Bremgarten
Abendkonzert in der Kirche: Zu den Klängen von Vivaldi, Bach und Händel

Das Trio Due Bassi bringt Vivaldi, Bach und Händel in die Kapuzinerkirche in Bremgarten. Ein gelungenes Konzert mit ausgezeichneten Musikern. Allerdings wäre dem Ensemble eine gewisse Kühnheit zu wünschen.

Stephan Rinderknecht
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Regen Das unbeständige Wetter der letzten Wochen mit seinem unaufhörlichen Regen und den Wolkenbergen tut zwar den Pflanzen gut, doch vielen Menschen schlägt es aufs Gemüt. Dabei kann es auch anders. Wer sich getraut, während der kurzen Aufhellungen trotzdem das Haus zu verlassen, wird ab und zu von solchen Naturschauspielen überrascht wie hier in Sarmenstorf.

Regen Das unbeständige Wetter der letzten Wochen mit seinem unaufhörlichen Regen und den Wolkenbergen tut zwar den Pflanzen gut, doch vielen Menschen schlägt es aufs Gemüt. Dabei kann es auch anders. Wer sich getraut, während der kurzen Aufhellungen trotzdem das Haus zu verlassen, wird ab und zu von solchen Naturschauspielen überrascht wie hier in Sarmenstorf.

Foto: Andrea Weibel

Jonas Herzog, Orgel, Daniela Hunziker, Violoncello, und Lukas Roos, Bassklarinette, sind zweifellos allesamt ausgezeichnete Musiker. Jonas Herzog überzeugte mit seinem Solo in BWV 559 «Nun kommt der Heiden Heiland». Die Wahl der Register (z. B. Vox Humana) und die Verzierungstechnik: sehr geschickt eingesetzt.

Etwas ungeschickter geriet BWV 686 («Aus tiefer Not schreit ich zu dir»). Zu massiv im Bass, kaum durchhörbar. Und dies wiederholte sich leider auch in der Bearbeitung der Händel-Sonate op. 2 Nr. 8.

Die Bassklarinette hat den undankbarsten Part

Mit einem 16-Fuss-Register und einer Bassklarinette kann man da alles genüsslich überpinseln. Keine Spur mehr von jener barocken Kammermusik, welche eigentlich stilistisch und kompositorisch intendiert ist. Schade für die ansonsten gelungene Bearbeitung.

Daniela Hunziker, Violoncello, begeisterte durchweg. Stilsicher (vom vibratofreien Bach bis zum vibratointensiven Rheinberger), nuancenreich, mit einem natürlichen Gespür für Agogik und Phrasierung. Und dabei stets ausserordentlich klangschön, virtuos, überlegen. Beeindruckend, dieses Spiel.

Die Bassklarinette hatte wohl den undankbarsten Part in dieser Besetzung. Lukas Roos spielte makellos: und konnte einem trotzdem leidtun. «Wie mans macht, ists falsch!» Dieses Damoklesschwert schien von Anfang bis Ende über seinem Haupt zu schweben. Einmal wurde er überdeckt von der Orgel, danach überdeckte er das Cello. Wirklich ausgewogen war das Zusammenspiel selten. Am ehesten im langsamen Vivaldi-Satz.

Mehr Kühnheit gewünscht

Mit anderen Worten: Dies ist wohl kaum eine lorbeerträchtige Besetzung. Ausser man würde es wagen, anstatt Barock auch mal Lachenmann, Kurtag, Ligeti, Stockhausen, Boulez, Asperghis, Cage, Feldman etc. zu interpretieren. Dann gäbe das möglicherweise sehr wohl etwas her – abgesehen von einem altersmässig durchmischteren interessierten Publikum.

Daniela Hunziker, Violoncello, war stets ausserordentlich klangschön, virtuos, überlegen. Beeindruckend dieses Spiel.

Gelungene Bearbeitungen, bei vorhandener Balance zwischen den Ausführenden, kann/darf man immer gerne zur Aufführung bringen – siehe zum Beispiel Schubert/ Liszt. Insgesamt dürfte man dem Ensemble für das gelungene Konzert gratulieren und ihm zugleich eine gewisse Kühnheit wünschen.

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