Uezwil
Anwohner ärgern sich über geplante Mehrfamilienhäuser

Insgesamt vier Mehrfamilienhäuser mit total 24 Wohnungen sollen mitten im 460-Seelen-Dorf gebaut werden. Anwohnern passt das gar nicht. Sie befürchten, dass damit der ländliche Ortscharakter zerstört wird. Doch den Bauherren sind die Hände gebunden.

Andrea Weibel
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Der Baugespannwald bei der Bushaltestelle Waage in Uezwil.

Der Baugespannwald bei der Bushaltestelle Waage in Uezwil.

Andrea Weibel

Es ist ein ganzer Wald aus Baugespannen, der auf dem Wiesenstück und Teilen des Bushaltestellenplatzes neben dem früheren «Stiefeliryter» in Uezwil aus dem Boden wachsen. Sie zeigen, wie die dritte Bauetappe des Projekts «Überbauung Uezwil» der Immobilienfirma Koch AG, Büttikon, schon bald aussehen könnte. Vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 24 Wohnungen (31⁄2 bis 41⁄2 Zimmer) plus Tiefgarage sind geplant.

Es ist die dritte von vier Etappen: Nördlich der heutigen Baugespanne, direkt ennet der Strasse, wurden vor vier Jahren zwei Mehrfamilienhäuser mit je acht Wohnungen erstellt, zwei Jahre später folgten nochmals zwei Mehrfamilienhäuser mit je acht Wohnungen auf dem Grundstück des ehemaligen Ponyhofs. Mit den neuen 24 Wohnungen sowie den sieben Wohnungen, die als vierte Etappe das ehemalige Restaurant Stiefeliryter ersetzen sollen, will die Koch AG die «Überbauung Uezwil» abrunden.

Anwohner unzufrieden

Total 63 neue Wohnungen sollen das kleine Dorf, das derzeit rund 460 Einwohner zählt, also künftig bereichern. Einige Anwohner sind damit jedoch gar nicht glücklich. Einer hat sich bei der az darüber beschwert: «Ich bin direkter Anstösser zu dieser Parzelle. Das Haus haben wir vor drei Jahren gekauft. Damals hiess es, dass diese Parzelle sehr wahrscheinlich mit Einfamilienhäusern bebaut würde. Umso grösser war unser Erstaunen, als wir im Juli zu einer Projektpräsentation eingeladen wurden», schreibt er. Und: «Wir Anstösser finden, dass das Projekt total überrissen ist und absolut nicht ins kleine Dorf Uezwil passt. Der ländliche Charakter würde kaputtgemacht, stehen doch jetzt bereits vier neue Wohnblocks an diesem Standort. Im Endausbau würden zehn Wohnblocks der Firma Koch das Dorfzentrum dominieren.»

Kurt Schaufelberger, Projektverantwortlicher bei Swissprojekt Rudolfstetten, die für die Planung zuständig ist, entkräftet die Argumente: Eine Überbauung mit Reiheneinfamilienhäusern sei sogar angedacht gewesen, aber «Einfamilienhäuser dürfen hier aufgrund kantonaler Vorgaben nicht erstellt werden». Ausserdem ist in dieser Bauzone, der Dorfzone, seit dem Jahr 2000 der Gestaltungsplan Mitteldorf in Kraft. «Dieser gibt vor, worauf aufgrund des Ortsbildschutzes zu achten ist.» Beispielsweise dürfen keine Flachdächer gebaut werden, sondern nur Satteldächer mit mindestens 30 Grad Neigung. Ausserdem müssen die Fassaden sowohl Mauerwerk als auch Holz aufweisen, um ins ländliche Bild zu passen. «Uns war ein enger Kontakt mit dem Gemeinderat wichtig, um die Bedürfnisse Uezwils zu berücksichtigen.» Das Baugesuch liegt noch bis zum 24. Oktober bei der Gemeinde auf. Einwendungen gab es bisher keine.