Remigen
Zwei, die zusammen über 1000 Jahre alt sind

Die Musikgesellschaft Remigen wurde 125 Jahre und die Gemeinde Remigen 950 Jahre alt: Das wurde ausgiebig gefeiert - mit einem Festakt, an dem als Stargast der Appenzeller Hackbrettspieler Nicolas Senn teilnahm.

Samuel Frey
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Remigen-Jubiläum
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Karl Läuchli, Gemeindeammann von Rüfenach, gratuliert der Gemeinde Remigen
Nicolas Senn spielt auch Solo,die Musikgesellschaft Remigen hört zu
Hans-Urs Zwicky, Präsident der Musikgesellschaft Remigen,spricht zur Festgemeinde
Die Musikgesellschaft Remigen geniesst den Applaus
Der Vizeammann Hanspeter Süss hält seine Rede, wäñhrend sich Cordula Soland, Gemeindeammann, auf die ihrige vorbereitetet

Remigen-Jubiläum

Samuel Frey

«Es ist ein familiäres Fest, bodenständig und gemütlich. Das gefällt mir», sagt Nicolas Senn, Hackbrettspieler und Moderator. Er ist der Star-Gast an der Feier zum 950-Jahr-Jubiläum der Gemeinde Remigen und dem 125. Geburtstag der Musikgesellschaft Remigen. Diese beiden Jubiläen konnte die Bevölkerung von Remigen in der Turnhalle an einem Dorfabend feiern.

Nach dem gemütlichen Abendessen, das von der Gemeinde offeriert wurde, eröffnete Vizeammann Hanspeter Süss den Festakt. Da er leider noch nicht 950 Jahre alt sei, so Süss, beschränke er sich bei seinem Rückblick nur auf die vergangenen 50 Jahre. Aber auch die haben es in sich: 1962 etwa feierte der Turnverein sein 50-jähriges Bestehen mit einem Dorffest und einem Umzug. Dieser war leider nicht staubfrei, da die Strasse noch nicht geteert war. 1968, im Jahr der Studentenunruhen, gab es auch Spannungen in Remigen: Soll die Kirchenuhr einen oder zwei Zeiger haben. Man entschied sich, bei dem einen zu bleiben.

1975 erlebte das Dorf die grösste Katastrophe der letzten 50 Jahre: eine Überschwemmung. In den 80er Jahren gab es einen Bauboom. Die Dorfzeitung gab sich 1983 wilden Spekulationen hin: Das kleine Dorf soll schon in drei Jahren 1000 Einwohner haben. Es dauerte dann doch sieben Jahre bis der 1000. Einwohner ganz unspektakulär geboren wurde.

Blick in die Zukunft

Den Überblick über das neue Jahrtausend übernahm Cordula Soland, Gemeindeammann: «Auch wenn Remigen jetzt fertig gebaut ist – Feuerwehrmagazin, Strassen Gemeinde- und Schulhaus stehen – müssen wir in die Zukunft blicken.» Zusammen sollen die Remiger offen bleiben für Veränderungen und auch mit den Nachbargemeinden nach Lösungen für die Zukunft suchen, damit die Gemeinde auch weiterhin gesund bleibt, so Soland. Karl Läuchli, Gemeindeammann von Rüfenach, übergab der Gemeinde Remigen einen Gutschein im Namen aller Nachbargemeinden, mit dem Remigen einen Baum pflanzen kann. «Denn wer einen Baum pflanzt, schaut in die Zukunft», sagt Läuchli.

«Er ist unkompliziert – wie wir»

Hans-Urs Zwicky, Präsident der Musikgesellschaft Remigen, leitete nach dem Marsch «Gruss aus Remigen», gespielt von der Musikgesellschaft Remigen, den zweiten Festakt ein. «Den jungen Männern 1889 war es kaum bewusst, dass sie die Musikgesellschaft am 825. Geburtstag der Gemeinde gründeten», sagt Zwicky. Dieser Zufall sei wunderbar, denn so könne man immer gemeinsam feiern. Neben den vielen schönen Erlebnissen der letzten Jahre machte Zwicky die Zuhörer darauf aufmerksam, dass immer weniger junge Menschen in die «Musig» gehen. Er lud kurzerhand alle im Saal ein, der Musikgesellschaft Remigen beizutreten oder zumindest jene, die ein Instrument spielen oder lernen wollen.

Die Musikgesellschaft erhielt Gratulationen von der Gemeinde, vom gemischten Chor Remigen und vom aargauischen Musikverband. Im Anschluss betrat Nicolas Senn die Bühne und wurde von Hanspeter Süss mit den Worten vorgestellt: «Er ist genauso unkompliziert wie wir». Dies bewahrheitete sich, denn der Musiker aus dem Appenzellerland unterhielt den Saal mit Witzen und Anekdoten zwischen seinen Stücken. Ein besonderer musikalischer Leckerbissen waren die beiden Stücke, die Nicolas Senn zusammen mit der Musikgesellschaft spielte.

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