Brugg
Warum Laura Murto in Brugg in Ferdinand Hodlers blaue Welt eingetaucht ist

Künstlerin Laura Murto aus Finnland stellt ihre Bilder in der Galerie Falkengasse aus. Als Kunststipendiatin 2014 der Schweizerischen Vereinigung der Freunde Finnlands durfte sie vier Wochen in der Schweiz arbeiten und Hodlers Werk studieren.

Claudia Meier
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Blaue Kleider und blonde Haare erinnern unweigerlich an Finnland: Künstlerin Laura Murto liess sich aber von den Hodler-Frauen für diese Werke inspirieren.

Blaue Kleider und blonde Haare erinnern unweigerlich an Finnland: Künstlerin Laura Murto liess sich aber von den Hodler-Frauen für diese Werke inspirieren.

Claudia Meier

«Ich habe Hodler-Fieber», sagt Laura Murto auf Englisch im Ausstellungsraum der Galerie Falkengasse in der Brugger Altstadt. Die zierliche Frau aus Espoo – einem Vorort der finnischen Hauptstadt Helsinki – kam vor knapp zwei Jahren erstmals in Kontakt mit dem Werk des Schweizer Malers Ferdinand Hodler (1853–1918). «Während 20 Jahren war Rot meine alles dominierende Farbe», sagt die Künstlerin und Kunstlehrerin. Ein Blick in ihre Werkliste auf der Website bestätigt diese Aussage. Mit Blau kann die 45-Jährige erst etwas anfangen, seit sie Hodlers Arbeiten genauer studiert hat. Nun sieht ihre Welt komplett anders aus. «Blau ist eine intensive Farbe und ist sehr schön in Kombination mit Grün», sagt sie.

Intensiv war auch die Zeit, die Laura Murto dieses Jahr alleine in der Schweiz verbringen durfte. Als Kunststipendiatin 2014 der Schweizerischen Vereinigung der Freunde Finnlands arbeitete sie im Frühling und im Herbst je zwei Wochen hier. Murto machte Tagesreisen und besuchte Ortschaften, wo Ferdinand Hodler lebte und malte. Sie liess sich von seinen grandiosen Landschaften und Frauenfiguren inspirieren. «Als ich am Genfersee in Chexbres an der Stelle stand, von der Hodler die Landschaft malte, war ich tief berührt und musste weinen», erzählt die dreifache Mutter. «Ich habe das Gefühl, meine Seele steckt in Hodlers Bilder.»

In Brugg in die Aare gesprungen

Zurück in Finnland, verbrachte sie im Sommerhaus viel Zeit mit malen. Sie zauberte blaue, poetische und geheimnisvolle Frauenbilder auf die Leinwand, die an die bekannten Hodler-Frauen erinnern. «An die Musik» zeigt eine Frau im langen Kleid mit einer blauen Geige. Auch Laura Murto spielt Geige und singt. Ist es ein Selbstporträt? «Nein», sagt sie. «Selbstporträts zu malen, ist zwar eine Idee, mit der ich mich auseinandersetze, aber noch ist es nicht so weit.» Es gehe ihr vielmehr darum, die Hodler-Frauen und die Finninnen in eine Beziehung zu bringen. Zu erahnen, wie sie tanzen und sich bewegen.

Die gebürtige Finnländerin Sirkka Varonen betreibt die Galerie Falkengasse in der Brugger Altstadt. Hier hat Murto im September während zweier Wochen gemalt. Beim Schwimmen in der Aare hat sie sich abgekühlt. Entstanden sind in dieser Zeit Landschaftsbilder, die sich an die Symmetrie von Hodlers Werken anlehnen.

Kommt für die Finissage zurück

Es sind Hügellandschaften, die viel Raum für Interpretation lassen, und in denen Lebenswege und Gesichtsprofile erkennbar werden. «Wenn wir hinausgehen und uns in der Natur aufhalten, treffen wir doch oft interessante Menschen», erklärt die Künstlerin ein dreiteiliges Bild, indem ihr eigenes Gesichtsprofil als Bergzug zu entdecken ist.

Noch bis zum 13. Dezember präsentiert Laura Murto im Rahmen des Satellitenprogramms «Finnland Cool» ihre Ausstellung Blau in Brugg. Für die Finissage wird sie nochmals persönlich anwesend sein. Im Februar kann sie ihre blauen Bilder erstmals in Finnland zeigen.

Ausstellung Blau Galerie Falkengasse, Brugg, bis zum 13. Dezember. Während der Woche unregelmässig offen, samstags 16–19 Uhr und sonntags 14–18 Uhr.

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