Stadt Brugg
Im Effingerhof wird es neue Wohnformen geben, auch Pro Infirmis wird einziehen

Die Inhaberin, die Cadima Real Estate AG aus Villnachern, will in der Brugger Altstadt den geschichtsträchtigen Gebäudekomplex für 9,1 Mio. Franken sanieren. Insgesamt 43 Wohnungen sind vorgesehen.

Claudia Meier
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So wird sich der neue Effingerhof in Brugg nach dem Umbau vom Kirchplatz her präsentieren.

So wird sich der neue Effingerhof in Brugg nach dem Umbau vom Kirchplatz her präsentieren.

Visualisierung: zvg/Netwerch

Zwischen Schulareal und Altstadt soll in Brugg nach der Umnutzung und Sanierung des Effingerhofs auch ein attraktiver Treffpunkt für die Bevölkerung entstehen. Vergangene Woche gab der Stadtrat seinen Grundsatzentscheid bekannt, dass er im Sommer 2022 mit der Stadtbibliothek vorübergehend hier einziehen möchte, bis die Überbauung «Alte Post» mit der zentralisierten Verwaltung realisiert ist.

Das entsprechende Bau­gesuch für den gesamten Effingerhof (ohne Umgebung) liegt noch bis zum 1. März bei der Abteilung Planung und Bau öffentlich auf. Die Stadtbibliothek im Erdgeschoss ist als Gewerbe­fläche eingetragen, weil der definitive Entscheid der Politik (Einwohnerrat und Stimmvolk) erst im Laufe des Sommers/Herbsts zu erwarten ist.

Alterswohngemeinschaften sind eine mögliche Wohnform

Ebenfalls im Erdgeschoss sind Unterrichtsräume, kleine Büros in einem Co-Working-Space, ein gemeinsamer Veranstaltungsraum sowie eine Café-Lounge, eine Empfangstheke und öffentliche Toiletten vorgesehen. Verteilt über alle vier Obergeschosse sind 43 Wohnungen in den Plänen eingezeichnet. Über die Hälfte davon sind 1½- und 2½-Zimmer-Wohnungen. Die beiden grössten Wohnungen haben 5½ Zimmer.

Die Architekten von Netwerch haben ein Teilmodell vom neuen Effingerhof in Brugg gebaut.

Die Architekten von Netwerch haben ein Teilmodell vom neuen Effingerhof in Brugg gebaut.

Bild: Claudia Meier

Daniel Christen vom zuständigen Windischer Architekturbüro Netwerch sagt: «Nebst herkömmlichen Wohnungstypen werden im Effingerhof Alterswohnungen sowie spezialisierte und neuartige Wohnformen angeboten, wie zum Beispiel Alterswohngemeinschaften und Clusterwohnungen.» Wert werde auf die Gemeinschaft und die gemeinsame Nutzung gelegt. «So wird es im ganzen Haus gemeinschaftlich genutzte Räume geben, wie zum Beispiel Näh-, Musik- und Arbeitszimmer und zwei Terrassen mit einer Grossküche zur gemeinsamen Nutzung durch die Bewohner.»

Pro Infirmis bündelt sein Angebot neu in Brugg

Ab Sommer 2022 wird auch Pro Infirmis Aargau-Solothurn Mieterin im Effingerhof sein. John Steggerda, zuständiger kantonaler Geschäftsleiter, sagt:

«Das Konzept Effingerhof überzeugt uns, weil es mit einer vielfältigen Nutzung den Gedanken einer inklusiven Gesellschaft trägt.»

Pro Infirmis werde im Effingerhof Inklusionsberatung, Sozialberatung, begleitetes Wohnen, Assistenzberatung und administrative Unterstützung für Menschen mit Behinderung anbieten. Geplant sei, in Brugg die Beratungsstellen aus Baden und Rheinfelden zusammenzuführen. Beratungsangebote an den bisherigen Standorten werde es trotzdem noch geben. Dadurch kann Pro Infirmis laut Steggerda die Kosten reduzieren.

Im Untergeschoss entstehen Kellerabteile, Tanzraum und Waschsalon, Ateliers, Werkstatt sowie Veloparkplätze. Von Letzteren wird es total 115 geben. Die Baukosten belaufen sich laut der Dokumentation auf insgesamt 9,135 Millionen Franken. Liegt die Bewilligung vor, beginnt gemäss Architekt Christen die erste Bauetappe, zu der das Erdgeschoss gehört, im Spätsommer. Geheizt werde künftig mit Erdwärme und Gas.

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