Aufschlag
Der Preisüberwacher billigt höhere Strompreise

Der Preisüberwacher hat den Aufschlag der Axpo um 1,2 Rappen oder 20 Prozent und jenen der AEW Energie AG als korrekt eingestuft. Der Verband Aargauischer Stromversorger (VAS) akzeptiert den Entscheid knurrend.

Hans Lüthi
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Der Preisüberwacher billigt höhere Strompreise (Symbolbild)

Der Preisüberwacher billigt höhere Strompreise (Symbolbild)

Keystone

Die Erhöhung des Axpo-Preises per 2011 um 1,2 Rappen pro Kilowattstunde (kWh) ist vom Verband Aargauischer Stromversorger (VAS) als überrissen empfunden und scharf kritisiert worden. Bei allen Instanzen hat der Verband Beschwerde geführt, die Elcom erklärte sich als nicht zuständig. Die Wettbewerbskommission sah zuerst Handlungsbedarf, gab das Dossier jedoch an den Preisüberwacher zurück.

«Dieser hat sich intensiv mit dem Aufschlag befasst, viel Zeit investiert und bei den Beteiligten hartnäckig recherchiert», sagt VAS-Geschäftsführer Ruedi Zurbruegg. Im umfangreichen Bericht halte der Preisüberwacher fest, er «habe nichts gefunden, das darauf hindeute, die Preise könnten nicht korrekt sein», so Zurbruegg zum Entscheid.

Keine plausible Begründung

Bei einem Einblick in die Bücher der AEW Energie AG hätte der Verband auf die Einsprachen verzichten können, betont der VAS-Geschäftsführer. Glücklich sind die kommunalen Stromversorger nicht, «die Erhöhung ist beachtlich und schwer verdaulich», steht im neuen Jahresbericht. Weiter: «Noch immer ist eine plausible Begründung durch die Axpo AG, das Kantonswerk oder die angerufenen Instanzen offen.»

Mit diesem Zwischenresultat seien weder die Verbände noch deren Mitglieder zufrieden. «Strom und Strompreise sind im Augenblick vielfältig elektrisierend und werden es auch noch lange bleiben», schreibt der VAS. Der Verband werde dieses Jahr den Druck auf die AEW Energie AG betreffend Strompreise und Stromprodukte aufrechterhalten. Es sei deutlich zu erkennen, dass sich das Kantonswerk «nicht länger den Marktmechanismen eines partnerschaftlichen Verkäufer- und Käuferverhaltens entziehen kann».

Preisgestaltung durch Politik

Axpo und AEW seien dem Spielball der Politik ausgesetzt, kritisieren die Stromversorger. Die Regierungsräte der Kantone wollten einen hohen Gewinn, um mit den Strommillionen die Staatskasse alimentieren zu können. Konkret zahlte die AEW Energie AG im letzten Geschäftsjahr 19,5 Millionen Franken Dividende an ihren Besitzer. Der Kanton und das AEW-Management «wollen keine Aussagen zur langfristigen Ausrichtung machen», stellt VAS-Präsident Richard Wullschleger fest.

Die Frage stelle sich, ob Versorgungssicherheit und preiswerte Energie Priorität hätten oder ein möglichst hoher Gewinn. Wullschlegers Meinung ist klar: Die Bedürfnisse und das Wohl der Aargauer Bevölkerung müssten im Vordergrund stehen.

Die AEW Energie AG hat den Axpo-Aufschlag ihren 80000 Direktkunden und den Wiederverkäufern in den Gemeinden weiter verrechnet. Für die Privatbezüger stieg der Preis dadurch um 0,4 bis zu 2 Rappen je Kilowattstunde.

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