Windisch
Mehr als 160 verkaufte Exemplare in zwei Wochen: Mit ihrem Kinderbuch trifft die 20-Jährige eine Marktlücke

«Ist das Wasserschloss wirklich ein Schloss?» von Seraina Bütikofer soll junge Leserinnen und Leser die Auenlandschaft mit Biber Ben entdecken lassen. Die Autorin aus Windisch erklärt, warum ihr Werk so erfolgreich ist und wo sie das Büchlein bald sehen möchte.

Carla Honold
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Die primäre Zielgruppe des Buchs sind Schülerinnen und Schüler der 1. bis 3. Primarschulklasse.

Die primäre Zielgruppe des Buchs sind Schülerinnen und Schüler der 1. bis 3. Primarschulklasse.

zvg

«Der Rest der zweiten Auflage war recht schnell weg», sagt Seraina Bütikofer bescheiden. Während die erste Auflage noch hauptsächlich an Freunde und Familie ging, wandte eine Freundin von Bütikofer sich via Social Media für den Verkauf der 60 neu gedruckten Exemplare ihres Kinderbuchs «Ist das Wasserschloss wirklich ein Schloss?» an ein breiteres Publikum.

Seraina Bütikofer hat das Kinderbuch als Maturarbeit realisiert.

Seraina Bütikofer hat das Kinderbuch als Maturarbeit realisiert.

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Innert dreier Tage nach dem Facebook-Post und dem darauffolgenden Artikel in dieser Zeitung seien die 52 übrigen Büchlein vergriffen gewesen. Bei der dritten Auflage des Werks, das Bütikofer 2020 im Rahmen ihrer Maturaarbeit an der Kantonsschule Wettingen kreierte, sieht es nicht anders aus. Die 20-Jährige freut sich:

«Die 100 Bücher sind zwar noch nicht gedruckt, aber bereits reserviert.»

In zwei Wochen habe sie insgesamt 167 Bücher verkaufen können. Deshalb hat sie, bevor die erste Bestellung überhaupt ankommt, weitere 100 geheftete Büchlein in Auftrag gegeben. Die Windischerin berichtet: «Davon sind auch schon einige reserviert.» Sie rechnet damit, dass die vierte Auflage ebenfalls bald weg sein wird. Sobald die Exemplare bei Bütikofer zu Hause eintreffen, wird sie mit dem Verpacken und Versenden der Bücher wohl eine Weile beschäftigt sein.

Bütikofers Buch beantwortet eine viel gestellte Frage

«Mit diesem Ansturm hätte ich nie gerechnet», gesteht Seraina Bütikofer. Ihr E-Mail-Postfach sei übergequollen mit Bestellungen. Auch via Facebook, wo die Freundin der Windischerin den Beitrag zum Kinderbuch postete, seien zahlreiche Anfragen eingegangen. Die Kundinnen und Kunden scheinen mit dem Produkt zufrieden zu sein. Bütikofer meint: «Die Rückmeldungen sind alle sehr positiv.» Das freue sie unglaublich.

Die Leserschaft entdeckt das Wasserschloss gemeinsam mit Biber Ben.

Die Leserschaft entdeckt das Wasserschloss gemeinsam mit Biber Ben.

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Den Erfolg von «Ist das Wasserschloss wirklich ein Schloss?», das die Leserschaft die Auenlandschaft gemeinsam mit Biber Ben spielerisch kennen lernen lässt, führt Bütikofer, die aktuell ein Zwischenjahr absolviert, auf die Thematik zurück. Sie weiss:

«Es ist ein spannender Themenbereich, in dem sich viele nicht auskennen.»

Von Käuferinnen und Käufern habe sie häufig gehört, dass sie sich selbst oder ihre Kinder nie gefragt hätten, warum das Wasserschloss denn als Schloss bezeichnet werde.

Was sich die Windischerin zukünftig erhofft

Ein weiterer Faktor für die grosse Beliebtheit ihres gehefteten Buchs ist, vermutet Seraina Bütikofer, die Regionalität der Geschichte. «Das spricht die Leute an.» Zudem ist das Werk einzigartig und trifft eine Marktlücke. Die Windischerin bestätigt:

«Es gibt kein anderes Kinderbuch über das Wasserschloss.»

Die Kundschaft, die bereits eines der begehrten Exemplare erhielt, habe auch an den Illustrationen Bütikofers Gefallen gefunden. «Das Gesamtpaket scheint attraktiv zu sein», sagt sie zurückhaltend.

Die Region um das Wasserschloss ist eine Auenlandschaft.

Die Region um das Wasserschloss ist eine Auenlandschaft.

Janine Müller (23. August 2017)

Bestellungen nimmt Bütikofer weiterhin unter serise@gmx.ch entgegen. Inklusive Porto kostet das Kinderbuch, das sich hauptsächlich an Unterstufenschülerinnen und -schüler wendet, 17 Franken. Noch immer hofft sie, ihr Werk bald auf den Regalen einer Buchhandlung zu sehen. «Eine Mitarbeiterin des Buchzentrums hat sich bei mir gemeldet und mir einige Tipps gegeben, wie ich das Buch weiterhin verkaufen kann», erklärt die Windischerin. Die Buchzentrum AG mit Sitz in Hägendorf SO ist laut ihrer Website der führende Dienstleister für den Schweizer Buchhandel.

Zurzeit überlegt sich die 20-Jährige, in welche Buchhandlungen sie es schaffen möchte. Sie denkt an Orell Füssli in Brugg und Librium in Baden als Beispiele. «Dort werde ich mich vorstellen und nach Möglichkeit einige Exemplare lassen», so Bütikofer über die Pläne für die Zukunft ihres Kinderbuchs.

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