Umfrage
«Ärmel hoch, es gibt zu tun» – Das wollen die Rottenschwiler an ihrem Dorf ändern

Der Gemeinderat nimmt die von der Bevölkerung geäusserten Wünsche ernst. Am runden Tisch wurde über Änderungswünsche und Verbesserungsvorschläge diskutiert.

Melanie Burgener
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Die Besucher des runden Tischs waren überschaubar. Trotzdem gab es kritische Inputs von Bewohnern.

Die Besucher des runden Tischs waren überschaubar. Trotzdem gab es kritische Inputs von Bewohnern.

Melanie Burgener

Weniger Verkehr, einen Kreisel, ein Dorfzentrum, weniger Gülle und einen Arzt im Dorf – das sind nur einige der Wünsche, die den Rottenschwilerinnen und Rottenschwiler am Herzen liegen. Im Oktober hatte der Gemeinderat 350 Umfragebogen in die Haushalte geschickt.

Damit wollte er herausfinden, was die Bevölkerung für Anliegen und Wünsche in Bezug auf die Entwicklung der Gemeinde hat, aber auch, mit was sie zufrieden ist. Als einer der einzigen Gemeinden, die je eine solche Standortanalyse durchgeführt hat, freuen sich die Rottenschwiler Politiker über die 98 ausgefüllten Fragebögen und haben diese bereits ausgewertet. Das bedeutete zwar viel Arbeit, doch es hat sich gelohnt. «Die Ergebnisse haben wir in einem Heft zusammengefasst, das gratis auf der Gemeindeverwaltung abgeholt werden kann», sagte Gemeindeammann Giordana Erne.

Die Arbeit geht weiter

Und jetzt? Ab in die Schublade mit dem Heft? «Natürlich nicht. Jetzt würden wir gerne die Ergebnisse mit der Bevölkerung spiegeln», informierte Erne am vergangenen Dienstag am runden Tisch im Landgasthof Hecht. Die Besucher an diesem Abend waren zwar überschaubar, trotzdem blieb Erne optimistisch: «Ich hoffe, dass auch danach noch Rückmeldungen aus dem Dorf kommen.»

Ein Thema, das sowohl in der Umfrage als auch am Dienstag für viele Reaktionen sorgte, ist der Verkehr. «Die Aufzeichnungen der letzten Verkehrszählung im Jahr 2012 zeigen rund 5000 Autos auf, die täglich durch Rottenschwil fahren. Diese Zahl ist bis heute sicher nicht gesunken», bedauerte Vizeammann Daniel Moor. Das Verkehrsproblem erlebt auch Erne: «Als ich heute mit meinem Mann über den Fussgängerstreifen wollte, mussten wir uns fast durchzwingen und von einem Autofahrer wurden wir sogar beschimpft.»

Für einige Anwohner sind neben den vielen Autos aber auch die nicht eingezeichneten Rechtsvortritte oder das Tempo, das oftmals nicht eingehalten wird, ein Problem. Dazu wurden am Dienstag in einer angeregten Diskussion verschiedene Lösungsansätze besprochen. Dabei wurde klar, dass es nicht so einfach ist, wie es tönt. Die Hauptstrasse gehört nicht der Gemeinde, sondern dem Kanton. Doch auch wenn es schwierig ist, sind sich Erne wie auch Moor einig, dass sie nicht aufgeben. So überlegen sie sich zum Beispiel, eine Tafel aufzustellen, die das Tempo mit einem Smiley bewertet.

Nach und nach möchte sich der Gemeinderat jetzt um die Umsetzung der einzelnen Ziele kümmern. Einerseits seien diese langfristige und könnten vielleicht erst in 20 Jahren realisiert werden. Andererseits gäbe es aber auch Legislaturziele und solche, die man kurzfristig angehen könne. Giordana Erne nimmt die Umsetzung der Anliegen ernst: «Meine Herren, krempelt die Ärmel hoch: Es gibt zu tun.»

Repräsentative Ergebnisse

Weil die Bewohner bei den einzelnen Punkten nicht nur die jetzige Situation bewerten, sondern auch die persönliche Wichtigkeit angeben konnten, sieht der Gemeinderat besser, wo die Bedürfnisse liegen und welche wirklich angegangen werden müssen. Auch die Antworten auf die Frage nach dem Wunschmedium für Informationen, sorgten beim Gemeinderat für mehr Klarheit: Die Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich neben der Website auch einen Newsletter.

Die kritischen Fragen und anschliessenden Diskussionen am runden Tisch freuten Erne. Sie könne zusammenfassend sagen, dass die Ergebnisse wirklich ein Spiegel seien und nichts Schiefes herausgehoben wurde.

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