Mühlau
Der Freiämter Zivilschutz schützt auch vor Hochwasser

Die Oberfreiämter Zivilschutzorganisationen übten den Ernstfall eines Hochwassers erstmals mit dem Kantonalen Katastrophen Einsatzelement. Es wurden rund ein Kilometer Dämme mit Beaver-Elementen erstellt.

Eddy Schambron
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Martin Schuler füllt eines der Beaver-Elemente mit Wasser – so entsteht letztlich ein stabiler Damm.

Martin Schuler füllt eines der Beaver-Elemente mit Wasser – so entsteht letztlich ein stabiler Damm.

Eddy Schambron

Wenn die Reuss über die Ufer zu treten droht, sind die Zivilschutzorganisationen Muri-Boswil und Oberfreiamt imstande, sie eine Weile in die Schranken zu weisen.

Am Freitag übten ihre Mitglieder zusammen mit dem Kantonalen Katastrophen Einsatzelement (KKE) in Mühlau den Umgang mit den sogenannten Beaver-Elementen, mit Wasser befüllbare grosse Schläuche, mit denen bei Hochwasser relativ rasch Dämme gebildet werden können.

Romuald Brem und Michael Stocker, die Kommandanten der ZSO Muri-Boswil beziehungsweise Oberfreiamt, räumten ein, dass die mobilen Hochwasserschutzelemente auf dem Reussdamm in Mühlau bei einem Ernstfall kaum zum Einsatz kommen würden.

Sie wären an anderen Orten gefragter. Aber hier, auf dem Damm entlang der Reuss, fanden die rund 60 teilnehmenden Zivilschützer ideale Bedingungen, um den Umgang mit den Elementen zu üben.

Ziel der Einsatzübung war aber nicht nur, die Dammelemente richtig auszulegen und mit Wasser zu füllen, sondern auch zu zeigen, dass die Einsatzkräfte im Freiamt gut zusammenarbeiten.

Eine Premiere war dabei der Einbezug des KKE. Schliesslich ging es auch darum, die Einsatzleitung und die Kommunikation über Funk zu beüben. «Miteinander sind wir stärker», führte Stocker aus.

Eindrücklich lag die rund einen Kilometer lange, orangefarbene, prall mit Wasser gefüllte Wurst der Reuss entlang. Sie bildet bei Hochwasser einen wirksamen Damm und schützt dahinterliegende Gebäude und Menschen wirkungsvoll, wie auch die jüngsten Hochwassereinsätze bewiesen haben.

Ein 20 Meter langes Elemente fasst 12 bis 16 Kubikmeter Wasser, das in Mühlau mit der Motorpumpe direkt aus der Reuss bezogen wurde. Die verschiedenen Elemente können zusammengestellt und auch in Kurven ausgelegt werden.

Während der Übung wurden allerdings nicht alle mit Wasser, sondern ein Teil nur mit Luft befüllt. Ausserdem wurden sie, um das Material zu schonen, auf Bauvlies ausgelegt - im Ernstfall nicht der Fall. Die beiden ZSO verfügen für 290 Meter Material.

Während der Arbeit mit den Elementen wurden wertvolle Erfahrungen gemacht. «Wir kommen aus jeder Übung mit einem grösseren Rucksack heraus», stellte David Bürge, Kommandant des KKE, fest.

So muss man bei einem Ernstfall berücksichtigen, dass es seine Zeit braucht, bis die Beaver mit Wasser gefüllt sind. Entsprechend müssen sie früh genug an den heiklen Stellen ausgelegt und einsatzbereit gemacht werden.

Sind die Einsatzkräfte nicht sicher, werden sie bereits vorsorglich bis zu einem gewissen Grad mit Wasser gefüllt, um sie schliesslich schnell genug ganz füllen zu können.

Ebenfalls werden diese künstlichen Dämme regelmässig kontrolliert. Dafür ist eine entsprechende Beleuchtung und damit elektrische Verkabelung notwendig.

Nicht nur der Aufbau der Dämme braucht viel Einsatz, sondern auch der Abbau. Wenn das Wasser abgelassen ist, werden die Elemente aussen gereinigt und wieder zusammengerollt.

Eine Trocknung im Innern wäre zu aufwendig und ist auch nicht nötig. Wurden die Elemente mit Flusswasser befüllt, wie an der Übung in Mühlau, werden sie zusätzlich mit sauberem Wasser ausgespült, damit nicht kleine Steinchen liegen bleiben, welche zu Verletzungen der Kunststoffhaut führen können.

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