 (6370) Kubikmeter Unterboden angenommen und eingebaut. Die Aushublieferungen aus den Kantonen Aargau und Zug zusammen haben einen Anteil von 68,09%. Die Aushubdeponie ist im Zeitplan. In Bezug auf Volumen und Auffülldauer ist in etwa die Halbzeit erreicht.

Ein Sickerstreifen wird angelegt.

Ein Sickerstreifen wird angelegt.

zvg

5,3 Hektaren konnten an die Eigentümer zurückgegeben werden

Die offene Fläche beträgt per Ende 2021 gesamthaft inklusive Zufahrt und Installation 5,6 Hektaren. Die langfristigen Bodendepots blieben unverändert und haben gesamthaft eine Fläche von 1,9 Hektaren. Im vergangen Jahr wurde rund eine Hektare rekultiviert.

Dabei wurden 80 Zentimeter Unterboden und 40 Zentimeter Oberboden mit dem Bagger angelegt und anschliessend angesät. Somit sind total rund 5,3 Hektaren rekultiviert und an die Grundeigentümer zurückgegeben worden.

Die naturnahen Flächen um den Installationsplatz und die Böschungen innerhalb dem Gewässerraum wurden im Sommer auf Neophyten kontrolliert. In geringem Masse mussten unerwünschte Pflanzen entfernt werden. Gesamthaft sind 10’360 Quadratmeter ökologische Ausgleichsfläche definitiv erstellt.

Auf ökologische Ausgleichsfläche wird Wert gelegt.

Auf ökologische Ausgleichsfläche wird Wert gelegt.

zvg

Zusätzlich bestehen rund 3500 Quadratmeter temporäre naturnahe Flächen im Bereich der Installationen. Im Juni wurde eine Erfolgskontrolle dieser Flächen durch die ökologische Baubegleitung durchgeführt.

Kantonsstelle war zur Kontrolle vor Ort

Bei Regen muss das Oberflächenwasser der offenen Flächen aufgefangen werden, damit die gelösten Stoffe nicht ungehindert in den Knodenbach gelangen. Aus diesem Grund wurde innerhalb der Auffüllung ein grosses Absetzbecken verlegt und vergrössert.

Dadurch kann das trübe Oberflächenwasser auch bei starken Gewittern zurückgehalten und abgesetzt werden. Mindestens zweimal pro Jahr werden Wasserproben analysiert. Zudem hat die kantonale Abteilung für Umwelt die Aushubdeponie Babilon besucht.

Der Knodenbach fliesst entlang Kesselstrasse – die Verantwortlichen der Deponie sorgen dafür, dass kein Dreckwasser in den Bach fliesst.

Der Knodenbach fliesst entlang Kesselstrasse – die Verantwortlichen der Deponie sorgen dafür, dass kein Dreckwasser in den Bach fliesst.

zvg

Die Zufahrten wurden wiederkehrend mit Splitt abgedeckt und zeitweise mit Wasser aus den Retentionsbecken benetzt. Damit konnte während der trockenen Herbstmonate die Staubentwicklung eingedämmt werden. Die Reifenwaschanlage funktioniert einwandfrei. Seit Betriebsbeginn kam es noch nie zu einer Verschmutzung der Kantonsstrasse.

2022 soll die Planung für eine Fortsetzung beginnen

Die geplante Jahresmenge 2022 beträgt 180’000 Kubikmeter Aushub. Die offene Fläche für die Ablagerung reicht voraussichtlich bis Frühjahr 2023. Somit werden aus heutiger Sicht im Jahr 2022 keine Rekultivierungsarbeiten umgesetzt.

Zwischen der Deponie Freiamt AG und den Gemeinden Oberrüti und Dietwil laufen Gespräche für eine Fortsetzung der Deponie Babilon gegen Norden. 2022 soll das Planungsverfahren für diese Fortsetzung eingeleitet werden. (az)