Brugg
Wie Philip Maloney: Werkdienst wühlt im Müll um Abfallsünder zu entlarven

Die ständige Sammelstelle bei der «Alten Post» ist ein Erfolg und wird auch nächstes Jahr weitergeführt. Aber noch immer landen einzelne Abfallsäcke auf der Strasse. Diese werden seit einiger Zeit nach Hinweisen auf die Urheber durchsucht.

Claudia Meier (Text und Foto)
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In diesen Containern bei der «Alten Post» können die Altstadt-Bewohner und Geschäftsinhaber ihren Abfall auch dann entsorgen, wenn kein Sammeltag ist.

In diesen Containern bei der «Alten Post» können die Altstadt-Bewohner und Geschäftsinhaber ihren Abfall auch dann entsorgen, wenn kein Sammeltag ist.

Seit Anfang Jahr steht an der Hauptstrasse neben der «Alten Post» eine ständige Sammelstelle für Kehricht und Grüngut (die az berichtete).

Im Gegenzug wird die Sammeltour von Tür zu Tür in der Altstadt nur noch einmal – statt wie früher zweimal – pro Woche durchgeführt. Der Stadtrat erhofft sich mit dieser Massnahme ein sauberes Stadtbild. Der Probebetrieb wurde auf ein Jahr angesetzt.

Drei Container für Graugut und einen Container für Grüngut stehen für die Altstadt-Bewohner und Geschäftsinhaber an sieben Tagen pro Woche rund um Uhr zur Verfügung.

Die Idee dahinter ist simpel und der Weg zur zentralen Sammelstelle relativ kurz: Statt den vollen, stinkenden Abfallsack bis zum Sammeltag am Freitag zu Hause aufzubewahren oder zu Unzeiten an den Strassenrand zu stellen, kann er bequem auf dem Weg zum Einkaufen oder zum Bahnhof bei der Sammelstelle entsorgt werden.

Gemischte Bilanz

Die Bilanz nach den ersten neun Monaten Probebetrieb fällt durchzogen aus. «Auch wenn keine Sammeltour stattfindet, stehen pro Tag noch immer 10 bis 20 Abfallsäcke auf der Strasse», sagt Roger Brogli, Werkdienstleiter der Stadt Brugg. «Die Umerziehung der Bevölkerung braucht eben viel Zeit.» Zu Beginn des Probebetriebs im Januar wiesen rote Zettel auf den grauen Säcken auf das neue Abfallregime hin.

Säcke aufgeschlitzt

Vor etwa drei Wochen nun hätten die Mitarbeiter des Werkdienstes angefangen, die nicht korrekt entsorgten Säcke aufzuschlitzen und nach Adressen zu suchen, so Brogli weiter.

Bisher sei man aber erst in zwei Fällen fündig geworden und habe die Abfallsünder direkt informiert. «Das ist natürlich nicht die Idee. Wir sprechen zwar keine Bussen aus, hoffen aber nach wie vor auf die Kooperation der Abfallentsorger», sagt Brogli.

Am Wochenende füllen sich die drei Container bei der «Alten Post» besonders schnell. Damit sie möglichst nicht überquellen, lege das Kehrichtfahrzeug auch mal einen ausserordentlichen Stopp ein, um die Container zu leeren, stellt der Werkdienstleiter klar. Übrigens: Die Grüngut-Entsorgung ist in der ganzen Stadt kostenlos.

Unterflursammelstelle ist Thema

Es gibt aber nicht nur Abfallsünder, die den Sack zu Unzeiten an den Strassenrand stellen, sondern auch solche, die keinen offiziellen Abfallsack der Stadt Brugg verwenden. «Die Disziplin bei der Bevölkerung ist im grossen Ganzen sehr erfreulich», stellt Stadtrat Christoph Brun fest.

«Wir haben in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe bereits entschieden, dass wir die zentrale Sammelstelle auch im kommenden Jahr weiterführen werden», sagt Brun.

Auch der Einbau einer Unterflursammelstelle ist ein Thema. Deren Realisierung sei allerdings abhängig vom Umnutzungsprojekt «Alte Post» und von der Verfügbarkeit der finanziellen Mittel, fasst Brun zusammen.

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