Windisch
Verlust von knapp einer halben Million Franken erwartet: Am Steuerfuss wird nicht geschraubt

In Windisch stehen happige Investitionen an. Der Gemeinderat will eine erhöhte Verschuldung zulassen und Zurückhaltung üben beim Ausbau der Dienstleistungen.

Michael Hunziker
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Insgesamt rund 2,45 Mio. Franken muss die Gemeinde investieren in die Erneuerung der Spinnereibrücke. Die Gemeinde Gebenstorf wird knapp 2,37 Mio. Franken beisteuern.

Insgesamt rund 2,45 Mio. Franken muss die Gemeinde investieren in die Erneuerung der Spinnereibrücke. Die Gemeinde Gebenstorf wird knapp 2,37 Mio. Franken beisteuern.

mhu (28. März 2021)

Windisch erwartet im kommenden Jahr einen Verlust von knapp einer halben Million Franken: Dieser sei verkraftbar, sagten Gemeindepräsidentin Heidi Ammon und Michael Schleuniger, Leiter der Abteilung Finanzen, bei der Präsentation des Budgets 2022 vor den Medien. Am Steuerfuss jedenfalls soll nicht geschraubt werden.

Bei den Steuereinnahmen sei wenig zu spüren von der Coronapandemie, hielten sie übereinstimmend fest. Diese bewegen sich auf dem Niveau der Vorjahre, die grosse Einbusse, wie im 2021 befürchtet, sei nicht eingetreten. Etwas zurückgeworfen werde die Gemeinde durch die Gesetzesrevisionen des Kantons: das Steuergesetz, das zu einem Minderertrag von voraussichtlich rund 500'000 Franken führen wird, sowie das Lohndekret bei den Lehrpersonen, das einen Mehraufwand von rund 230'000 Franken zur Folge haben dürfte.

Bei Schulverwaltung kommt es zu Stellenplanerhöhung

Gerechnet wird 2022 mit einem deutlich höheren betrieblichen Aufwand als im 2021. Steigen wird der Personalaufwand: Zu Stellenplanerhöhungen kommt es einerseits bei der Schulverwaltung im Rahmen der neuen Führungsstruktur sowie andererseits beim Schulsozialdienst, der aufgestockt wird.

Ein Mehraufwand erwartet wird weiter beim Sach- und Betriebsaufwand, konkret: beim baulichen Unterhalt der Schulliegenschaften, weil dringende Arbeiten anstehen, etwa ein Ersatz einer Brandmeldeanlage oder der Ersatz einer Lüftungssteuerung. Zusätzlich schlägt das Jugendfest mit 120'000 Franken zu Buche. Und um bei der Schule zu bleiben: Durch das Informatikkonzept sowie die Tagesstrukturen fallen höhere Abschreibungen an. Überdies geht die Gemeinde von einer Zunahme bei der materiellen Hilfe aus von 300'000 Franken.

Badi und Brücke sind die grössten Brocken

Nachdem in Windisch im 2020 erstmals ein Nettovermögen zu verzeichnen war, wird im 2022 voraussichtlich wieder eine Nettoschuld – wenn auch tiefe – ausgewiesen werden müssen, stellte Schleuniger in Aussicht. Denn es stehen hohe Investitionen von 3,6 Millionen Franken an. Die happigsten Brocken sind die Sanierung des Freibads Heumatten mit insgesamt knapp 1,82 Mio. Franken sowie der Neubau der Spinnereibrücke mit insgesamt rund 2,45 Mio. Franken. Die ersten Jahrestranchen belaufen sich auf 800'000 Franken respektive 700'000 Franken.

Weitere Kredite von gegen 2 Mio. Franken sind bereits durch den Einwohnerrat bewilligt: Projektierung Neubau Schulhaus Dohlenzelg, Informatikkonzept Schule, Strassensanierungen, Projekt Werkhof-Betriebsstandort Dägerli oder Projekt Stadtraum Bahnhof Brugg/Windisch. Im Bezirksschulhaus muss überdies ein Natur- und Technikzimmer eingerichtet werden, beim Friedhofsgebäude ist der Ersatz der Heizung geplant.

Wichtig sei, neben dem Dohlenzelg-Neubau auch den anderen Vorhaben ein Augenmerk zu schenken, hob Gemeindepräsidentin Heidi Ammon hervor. Bei einer Verschiebung würden die bestehenden Probleme nicht gelöst.

Gemeindepräsidentin Heidi Ammon und Michael Schleuniger, Leiter der Abteilung Finanzen, präsentieren das Budget 2022.

Gemeindepräsidentin Heidi Ammon und Michael Schleuniger, Leiter der Abteilung Finanzen, präsentieren das Budget 2022.

mhu (20. September 2021)

Die Finanzstrategie könne mit dem Budget 2022 gut eingehalten werden, fasste Schleuniger zusammen. Gerechnet wird mit einer weiterhin positiven Entwicklung bei den Steuern. Die Idee sei es, für den Neubau Schulanlage Dohlenzelg eine erhöhte Verschuldung zuzulassen und Zurückhaltung zu üben beim Ausbau der Dienstleistungen. Der Spielraum sei begrenzt, gab Heidi Ammon zu bedenken. Ihr grosses Lob galt der Verwaltung. Diese sei top, habe sich beim Budget 2022 an die vom Gemeinderat gesetzte Rahmenbedingungen gehalten.

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