Dottikon
Das «Wohnzimmer» als Treffpunkt für alle – wie viel ihm Speis und Trank wert sind, darf jeder selbst entscheiden

In Dottikon laden Loredana Gioia und Karin Bochicchio-Stutz neu zu Kaffee und Kuchen in heimeligem Ambiente. Im gemütlichen «Wohnzimmer» sollen die Menschen für einen kurzen Moment aus dem Alltag fliehen können. Fixe Preise für Speis und Trank gibt es keine.

Marc Ribolla
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Die beiden Initiantinnen von «Das Wohnzimmer», Loredana Gioia (l.) und Karin Bochicchio-Stutz, im Fotostudio in Dottikon.

Die beiden Initiantinnen von «Das Wohnzimmer», Loredana Gioia (l.) und Karin Bochicchio-Stutz, im Fotostudio in Dottikon.

Marc Ribolla

Der Backofen im Haushalt von Karin Bochicchio-Stutz läuft am Donnerstag im wahrsten Sinn des Wortes heiss. Die Dottikerin hat sich etwas vorgenommen. Sie backt Lebkuchen, Rüeblikuchen, Zitronenkuchen, Brownies und einen grossen Zopf. Die Leckereien gibts dann tags darauf im «Das Wohnzimmer» in Dottikon zu kosten.

Dazu kann man verschiedene Kaffee-Arten, Tee und warme Schoggi probieren oder auch ein Gläschen Prosecco. Zusammen mit ihrer Bekannten Loredana Gioia möchte Karin Bochicchio-Stutz in Gioias Fotostudio am Bleicheweg 5 die Menschen so für einen Moment aus dem Alltag entfliehen lassen.

Genügend Abstand und Service an den Platz

«Wir möchten den Leuten eine positive Lebensfreude geben in diesen trüben Tagen und Corona mal aus den Köpfen bringen», sagt Bochicchio-Stutz. Die Idee mit «Das Wohnzimmer» wurde vor rund einem Monat konkreter. Ihre Schwester hatte etwas Ähnliches im Sommer in Stilli ins Leben gerufen.

Die passende Location war mit Gioias Fotostudio schnell gefunden. «Hier ist es ja schon fast wie in einem Wohnzimmer eingerichtet», sagt die Inhaberin lachend. Verschiedene Sitzgelegenheiten sind im grossen Studio verteilt. Für genügend Abstand ist also gesorgt. Selbstverständlich haben die beiden engagierten Frauen auch ein Schutzkonzept erarbeitet.

Die Leckereien und Getränke werden alle von ihnen an den Platz serviert, sie tragen dabei Masken. Und auch die Kontaktliste wird geführt sowie Desinfektionsmittel am Eingang zur Verfügung gestellt. Sie rechnen mit einem Platzangebot von rund 16 Personen aufs Mal, bei schönem Wetter könnte auch im Innenhof draussen verweilt werden.

Keine Konkurrenz für die Gastroszene

Fixe Preise gibt es im «Wohnzimmer» übrigens keine. «Jeder kann selber bestimmen, wie viel ihm der Besuch bei uns wert ist. Mit dem Erlös würden wir Anschaffungen wie eine grössere Kaffeemaschine finanzieren», sagt Gioia. Sie möchten auch keine Konkurrenz für die Gastroszene sein, betont Bochicchio-Stutz.

«Das Wohnzimmer» soll vorläufig einmal die nächsten drei Freitage (20.11., 27.11. und 4.12.) von 9 bis 16 Uhr geöffnet sein. Danach folgt eine Pause bis Mitte Februar. Willkommen ist jeder und jede, die mal wieder aus den eigenen vier Wänden rauskommen möchte.

Kuchensorten werden auf Facebook angekündigt

«Das Wohnzimmer soll ein Treffpunkt für alle sein. Ein Ort, an dem man gern verweilt», sagt Loredana Gioia. Ihre Kollegin Karin Bochicchio-Stutz ergänzt: «Wir würden es auch lässig finden, wenn ältere Leute vorbeikämen.»

Damit die Gäste wissen, welches kulinarische Gebäck sie erwartet, werden sie jeweils am Donnerstag auf Facebook und Instagram die geplanten Kuchensorten bekannt geben. Dabei dürfte es nicht bleiben. «Wenn es gut läuft, können wir uns vorstellen, auch mal eine Suppe oder Wähen anzubieten», blickt Karin Bochicchio-Stutz voraus.