1. August
«Ich bin mir nichts anderes gewohnt, als dass ich stimmen und wählen darf»: Daniela Kramer appelliert an Tägliger

In ihrer Rede an der Bundesfeier in Tägerig sprach Daniela Kramer über das Frauenstimmrecht und ruft die Bevölkerung dazu auf, wieder mehr miteinander zu reden.

Nathalie Wolgensinger
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Gemeinderätin Daniela Kramer rief in ihrer Rede an der Bundesfeier in Tägerig die Bevölkerung dazu auf, wieder vermehrt miteinander zu reden.

Gemeinderätin Daniela Kramer rief in ihrer Rede an der Bundesfeier in Tägerig die Bevölkerung dazu auf, wieder vermehrt miteinander zu reden.

Nathalie Wolgensinger

Frauenstimme Als Gemeinderätin Daniela Kramer erfuhr, dass sie die Rede zum Nationalfeiertag halten sollte, da war sie baff. Weshalb ausgerechnet sie? Man sei darauf aufmerksam gemacht worden, dass es der Gemeinde gut anstehen würde, wenn man zum 50. Jahrestag der Einführung des Frauenstimmrechtes einer Frau das Wort gäbe, begründete Gemeindeammann Beat Nietlispach den Entscheid.

Und so durfte Daniela Kramer, Covid bedingt ein Jahr später, vor den Tägligern referieren. «Ich bin mir nichts anderes gewohnt, als dass ich stimmen und wählen darf. Ich habe mir nie gross Gedanken um die Einführung des Frauenstimmrechtes gemacht», erzählte sie.

Nicht schlecht gestaunt habe sie, als sie bei ihrer Recherche las, dass Finnland bereits 1906 das Frauenstimmrecht einführte. Dass die Schweiz viel später nachzog, sei kein Ruhmesblatt. Für die Gesellschaft sei es eine Verpflichtung, sich für die Allgemeinheit zu engagieren. Und sie forderte die Tägliger auf: «Reden wir wieder mehr miteinander und nicht übereinander.» Um sich in einer Gemeinschaft wohl zu fühlen und sich engagieren zu wollen, brauche es wohlwollende Rückmeldungen und nicht Kritik. «Wir können die Anderen nicht ändern, aber wir können uns einbringen und damit etwas verändern», appellierte Daniela Kramer an die Gemeinschaft.

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