Brugg
Wie wunderbar – die Artbar ist zurück

Eine Malerwerkstatt in Brugg wird zum siebten Mal zum Begegnungsort von Musik und Kunst.

Louis Probst
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Noch ist die Shedhalle an der Aarauerstrasse eine Werkstatt – eine «Malerbude» wie Claudia Piani sagt. Zum grössten Teil wenigstens. Im hinteren Teil der Halle, wo Claudio Cassano an seinen Lichtobjekten und Skulpturen arbeitet, ist das bereits nicht mehr so ganz klar. Ist das jetzt eine Metallwerkstatt oder ein Atelier? Aber auch die «Malerbude» befindet sich offensichtlich in einem Übergang. Wo gibts denn eine Malerwerkstatt mit Bühne?

Der spezielle Groove der Artbar

Nach einer kreativen Pause geht das Artbar-Team mit Claudia Piani, Regula Zimmerli, Robbie Caruso und Claudio Cassano mit neuem Elan in die 7. Saison. Vom 3. bis 17. Dezember wird die «Malerbude» zur Artbar, zum Begegnungsort für Kultur, Musik und Kunst.

Und schon hat das Artbar-Team eine neue Erfahrung gemacht. «Bereits sind drei Abendveranstaltungen ausverkauft», sagt Robbie Caruso und meint nachdenklich: «Wir kommen in Grössen, die wir eigentlich gar nicht möchten.» Claudia Piani aber versichert: «Die Artbar ist zwar stets grösser geworden. Sie soll aber ihren ursprünglichen Groove behalten.» Dafür sorgt aber auch eine natürliche Grenze: Die Werkstatt verkraftet gut 200 Personen. Dann ist Schluss.

Dieser spezielle Groove und die Mischung von Livemusik und Kunst dürften letztlich der Grund dafür sein, dass die Artbar längst Kultstatus erlangt hat. Zudem finden stets bekannte Musiker und Künstler – diesmal Stiller Has und Michel Gammenthaler, um nur zwei Namen zu nennen – den Weg in die Artbar (diese beiden Abende sind bereits ausverkauft, wobei aber die Ausstellung jeden Tag offen ist). Das Geheimnis dafür liegt in den Beziehungen von Robbie Caruso und Claudia Piani in die Musikszene. «Bei der Kunst läuft das genau gleich ab wie bei der Musik», stellt Claudio Cassano fest. «Man kennt sich von Ausstellungen. Es kommt ja auch immer auf den Menschen an. Daher ist es gut, wenn man schon gemeinsam ausgestellt hat. Es ist aber auch ein schöner Prozess, die Künstler kennen zu lernen.»

Sadhyo Niederberger, die zusammen mit dem Künstlerpaar Ingeborg und Dietrich Gastel und den Hauskünstlern Claudia Piani und Claudio Cassano den Bereich der bildenden Kunst bestreiten wird, sagt: «Ich finde es spannend, meine Arbeiten einmal in einem anderen Kontext zu zeigen. Zudem bürgt der Rahmen der Artbar für Qualität.»

Die Vorarbeit beginnt im Januar

Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussehen mag – und das Artbar-Team sichtlich Spass hat – steckt hinter der Artbar eine grosse organisatorische Arbeit. «Das beginnt jeweils praktisch schon im Januar», erklärt Claudia Piani, und Regula Zimmerli gibt zu bedenken: «Das Ganze würde ohne unsere Sponsoren und die vielen Helferinnen und Helfer nicht funktionieren.» Und so nimmt die Verwandlung der Malerwerkstatt an der Aarauerstrasse in die Artbar wieder ihren Lauf. Claudia Piani meint aber lachend: «Das Malergeschäft ist schon noch offen.»

Artbar, Brugg, Aarauerstrasse 96b. Vom 3. bis 17. Dezember. Programm und Ticketreservationen unter: www.artbar-brugg.ch

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