Bremgarten
Der Hexenturm an der Reuss wird Ende 2014 begehbar sein

Erschliessung und Sanierung des Turms kosten 330000 Franken. Das ehemalige Verlies wird mit einer Stahltreppe an der Fassade erschlossen werden. Im obersten Stock soll eine gediegene Turmstube eingerichtet werden.

Lukas Schumacher
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Der markante Bremgarter Hexenturm war vermutlich im 14. Jahrhundert errichtet und anno 1414 erstmals urkundlich erwähnt worden.

Der markante Bremgarter Hexenturm war vermutlich im 14. Jahrhundert errichtet und anno 1414 erstmals urkundlich erwähnt worden.

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Seit vielen Jahren können Einheimische und Auswärtige den trutzigen Spittelturm am südlichen Zugang zur Altstadt Bremgarten bei der Marktgasse besteigen. Als zweiter historischer Turm wird jetzt auch der Hexenturm unten bei der Reuss am nördlichen Altstadt-Zugang begehbar gemacht.

Somit wird der Rundturm am Reussufer, der einst Teil der Wehranlage gegen feindliche Angriffe aufs Städtchen und auch eine Gefängnisstätte war, bald nicht mehr ausschliesslich ein Domizil der Vogelart Mauersegler und der Fledermausart Grosser Abendsegler sein; diese Vögel und Fledermäuse bewohnen Mauerlöcher in der Turmfassade.

Vorerst mit provisorischer Treppe

Das Turmerschliessungsprojekt, das der einheimische Architekt und Ortsbürger Othmar Schaufelbühl verfasste, sieht aussen am Turm eine Stahltreppe hinauf zum früheren historischen Gebäudezugang acht Meter über dem Boden vor. Diese Aussentreppe wird man erst im Spätherbst montieren. Mitte April wird am Turm eine provisorische Treppe installiert. Sie wird den Handwerkern als Aufgang für die Sanierungsarbeiten im Innern des Hexenturms dienen.

Laut Schaufelbühl werden die Arbeiten gegen Ende Jahr fertiggestellt sein. Dann kann man via Aussentreppe in den ersten Stock gelangen und von da aus über die bestehende, enge Treppenanlage im Innern des Turms bis hinauf in den vierten Stock, der gut 20 Meter über dem Boden und der Reuss liegt. Diese vierte Etage, deren Raumfläche knapp 50 m2 beträgt, wird fortan als Turmstube genutzt. Die Stube wird gediegen eingerichtet, mit einer Theke und einigen Sitzgelegenheiten. So dürfte ein nicht eben alltägliches Apéro-Lokal mit toller Aussicht entstehen, geeignet für kleine, feine Gesellschaften, mit Betonung auf klein, denn sehr viel Platz ist nicht vorhanden.

LED und neue Böden

Der ganze Turm wird innen von oben bis unten mit LED-Lampen ausgeleuchtet, sodass Turmbesucher auch Einblick ins frühere Verlies (Gefängnis) haben werden, das sich zuunterst im Hexenturm befindet. Vom zweiten bis zum vierten Stock müssen neue Fichtenböden gelegt werden. Auch der Tonplattenboden im ersten Stock hat ausgedient und muss ersetzt werden. Othmar Schaufelbühl ist zuversichtlich, dass er irgendwo besser erhaltene Tonplatten wird auftreiben können. «Tonplattenböden waren früher in Bremgarter Gebäuden und auch anderswo gang und gäbe. Sie besassen Brandschutzfunktion», sagte Schaufelbühl. Die Platten hätten die Ausbreitung von Feuersbrünsten verhindert.

Im ersten Stock des Hexenturms wird zudem eine kleine Toilettenanlage eingerichtet. Im zweiten und dritten Stock besteht die Absicht, einige Handwerkerutensilien aus dem Stadtmuseum zu platzieren sowie allenfalls auch Schriftstücke und Dokumentationen. Die erste urkundliche Erwähnung des Turms datiert aus dem Jahr 1415. Ursprünglich hiess der Hexenturm Hymmelrichturm und Fimmisturm.

Die kantonale Denkmalpflege hat das Erschliessungs- und Sanierungsvorhaben gutgeheissen. Die Projektunterlagen kann man bis Ende April im Rahmen der öffentlichen Auflage bei der Bauverwaltung Bremgarten begutachten.

Bauherrin ist Ortsbürgergemeinde

Besitzerin des Hexenturms und Bauherrin ist die Ortsbürgergemeinde Bremgarten. Die Ortsbürgerinnen und -bürger genehmigten Anfang Dezember 2013 einen Turmsanierungsund Erschliessungskredit im Betrag von 339 000 Franken. Dies recht deutlich, bei 58 Ja- gegen 11 Neinstimmen. Gemäss dem eingereichten Projekt werden die Kosten ein wenig tiefer ausfallen. Der Kostenrahmen liegt jetzt bei 330 000 Franken.

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