Bremgarten/Zufikon
Damit sich Wanderer und Velofahrer nicht an die Gurgel springen: Darum gibt’s bald einen Veloweg beim Dominilochsteg

Der Dominilochsteg verbindet das Zufiker mit dem Bremgarter Reussufer. Während auf Zufiker Boden Velofahrer freie Fahrt haben, herrscht auf der Bremgarter Seite allgemeines Fahrverbot. Das soll sich nun dank einem 50 Meter langen Neubau ändern.

Pascal Bruhin
Drucken
Teilen
Der Dominilochsteg verbindet das Zufiker (links) und das Bremgarter Reussufer beim Kloster Hermetschwil.

Der Dominilochsteg verbindet das Zufiker (links) und das Bremgarter Reussufer beim Kloster Hermetschwil.

Pascal Bruhin

Wer von Zufikon nach Hermetschwil mit dem Fahrrad unterwegs ist, nimmt den kürzesten – und wohl auch schönsten – Weg. Der führt über den Dominilochsteg am Fusse des Klosters St.Martin. Doch vielen ist nicht klar, dass sie mitten auf dem Holzsteg unverhohlen eine «Straftat» begehen. Denn während eingangs beider Seiten des Stegs klar und deutlich vermerkt ist, dass Pferde hier keinen Zutritt haben – wohl ihrem Gewicht und dem Holzplattenboden geschuldet – scheint der Drahtesel freie Fahrt zu haben.

Am Eingang zum Dominilochsteg von Zufikon her deutet nur ein Schild darauf hin, dass Pferde keinen Zutritt haben.

Am Eingang zum Dominilochsteg von Zufikon her deutet nur ein Schild darauf hin, dass Pferde keinen Zutritt haben.

Pascal Bruhin

Jein. Denn die Geschichte ist etwas komplizierter, wie Walter Beer, Sachbearbeiter Tiefbau der Stadt Bremgarten, erklärt:

«Das Problem ist, dass der Dominilochsteg zur Hälfte auf Zufiker und zur Hälfte auf Bremgarter Boden liegt.»

Und unterschiedliche Gemeinden haben bekanntlich unterschiedliche Regeln. Während auf der Zufiker Seite nur ein Fahrverbot für Motorfahrzeuge gilt, die Velofahrer also tatsächlich freie Fahrt haben, herrscht auf der gegenüberliegenden Seite, am Bremgarter Reussufer ein absolutes Fahrverbot. Der umsichtige Fahrradfahrer müsste also eigentlich mittig des Stegs aus dem Sattel steigen und seinen Drahtesel fortan an der Hand führen.

Kein Schild weist auf das Fahrverbot hin

Von dieser Tatsache wissen aber die wenigsten Zweiradmobilisten, – ob sie sich daran halten würden, wenn sie es wüssten, sei mal dahingestellt – wenn sie auf der Fahrt über die Reuss die Aussicht auf das Kloster Hermetschwil geniessen. Und ein Schild, das darauf hinweisen würde, gibt es weder am Gemeindebann mitten auf dem Fluss noch am Ausgang zur Bremgarter Seite.

Das Kloster St.Martin in Hermetschwil ist vom Steg aus zu bestaunen.

Das Kloster St.Martin in Hermetschwil ist vom Steg aus zu bestaunen.

Pascal Bruhin

Die Velofahrer radeln frisch fröhlich in die «Kriminalität». Und das sorgt auf der Bremgarter Seite für rote Köpfe. Und zwar nicht bei den Polizeibeamten, die die sündigen Treter eigentlich büssen müssten, sondern bei den Wanderern und Spaziergängern, die auf dem schmalen Reussuferweg ihrer Wanderlust frönen.

Dem soll nun Abhilfe geschaffen, der Illegalität einen Riegel geschoben werden. Und zwar nicht etwa, indem man mitten auf dem Steg eine Barriere hinstellt. Nein, aus dem Bremgarter Reussuferweg wird kurzerhand ein Veloweg. Jedenfalls etwa 100 Meter davon. Nach dem Dominilochsteg geht es für die Velofahrer fortan rechts Richtung Bremgarten ganz legal und rechtens im Sattel weiter. Bis von links oben ein neues Wegstück ruft.

Steil den Berg hoch geht es künftig für die Fahrradfahrenden.

Steil den Berg hoch geht es künftig für die Fahrradfahrenden.

Pascal Bruhin

Velofahrer müssen jetzt links abbiegen

Über die neue gesplittete Verbindung – rund 50 Meter lang und 2,5 Meter breit – bis zum Abwasserpumpwerk Hermetschwil-Staffeln sollen die Cyclisten künftig Anschluss an das offizielle Zweiradverkehrswegnetz finden. Das Wegstück am Reussufer, dass sich Wanderer und Velofahrer neu nun ganz offiziell teilen müssen, wurde dafür verbreitert. Der Rest des Reussuferwegs bleibt für Fahrradfahrer indes tabu, sie müssen links abbiegen – oder absteigen.

Am anderen Ende kommt das Wegstück beim Abwasserpumpwerk raus.

Am anderen Ende kommt das Wegstück beim Abwasserpumpwerk raus.

Pascal Bruhin

Rund 25'000 Franken hat der neue Weg die Einwohnergemeinde Bremgarten gekostet. Baulich ist er schon so gut wie fertig, es fehlen nur noch die Signalisationstafeln, die den Fahrenden den rechten Weg nach links weisen. «Die sind aber schon bestellt», versichert Sachbearbeiter Walter Beer.

Aktuelle Nachrichten