Sins
An den WWF-Erlebnistagen erleben Schüler den Bauernhof mit allen Sinnen

Der WWF führte Erlebnistage für Schulklassen auf dem biologisch bewirtschafteten Brunnenhof der Familie Villiger bei Reussegg durch. 81 Kinder aus Baar, Dietikon, Obernau, Rohr nahmen mit Begeisterung an dem Anlass teil.

Sebastian Hagenbuch
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Kuh Ariana ist ein Tier zum Anfassen
14 Bilder
WWF-Erlebnistage im Freiamt
Josef Villiger demonstriert die Kratzbürste
Liegen wie sonst die Kühe
Melken will gelernt sein
So viel Futter frisst eine Kuh pro Tag
Diese Futterzusätze erhalten die Tiere
Mut zeigen die Kinder beim Sprung in den Heustock
Die Buben sind von Traktoren begeistert
Voller Einsatz beim Biodiversitäts-Brennbar
Welches Tier steht in Beziehung zu anderen Lebewesen
Im Hünerstall erfährt man wer die weissen Eier legt
Stolz werden die selbstgebastelten Traumfänger gezeigt
Gruppenfoto einer Klasse mit ihren Traumfängern

Kuh Ariana ist ein Tier zum Anfassen

Sebastian Hagenbuch

Buntes Treiben herrschte gestern auf dem Brunnenhof der Familie Villiger bei Reussegg: 81 Kinder lernten auf dem Betrieb Spannendes über Bio-
diversität und kamen hautnah mit Kühen, Traktoren oder dem Heustock in Kontakt. Die Idee dazu stammt vom WWF. Dieser war mit fünf Personen vor Ort präsent und unterstützte die Familie Villiger bei der Durchführung des Anlasses.

Die Natur auf spielerische Art näher bringen

Vier Primarschulklassen aus Baar, Dietikon, Obernau und Rohr nahmen am Erlebnistag teil. In Gruppen wurden ihnen an vier unterschiedlichen Posten auf spielerische Art und Weise die Zusammenhänge der Natur näher gebracht. Der WWF betreute drei Posten, während Bauer Josef Villiger mit Lehrling David Weber eine kleine Hofführung machten und den neugierigen Kindern das Melken von Hand beizubringen versuchten.

Lernbedarf ist vorhanden

Die Posten des WWF waren nicht weniger spannend für die Kinder: Bei einem Kleintierposten konnten die Schüler Kälber und Hühner streicheln und füttern und lernten allerlei über mögliche Massnahmen zur Steigerung der Biodiversität. «Magerwiesen, Hochstammobstbäume und Asthaufen sind für viele Tiere sehr wertvoll», erklärte Katrin Schaffner vom WWF. Sportlich ging es beim Biodiversitäts-Brennball zu und her: Nach jeder gelaufenen Runde musste ein Bild eines Lebewesens auf der Wiese platziert werden. Mit der Zeit konnten die Kinder immer mehr Verbindungen zwischen den Tieren und Pflanzen mit Stäbchen markieren. «So sehen sie auf gute Art und Weise, was alles passiert, wenn ein bestimmtes Teil aus dem Puzzle entfernt wird. Viele andere Lebewesen sind davon betroffen», weiss Schaffner. Damit vom Erzählten genug hängen bleibt, liessen sich die Organisatoren ebenfalls etwas einfallen: Die Schüler konnten selbst einen Traumfänger basteln, der nicht nur die bösen Träume fern-, sonder auch das gelernte festhalten sollte.

Von wo kommt die Milch?

Dass der Lernbedarf vorhanden ist, weiss Simone Gaier, Lehrerin aus Baar, genau: «Ich habe einige Schüler in meiner Klasse, die tatsächlich glauben, die Milch komme aus der Migros», so die Lehrerin. Als sie die Ausschreibung des WWF bemerkte, hat sie sich mit ihrer Klasse sofort für das Projekt beworben. «Es ist toll, dass wir hier sein dürfen. Für einige meiner Schüler ist es fast eine einmalige Gelegenheit, einen Bauernhof zu sehen und zu erleben», weiss sie.

«Wertschätzung ist riesig»

Für das Ehepaar Josef und Edith Villiger war klar, dass sie ihren Hof für die WWF-Erlebnistage zur Verfügung stellen. «Es ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, das Verständnis für die Natur bei den Kindern zu fördern», schwärmt Edith Villiger. Gemeinsam mit ihrer Tochter ist sie auch für das Essen besorgt. Kürbissuppe, Brot, Käse, Gemüsedips, Kartoffeln und Mais sowie ein fruchtiges Dessertbuffet stehen auf dem Speiseplan. Dem WWF ist es ein Anliegen, dass das Essen ein Erlebnis ist. «Zunächst wird das Huhn gestreichelt, dann das Ei gegessen. So ist Biodiversität mit allen Sinnen spürbar», ist Schaffner überzeugt.

Donnerstags und Freitags besuchen nochmals je vier Klassen den Brunnenhof anlässlich der WWF-Erlebnistage. Villigers freuen sich darauf: «Die Wertschätzung ist riesig, man sieht den Kindern die Freude so richtig an», schwärmen sie.

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