Ärztemangel

Familie Degen sucht verzweifelt einen Hausarzt und findet keinen

Ärztemangel im Aargau und in Solothurn

Ärztemangel im Aargau und in Solothurn

In den Kantonen Aargau und Solothurn gibt es immer weniger Hausärzte. In ländlichen Gebieten haben Patienten bereits Schwierigkeiten einen Arzt zu finden, der sie betreut. Das zeigt ein besonders krasser Fall aus Oensingen.

Vor knapp einem Jahr ist die Familie Degen mit ihren vier Kindern nach Oensingen gezogen. Einen Hausarzt hat die Familie im Dorf bis heute nicht gefunden. «Alle haben gesagt, sie würden keine neuen Patienten nehmen», sagt Anna-Maria Degen gegenüber Tele M1. Sie seien überlastet, so deren Begründung.

Tatsächlich: im Bezirk Gäu kommt auf 1000 Einwohner heute weniger als ein Hausarzt. Um die Grundversorgung zu gewährleisten, wäre gemäss der Hausärztevereinigung aber ein solcher pro 1000 Einwohner nötig.

Neben dem Gäu sind im Kanton Solothurn auch die Bezirke Dorneck (0,61) und Buchegg (0,65) deutlich unterversorgt.

Im Zuribiet gibt es am wenigsten Hausärzte

Noch krasser präsentiert sich die Situation im Aargau und in den Bezirken Zurzach (0,47) und Kulm (0,56) sowie im Freiamt (0,56)

Anna-Maria Degen versorgt ihre Familie medizinisch inzwischen selbst. Sie sucht aber weiter einen Hausarzt.

Die Situation dürfte sich auch nicht so rasch entschärfen. Der Hausarzt-Beruf ist heute bei jungen Ärzten in der Beliebtheitsskala ganz unten. Die Verdienstmöglichkeiten sind im Vergleich zu anderen Disziplinen gering, die Arbeitszeiten unregelmässig und lang. Selbst wenn die Situation von Hausärzten verbessert würde, wird es zehn Jahre dauern, bis sich an der aktuellen Situation was ändert. (rsn)

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