Villmergen
25 Jahre Schnoranzia: Julie Belle und Yvette au Belle holen sich den Filmar

Die Versammlung der Ortsbürgerstiftung stand im Zeichen der Harmonie und des Wechsels.

Toni Widmer
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Esther Sorg und Petra Bichsel, die beiden Filmar-Preisträgerinnen, mit dem abtretenden Präsidenten Bruno Leuppi. Toni Widmer

Esther Sorg und Petra Bichsel, die beiden Filmar-Preisträgerinnen, mit dem abtretenden Präsidenten Bruno Leuppi. Toni Widmer

Bruno Leuppi hatte an der 9. Versammlung der Ortsbürgerstiftung Villmergen einen deutlich leichteren Job zu verrichten als im Jahr zuvor. Damals hatten in der «Kultursaal-Debatte» die Emotionen da und dort für rote Köpfe gesorgt. Die Wogen haben sich längst geglättet, der Anlass vom Freitagabend in der festlich geschmückten Mehrzweckhalle war von der gewohnten Harmonie geprägt.

Die Versammlung stand im Zeichen des Wechsels: Bruno Leuppi, Präsident seit der Gründung der Ortsbürgerstiftung 2006 Präsident, tritt ins zweite Glied zurück. Ebenfalls nicht mehr für die nächste Amtsperiode im Stiftungsrat zur Verfügung stellen sich Mares Koch-Felber, Hans-Peter Meyer-Koch und Gisela Koch. Sie alle sind ebenfalls seit 8 Jahren dabei.

Vizepräsident Hans-Peter Meyer-Muntwyler würdigte die Verdienste seiner Kolleginnen in einer launigen Laudation und wand dabei vor allem dem scheidenden Präsidenten ein Kränzchen: «Er war stets mit Herzblut und grossem Engagement dabei. Bruno Leuppi hat sehr viel Zeit in sein Amt investiert und die Latte hoch gesetzt.»

Zum Nachfolger wählte die Versammlung Roger Buchacek, neu im Stiftungsrat Einsitz nehmen Sara Häfliger, Corinne Weibel und Rafael Koch. Die verbleibenden Mitglieder Roger Buchacek, Ruth Hofmann, Alexandra Meyer und Hans-Peter Meyer-Muntwyler wurden mit Applaus im Amt bestätigt.

Mehr Geld für Villmerger Zeitung

Die anstehenden Sachgeschäfte wurden von den 180 an der Versammlung anwesenden Mitgliedern der Villmerger Ortsbürgerstiftung weitgehend diskussionslos genehmigt. So greift die Stiftung der im vergangenen Jahr gegründeten Villmerger Zeitung mit einer zusätzlichen Anschubfinanzierung von 50 000 Franken unter die Arme, nachdem sie für 2012 für dieses Projekt schon 150 000 Franken bewilligt hat.

Die damaligen 150 000 Franken werden bis 2018 in jährlichen Tranchen zu 25 000 Franken ausbezahlt. Der neuerliche Beitrag dient zur Unterstützung des Aufbaus, der aus finanzieller Sicht bisher nicht wie geplant verlaufen ist. Insbesondere ist der Inseratenverkauf um rund 15 Prozent unter dem erhofften Kostendeckungsgrad geblieben.

Ebenfalls zugestimmt hat die Versammlung 95 000 Franken für den Ausbau der Weihnachtsbeleuchtung. Seit 2010 brennen in der Adventszeit die LED-Sterne im Dorfzentrum von Villmergen, ab 2015 soll eine gleiche Beleuchtung auch in den Ortsteilen Ballygebiet und Hilfikon für vorweihnächtliche Stimmung sorgen.

Temporäre Überdachung

Ein nächstes Projekt hat die Ortsbürgerstiftung bereits in der Pipeline. Bruno Leuppi informierte über die Absicht, für den Dorfplatz eine temporäre Überdachung anzuschaffen, dieser künftig noch besser für verschiedene Veranstaltungen genützt werden kann. Nach ersten Schätzungen werden dafür mit Investitionen von rund 200 000 Franken gerechnet. Der Stiftungsrat darf jetzt die Detailplanung in Angriff nehmen, nachdem die Versammlung in einer Konsultativabstimmung dafür grünes Licht erteilt hat.

Geld für dieses und weitere Projekte ist vorhanden: Die Rechnung 2013 schliesst dank ansehnlichen Buchgewinnen aus Landverkäufen mit einem Ertragsüberschuss von knapp 950 000 Franken. Das Reinvermögen ist im Berichtsjahr von 7,8 auf 8,7 Mio. Franken angewachsen. Da kann sich die Ortsbürgerstiftung auch getrost einmal ein Defizit leisten. Im Budget 2015 wird mit einem Aufwandüberschuss von 128 000 Franken gerechnet.

Der Stiftungspreis Filmar wurde an der Versammlung zwei bekannten Villmergerinnen vergeben. Wie nicht anders zu erwarten war, hatten Esther Sorg und Petra Bichsel die Verleihung allerdings nicht im kleinen Schwarzen sittsam im Saal sitzend abgewartet, sondern sich in fastnächtliche Robe gestürzt.

Schnoranzia bleibt eben auch nach 25 Jahren Schnoranzia und so mischten die beiden Schnitzelbänklerinnen als Julie Belle und Yvette au Belle die Mehrzweckhalle für einmal zur ausserfasnächtlichen Zeit tüchtig auf. Für das ebenso tolle Abendprogramm nach dem gediegenen Nachtessen sorgte schliesslich der Feuerwehrverein.

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