Besenbüren
Grosse Nachfrage nach Feuerlauf und Waldspielgruppe: «Bei uns darf es auch mal wild und laut sein»

Christine Huber bietet mit ihrem Verein «Aluna – Natur erleben» in Besenbüren Kindern und Erwachsenen die Möglichkeit vom ganzheitlichen Lernen und der Verwurzelung mit der Natur.

Melanie Burgener
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Christine Huber aus Besenbüren hat den Verein «Aluna – Natur erleben» gegründet. Sie bietet eine Waldspielgruppe, Erlebnisse für Primarschulkinder und Workshops für Erwachsene an.

Christine Huber aus Besenbüren hat den Verein «Aluna – Natur erleben» gegründet. Sie bietet eine Waldspielgruppe, Erlebnisse für Primarschulkinder und Workshops für Erwachsene an.

Melanie Burgener

«Weisst du, bei der Christine darf ich einfach sein.» Reaktionen wie diese freuen die gelernte Kindergärtnerin aus Besenbüren jeweils ganz besonders. Genau so sollen sich Kinder in ihrer Waldspielgruppe fühlen dürfen. «Hier soll ihr Selbstvertrauen gestärkt werden, weil sie verstehen, dass jeder Mensch gut ist, so wie er ist. In der Natur ist das auch so: Alle Pflanzen sehen anders aus, aber für einen ganzen Wald braucht es jede einzelne», sagt sie und lächelt.

Für Huber steht schon länger fest, dass sie künftig nicht mehr in Schulzimmern, sondern auf Wiesen und im Wald unterrichten möchte. Irgendeinmal das Wissen aus ihrer Ausbildung zur Natur- und Wildnispädagogin an andere Menschen weiterzugeben – am liebsten vom Kleinkind bis ins Erwachsenenalter –, ist ein langersehnter Wunsch von Christine Huber. Und diesen Wunsch konnte sie sich zu Beginn dieses Jahres erfüllen.

Zusammen mit ihrem Vater, ihren beiden Geschwistern und ihrem Mann hat Huber Anfang dieses Jahres den Verein «Aluna – Natur erleben» gegründet. Nebst einer Waldspielgruppe für Kinder ab zweieinhalb Jahren organisiert Huber zusammen mit Jasmin Gehrig seit Frühling Erlebnisnachmittage für die «Waldfüchse», also Kinder im Primarschulalter, und bietet Workshops für Erwachsene zu den unterschiedlichsten Naturthemen an.

Die Waldspielgruppe von Christine Huber und Jasmin Gehrig ist bereits seit Frühling gut besucht.

Die Waldspielgruppe von Christine Huber und Jasmin Gehrig ist bereits seit Frühling gut besucht.

zvg

Grosse Resonanz liess Spielgruppe vier Monate früher starten

Die Nachfrage nach einem solchen Angebot in Besenbüren ist gross. Das bestätigen die ersten gutbesuchten Kurse und die besetzten Plätze der Spielgruppe. Huber erzählt:

«Die Resonanz auf unser Angebot war riesengross und wunderschön.»

Die Nachfrage war sogar so gross, dass die beiden Frauen ihren ursprünglichen Zeitplan auf den Kopf stellen mussten. Denn eigentlich hätten Huber und Gehrig geplant, erst im kommenden August mit der Waldspielgruppe zu starten. Nun sind sie bereits seit Ende April mit den Kindern jeweils mittwochs in der Natur unterwegs. «Ja, es ging plötzlich alles ganz schnell. Anfang April haben wir einen Schnuppermorgen organisiert. Trotz Schnee sind viele Leute gekommen», erzählt Huber und lacht. Danach hätten sich viele Eltern gewünscht, dass ihre Kinder bereits nach den Frühlingsferien Teil von «Aluna» sein können. So haben die beiden Organisatorinnen kurzerhand umdisponiert und früher gestartet.

Der Lehrplan 21 kann auch in der Natur erfüllt werden

Im Gespräch mit Christine Huber wird schnell klar, mit wie viel Begeisterung sie ihre Projekte umsetzt. Im Fokus steht für sie immer die Verwurzelung und der achtsame Umgang mit der Natur und mit sich selbst. Und bei Kindern liegt ihr besonders das ganzheitliche Lernen am Herzen. Denn das, davon ist Huber überzeugt, fördert ihre Entwicklung in den verschiedensten Bereichen.

«Ich habe den Lehrplan 21 genau studiert. Man kann fast jeden Bereich auch draussen unterrichten. Egal, ob es sich um Mathe, Physik, Sprachentwicklung, Emotionales, die kognitiven Fähigkeiten oder den konstruktiven Umgang mit dem eigenen Körper handelt», erläutert sie. Das Schöne bei «Aluna» sei, das alles sehr spielerisch gelernt werden könne und die Leiterinnen auf die Gegebenheiten der Natur eingehen und ihr Programm auch spontan an die Bedürfnisse der Kinder anpassen. «Ich habe keinen Bildungsauftrag und muss nichts bewerten. Bei uns darf es auch mal wild und laut sein», erzählt Huber.

Kooperationen statt Konkurrenzkampf mit ähnlichen Vereinen

Für die Waldspielgruppe und die «Waldfüchse» sind Huber und Gehrig alleine verantwortlich. Doch hinter «Aluna» stehen noch viele weitere Menschen. Wie viele, das kann Huber gar nicht genau sagen. Sie erklärt:

«Wir sind ein riesengrosses Netzwerk und unser Ziel ist es, alle Ressourcen, die sich daraus ergeben, zu nutzen.»

So würden sie beispielsweise für die Erwachsenenkurse Expertinnen und Experten des jeweiligen Themengebietes beiziehen. In vergangenen Workshops waren Brennnesseln, das Basteln von Traumfängern, der Zyklus der Frau Thema und auch ein Feuerlauf wurde veranstaltet. Dieser sei so gut angekommen, dass er nun regelmässig im Angebot stehen werde. Auch in Zukunft wollen Huber und Gehrig vermehrt mit anderen, ähnlichen Vereinen aus der Region zusammenarbeiten. «Es ist so schön, dass wir alle die gleichen Ziele haben und uns nicht konkurrenzieren müssen», freut sich Huber.

Der Erwachsenenworkshop «Feuerlauf» soll in Zukunft häufiger stattfinden.

Der Erwachsenenworkshop «Feuerlauf» soll in Zukunft häufiger stattfinden.

Zvg

Ihr Angebot soll ausserdem künftig auch für Schulen, zum Beispiel im Rahmen einer Projektwoche, zur Verfügung stehen. «Wir haben auch bereits Anfragen, ob wir nicht eine Weiterbildung für Lehrpersonen anbieten wollen», freut sich Huber. Sie könne sich das für die Zukunft gut vorstellen. Doch nun freut sie sich auf den offiziellen Start der Waldspielgruppe im August. «Ab dann wird es für die etwas älteren Kinder auch noch ein gemeinsames Mittagessen geben», sagt Christine Huber und verrät: «Ein paar freie Plätze gibt es noch. Auch in unserer Herbstnaturwoche, die wie eine Art Herbstlager wird, einfach ohne Übernachtungen.»

Weitere Informationen zum Verein unter
www.aluna-naturerleben.ch

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