Schinznach-Bad
Thermalbad-Besucher müssen tiefer in die Tasche greifen

Hohe Investitionen sowie immer mehr Auflagen und Abgaben: Aus diesen Gründen erhöht das Thermalbad in Schinznach-Bad auf Anfang August die Eintrittspreise.

Lukas Scherrer
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Für rund 4 Millionen Franken wurde das Thermalbad Schinznach diesen Sommer saniert: Blick auf den Aussenbereich des Aquarena. (Archiv)

Für rund 4 Millionen Franken wurde das Thermalbad Schinznach diesen Sommer saniert: Blick auf den Aussenbereich des Aquarena. (Archiv)

Chris Iseli

Statt Ruhe und Entspannung dominierte während der vergangenen Sommermonate der Baulärm im Thermalbad Schinznach. Im Rahmen einer grossen Sanierungsaktion erhielten Böden, Wände und Decken neue Beläge, die Aussenfassade einen neuen Anstrich sowie sanitäre und elektrische Installationen ihr längst überfälliges Update auf den modernsten Stand.

Rund 4 Millionen Franken liess sich die Bad Schinznach AG die Modernisierung ihres Erlebnisbads kosten und feierte Ende August fröhliche Neueröffnung mit einem schillernden Familienwochenende. Nachdem das Badeangebot in Schinznach-Bad lange eingeschränkt war, erfreuen sich heute wieder täglich viele Besucher am frisch renovierten Bad, entspannen in den Whirlpools oder planschen vergnügt im Flussbad.

Anpassungen in beiden Bereichen

Was die Freude mancher Wasserratte dieser Tage aber trüben dürfte, sind die neuen Einzeleintrittspreise für Erwachsene. Diese hat die Bad Schinznach AG nämlich per 1. Dezember 2015 nach oben korrigiert. So bezahlen Besucher, die mehr als 16 Jahre alt sind, neu 24 Franken für 2 Stunden im Erlebnisbad Aquarena – 2 Franken mehr als vor der Sanierung. Auch die Eintrittspreise für den Saunabereich (26 Franken für 2 Stunden) oder das Kombi-Ticket für den Besuch von Bad und Sauna (32 Franken für 2 Stunden) haben sich um je 2 Franken erhöht.

Unsere Galerie zeigt das Thermalbad während der Sanierung:

Marcus Rudolf, Direktor Bäder und Technik, nimmt einen Augenschein auf der Baustelle
10 Bilder
Udo Drewanowski ist der zuständige Architekt
Im Innenbad befindet sich derzeit kein Wasser
Die Arbeiten in den Duschen sind in vollem Gang
Der Garderoben-Bereich wird komplett erneuert
Im Aussenbereich kommen neue Natursteine zum Einsatz
Das Aquarena gleicht derzeit einer einzigen, grossen Baustelle
Blick in den erneuerten Garderoben-Bereich
Bis zur Neueröffnung wird mit Hochdruck gearbeitet im Aquarena
Das Aquarena in Schinznach-Bad ist modernisiert worden

Marcus Rudolf, Direktor Bäder und Technik, nimmt einen Augenschein auf der Baustelle

Chris Iseli

Tiefer in die Tasche greifen müssen auch die Solariumsbesucher. Sie zahlen neu 12 statt 9 Franken für 10 Minuten unter der künstlichen Sonne. Neben den Eintrittspreisen für Kinder zwischen 4 und 16 Jahren ist bei den Aquarena-Angeboten nur ein Einzelpreis konstant geblieben: der für 11⁄2 Stunden im Erlebnisbad (19 Franken) – der Bestseller überhaupt im Thermalbad Schinznach.

Auch im Thermi Spa, dem exklusiveren Bereich für ruhesuchende Gäste ab 16 Jahren, hat die Bad Schinznach AG Anpassungen in der Preisgestaltung vorgenommen. Zwar bleibt dort der Eintrittspreis von 35 Franken für 3 Stunden bestehen. Dafür schlägt der 2-stündige Besuch (31 Franken) dieses Bereichs mit 2 Franken mehr als vor dem Umbau zu Buche. Die Nachzahlgebühren wurden für beide Bereiche vereinheitlicht. Diese betragen neu 5 Franken je angebrochene halbe Stunde.

Mehr Auflagen und Abgaben

«Wir haben lange über die Preiserhöhungen diskutiert», erklärt Marcus Rudolf, Direktor Bäder und Technik im Thermalbad Schinznach. «Doch die gesetzlichen Auflagen und die immer höheren Abgaben haben diesen Schritt nötig gemacht.»

Damit meint Rudolf die Anforderungen betreffend Sicherheit und Wasseraufbereitung sowie die steigenden Heiz- und Elektrizitätskosten. Es gehe bei den Preiserhöhungen also nicht um eine Bereicherung, sondern darum, die Aufwände auf mehrere Schultern zu verteilen.

«Unsere Besucher tragen einen Teil der Kosten mit und bekommen dafür etwas zurück» – im Fall des Thermalbads Schinznach ein rundum saniertes Erlebnisbad mit sicherheits- und hygienetechnisch moderner Infrastruktur. Kostendruck und die damit verbundene Entwicklung zu höheren Preisen seien auch bei der Konkurrenz zu beobachten, ist Rudolf überzeugt.

Auch für künftige Investitionen ins Thermalbad Schinznach seien die Preisanpassungen wichtig, so Rudolf. Erst 4 Jahre ist es her, als das Aquarena um den grossen Wellnessbereich Thermi Spa mit verschiedenen Saunen, einem Hamam und vielseitigen Wellnessangeboten erweitert wurde. Die Um- und Ausbauarbeiten dauerten damals anderthalb Jahre und generierten Kosten von rund 25 Millionen Franken.

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