Bettwil
Der antike Feuerwehreimer ist an seinem Ursprungsort zurück

Die Familie Breitschmid aus Wohlen übergab der Gemeinde einen Zeitzeugen von 1698. Mit Wasser aus Ledereimern wurden bei einem Brand umliegende Häuser geschützt.

Barbara Hagmann
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Lange war der lederne Feuerwehreimer im Besitz der Familie Breitschmid aus Wohlen: (von links) Markus Breitschmid, Bruno Breitschmid und Jürg Breitschmid. Hag

Lange war der lederne Feuerwehreimer im Besitz der Familie Breitschmid aus Wohlen: (von links) Markus Breitschmid, Bruno Breitschmid und Jürg Breitschmid. Hag

Barbara Hagmann

Die Zeit, in der Feuerwehreimer für jeden Haushalt Pflicht und allzeit griffbereit waren, liegt weit zurück. Damals durfte nur geheiratet werden, wenn der Bräutigam als Mitgift einen Wasserkessel dem Eheglück beisteuern konnte. Bei einem Brandereignis, bildeten die Dorfbewohner mit ihren Eimern eine Kette vom Bach oder Sodbrunnen zum Brandherd. «Anstatt das brennende Objekt zu löschen, wurden die umliegenden Gebäude benetzt, um eine Feuerausbreitung zu verhindern», erklärte der ehemalige Bettwiler Feuerwehrkommandant Peter Nietlisbach. Damit die Wasserkessel nach der Brandbekämpfung zu ihren rechtmässigen Besitzern zurückfanden, waren die Feuerwehreimer mit den Initialen der Familie und dem Gemeindewappen gekennzeichnet.

Aus dieser Zeit stammt auch der lederne Feuerwehreimer aus dem Jahr 1698, welcher am Freitagabend den Weg in seine Heimat Bettwil zurückfand. Für viele Jahre war das antike Stück im Besitz der Familie Breitschmid aus Wohlen. «Die Geschichte des Wasserkessels kann nicht zurückverfolgt werden», hielt Alt-Vizeammann und Kulturverantwortliche Blanka Breitenstein an der Übergabezeremonie fest. Verstaut und allmählich vergessen auf dem Wohnzimmerschrank des Grossvaters, schenkte man dem Feuerwehreimer kaum Beachtung. Erst nach dem Tod des Grossvaters, einst Inhaber eines Bauführergeschäfts, entdeckten die Erben den historischen Wasserkessel. Die Familienangehörigen vermuten, dass der lederne Eimer aus einem Hausabriss oder einer Hausräumung stammen könnte.

«Mit der Übergabe an unsere Gemeinde schliesst sich der Kreis wieder», freute sich Breitenstein und führte weiter aus: «Der Feuerwehreimer ist für unser Dorf von grosser kultureller Bedeutung und wird im Schulhausfoyer ausgestellt.»

Bevor es zum Apéro überging, veranschaulichte ein Löschangriff mit Wasserspritzen aus dem Jahr 1863, mit welcher Mühsal sich die Brandbekämpfung auch noch im 19. Jahrhundert gestaltete.

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