Bremgarten-Mutschellen
Nun wird nur noch der eigene Klärschlamm verarbeitet – so verlief das turbulente Jahr des Abwasserverbands

Der Abwasserverband Bremgarten-Mutschellen blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2021 zurück. Der nun publizierte Jahresbericht zeigt, was den Betrieb der Kläranlage unter anderem alles beschäftigte.

Marc Ribolla
Drucken
Die ARA im Kessel in Bremgarten.

Die ARA im Kessel in Bremgarten.

Walter Christen
(23. Juli 2021)

Für die Einwohnerinnen und Einwohner von Berikon, Bremgarten, Eggenwil, Widen und Zufikon ist sie von grosser Bedeutung fürs alltägliche Leben. Auch wenn man als Privatperson nicht viel davon merkt – ausser, der Betrieb stockt. Das war zum Glück im vergangenen Jahr bei der Kläranlage (ARA) im Kessel in Bremgarten nicht der Fall.

Im Jahresbericht des dazugehörenden Abwasserverbands Bremgarten-Mutschellen, der kürzlich erschienen ist, findet man trotzdem einige spannende Ereignisse und Zahlen aus dem Jahr 2021. Beispielsweise flossen der ARA total 3,7 Millionen Kubikmeter Abwasser zu, was einer Steigerung von 0,9 Millionen Kubikmeter gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Abwasser beinhaltete 22’821 Tonnen Frischschlamm.

Ein grösserer Moment in der Geschichte war die Eröffnung des neuen, komplett unterirdisch gebauten Regenbeckens, das im August erstmals mit Abwasser gefüllt wurde. Im Jahresbericht heisst es weiter:

«Die Kläranlage arbeitete mit einem durchschnittlichen Reinigungseffekt von 94,1%. Nach wie vor läuft die Anlage bezüglich Stickstoffanfall an der Belastungsgrenze.»

Dieses Jahr soll deshalb eine Betriebsanalyse durchgeführt werden. Damit werde abgeklärt, welche Massnahmen für ein Ausbauziel im Jahre 2040 zu treffen seien.

Waffenplatz kündigte den Gasliefervertrag

Leider gab es auch unerfreuliche Geschehnisse, die Geld kosteten. Die Inspektion der Risibrücke hat zwar ergeben, dass sie in einem guten Zustand ist. Doch: «Leider mussten wieder mehrere tausend Franken für die Entfernung von Sprayereien an der Risibrücke und Umgebung ausgegeben werden.»

Ausserdem kündigte im vergangenen Juli der Waffenplatz den Gasliefervertrag aus dem Jahre 1978 per sofort. «Dies löste – um das anfallende Klärgas vorschriftsgemäss zu verwerten – eine Investition von 573’000 Franken für ein Blockheizkraftwerk aus. Damit wird das Klärgas in Strom und Wärme umgewandelt», so der Jahresbericht.

Eine Änderung gibt es auch bei der Klärschlammverwertung. Die Kläranlagen Kelleramt und Oberrüti hätten bisher ihren Klärschlamm an die ARA in Bremgarten geliefert. «Der entsprechende Vertrag ist per Ende 2021 ausgelaufen. Ab 2022 wird in der ARA Bremgarten nur noch der eigene Klärschlamm verarbeitet», erklärt der Abwasserverband weiter.

Finanziell zeigt sich das Ergebnis 2021 ebenfalls gut. Die fünf Verbandsgemeinden zahlten total 1,32 Millionen Franken zur Deckung der Betriebs- und Unterhaltskosten. Trotz einiger unvorhergesehenen Auslagen beträgt der Aufwandüberschuss aber nur knapp 12’600 Franken.

Den kompletten Jahresbericht gibt es auf www.ara-bremgarten.ch.

Aktuelle Nachrichten