ARISTAU-BIRRI
Brunnen laufen im Dorf trotz Sparaufruf munter weiter – weshalb sich ein Anwohner daran stört

Wer durch die Zürcherstrasse im Aristauer Ortsteil Birri fährt, zählt gleich drei Brunnen. Ungeachtet der anhaltenden Trockenheit plätschern diese weiter, die Bevölkerung wurde aber zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser aufgefordert. Für einen Anwohner passt das nicht zusammen.

Laura Koller
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Das Wasser läuft vorerst noch: Weil die Gemeinde zum Sparen aufruft, wurde die Wasserausgabe des Dorfbrunnens aufs Minimum reduziert.

Das Wasser läuft vorerst noch: Weil die Gemeinde zum Sparen aufruft, wurde die Wasserausgabe des Dorfbrunnens aufs Minimum reduziert.

Nathalie Wolgensinger

Das ganze Freiamt schwitzt seit Wochen, der 1. August wurde aufgrund der Trockenheit ohne die üblichen Feuerwerke gefeiert. Und viele Gemeinden rufen mittlerweile gar zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser auf. Aber an der Zürcherstrasse, mitten in Birri bei Aristau, gibt es drei Brunnen auf einer Strecke von gut 300 Metern, die munter weiterlaufen. Das hat einen Anwohner gestört. Wird hier Wasser gepredigt, aber Wein getrunken?

Deshalb setzte sich der seit zehn Jahren in Aristau Wohnhafte mit der Gemeinde in Verbindung und fragte an, ob man die Brunnen abstellen könne. Erst habe die Gemeinde aus seiner Sicht auf die Anfrage nicht zufriedenstellend reagiert, berichtet der Anwohner. Deshalb wandte er sich auch an die AZ-Redaktion.

Drei Brunnen an einer Strasse sollen zu viel des Guten sein

Es ist ihm ein besonderes Anliegen, weil an der Strasse gleich drei Brunnen liegen. Einer davon wurde im Zuge der Strassensanierung, die im Sommer 2021 fertiggestellt wurde, gebaut. Das sei zu viel des Guten, da hätte es keinen zusätzlichen Wasserspender gebraucht, erklärt der Anwohner.

Die zwei bisherigen Brunnen sind aber im Privatbesitz und gehören zu einer langjährigen, privaten Quellengemeinschaft. Daher hat die Gemeinde auf diese keinen Einfluss und kann diese nicht abstellen, berichtet der Aristauer Brunnenmeister Kurt Käslin auf Nachfrage der AZ. Der dritte Brunnen ist im Besitz der Gemeinde und somit auch an die ordentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen.

Käslin schafft mit seinen Erklärungen Kontext zur Vielzahl der Brunnen an der Zürcherstrasse. Der Neue sollte den frisch gestalteten Dorfplatz im Ortsteil Birri vervollständigen. So habe man im Zuge der Strassensanierung auch eine schöne Fläche für die Einwohnerinnen und Einwohner gestalten wollen. Daher war der neue Brunnen von Anfang an eingeplant. Und er werde auch rege genutzt, wie der Brunnenmeister berichtet. Einige Anwohnenden holen dort Wasser, um ihre Blumen zu tränken. Zum Abschluss beruhigt Käslin: «Die Wassermenge beim Gemeindebrunnen habe ich retourgeschraubt auf das Minimum.»