Bremgarten
«Citymanager» und neues Friedhofsreglement sorgen schon jetzt für Diskussionen

Am Mittwochabend informierten Bremgartens Stadtammann und Stadtschreiber über die Traktanden der kommenden Einwohnergemeinde- und Ortsbürgerversammlungen. Zwei Punkte dürften wohl auch dann heiss debattiert werden.

Pascal Bruhin
Drucken
Teilen
Stadtammann Raymond Tellenbach (links) und Stadtschreiber Beat Neuenschwander informierten über die Traktanden der Einwohnergemeinde- und der Ortsbürgerversammlung.

Stadtammann Raymond Tellenbach (links) und Stadtschreiber Beat Neuenschwander informierten über die Traktanden der Einwohnergemeinde- und der Ortsbürgerversammlung.

Bild: Pascal Bruhin (19.5.2021)

Es ist jeweils ein Pulsmessen vor der eigentlichen Versammlung. Am Mittwochabend informierten der Bremgarter Stadtammann Raymond Tellenbach und Stadtschreiber Beat Neuenschwander coronabedingt im Casino statt im Zeughaussaal interessierte Bürgerinnen und Bürger über die Traktanden der bevorstehenden Einwohnergemeindeversammlung am 10. Juni und jener der Ortsbürgergemeindeversammlung am 1. Juni. Zwei Themen sorgten dabei für rege Diskussionen.

Präsentieren konnte der Stadtammann zunächst eine glanzvolle Rechnung der Einwohnergemeinde. Mit rund 1,4 Mio. Franken über Budget schloss diese im Coronajahr überraschend gut ab. Noch im Juni letzten Jahres sei damit nicht zu rechnen gewesen, erklärt Tellenbach den rund zwei Dutzend anwesenden Bremgarterinnen und Bremgarter.

«Wir hatten ein riesiges Glück», sagte er. Denn der Grund für den ungeahnten Geldsegen waren unerwartet hohe Erbschafts- und Firmensteuern. Tellenbach führte aus:

«Das sind beides Sachen, die wir nicht steuern können. Aber es ist äusserst erfreulich.»

Auch mittellose Bremgarter sollen Namensschild am Grab bekommen

Die Ortsbürgergemeinde hingegen schloss ihre Rechnung 2020 mit einem leichten Minus von 50'000 Franken ab. Verantwortlich dafür sei der deutlich tiefer ausgefallene Holzverkauf sowie zusätzliche Unterhaltsarbeiten. Zu reden gaben die weiteren Traktanden der Ortsbürgergemeinde nicht.

Ganz im Gegensatz zu zwei Traktanden der Einwohnergemeindeversammlung. Das neue Friedhofsreglement, das nach dem Zusammenschluss mit Hermetschwil-Staffeln angepasst werden muss, stösst auf Widerstand. Insbesondere, dass mittellose Bremgarter kein Namensschild am Grab offeriert bekommen sollen, störte mehrere Anwesende.

Lohn des Standortförderers wurde als zu hoch empfunden

Zu reden gab auch eine Anpassung des Stellenplans. Neu soll im 70-Prozent-Pensum ein «Citymanager» Bremgarten als attraktiven Standort positionieren, die Entwicklung der Altstadt fördern und als Ansprechperson für Unternehmen dienen. Dafür wird mit jährlich wiederkehrenden Personalkosten von rund 100'000 Franken gerechnet. «Ziel ist eine langfristige Lösung», sagte Tellenbach. Es sei eine Investition in die Zukunft.

Einige der Anwesenden beklagten, dass es sich dabei um einen stattlichen Lohn handle. Tellenbach konterte:

«Gute Leute kosten halt zwei Franken mehr als weniger gute. Der vorgesehene Lohn entspricht dem Reglement.»

Des weiteren wurde bemängelt, dass nebst den Personalkosten zusätzliche Kosten, etwa Projektkosten, anfallen würden. Dem entgegnete Tellenbach, dass diese Kosten separat budgetiert würden. Infrastrukturkosten würden hingegen keine zusätzlichen entstehen, da der künftige Citymanager oder die künftige Citymanagerin im Rathaus einquartiert würde.

Zufrieden war das Publikum aber nicht in Gänze mit den Antworten des Stadtammanns. Insbesondere an der Einwohnergemeindeversammlung am 10. Juni dürfte also für reichlich Gesprächsstoff gesorgt sein.

Aktuelle Nachrichten