Oberfreiamt
Die wilden Piratenkinder rasseln im Internat mit den Säbeln

Mit dem Musical «Pirate im Internat» von Andrew Bond tauchten die 37 Kinder der Chöre Abtwil und Oberrüti unter der Leitung von Claudia Kreienbühl am Wochenende in die abenteuerliche Welt der gefährlichen Seefahrer ein.

Cornelia Bisch
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Die kleinen Prinzessinnen und Comtessen in ihren Schuluniformen singen mit dem Internatskoch. CB

Die kleinen Prinzessinnen und Comtessen in ihren Schuluniformen singen mit dem Internatskoch. CB

«Schiff ahoi, wie’n ech mech freu!», tönte es so inbrünstig von der Bühne, dass die Zuschauer keinen Moment an der Wahrhaftigkeit dieser Worte zweifelten. Welches Kind träumt nicht von der wilden Piratenromantik, wie sie Pipi Langstrumpf so sorglos vorlebt, von siegreichen Kämpfen, erbeuteten Schätzen und einem Leben ohne Schlafenszeiten, Zahnbürsten und Seife. Für die Mitglieder der Kinderchöre Abtwil und Oberrüti wurde dieser Traum während dreier Vorstellungen Wirklichkeit.

Allerdings gestaltet sich das Leben eben dieser Piraten, Familie Mc Säbel und ihrer Crew, nicht ganz so sorglos, wie jenes der Takatuka-Bewohner. Denn die Mc Säbels leben in der modernen Zeit, in der die Menschen keine Notenbündel mehr spazieren führen, sondern nur dämliche Kreditkarten, in der die Juwelen weder an den Hälsen schöner Frauen baumeln, noch in schmucken Kisten gelagert werden, sondern in den Tresoren der Raiffeisenbank.

«Es gibt keine Zukunft mehr für Euch als Piraten», sagt Kapitän Christian Mc Säbel betrübt zu seinen beiden Kindern und schickt sie auf das äusserst distinguierte Internat Protz-wil, in dem nur Königskinder und Comtessen verkehren.

Klar, dass die wilden Piratenkinder Colin und Enya mit den strengen Internatsregeln nicht klar kommen und einen ganz schönen Wirbel veranstalten. Ihre blaublütigen Klassenkameraden jedoch sind schwer beeindruckt von den tollen Abenteuergeschichten der beiden und seufzen: «König sein ist ja soooo langweilig», finden sie. An einem Maskenball der Schule werden die Rollen für einmal vertauscht, Räuber- und Piratenkinder sowie ihre Eltern sind schliesslich glücklich vereint.

Andrew Bonds Lieder sind wie gewohnt ohrwurmverdächtig mitreissend, die Texte einfallsreich und witzig. Die Kinder gingen förmlich in ihren Rollen auf, spielten erstaunlich gekonnt und herrlich ernsthaft. Der erste Teil der Geschichte wurde in Form einer gelungenen Filmaufzeichnung erzählt, aufgenommen von Stefan Krapf und Stefan Diethelm im Probelager auf der Rigi während der Frühlingsferien.

Claudia Kreienbühl ist zufrieden mit ihren Schützlingen: «Sie sind stimmlich sehr gut. Auch wenn wir in kleineren Gruppen auftreten, klingt es immer schön und voll.» Das Schauspiel kam mit einfachen Requisiten und fünf Bühnenelementen aus, die gedreht werden konnten, um diverse Schauplätze darzustellen.

Die Kostüme stammten vornehmlich aus den Fasnachtskisten der Kinder. «Wir machen das immer so einfach wie möglich», sagte die Dirigentin, «darin sind wir allmählich richtig gut.» Sie wird dabei unterstützt von ihrer Familie, ihrer langjährige Mitstreiterin Renate Arnold sowie den Eltern der Kinder. Sohn Samuel übernahm nun schon zum zweiten Mal sehr einfühlsam die musikalische
Begleitung am Klavier.

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