Riniken
Hier sollen der Werkhof und der Dorfladen künftig untergebracht werden

Die Gemeindeversammlung entscheidet im Juni über einen Projektierungskredit für den Kauf und Umbau des Erdgeschosses im Gebäude des Schweizerischen Verbands für Landtechnik. Mit diesem Vorhaben soll auch die Zukunft des Volg-Ladens gesichert werden. Wie das Projekt «finanzneutral» abgewickelt werden könnte, erklärten die Verantwortlichen an einem Infoanlass.

Louis Probst
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Das SVLT-Gebäude an der Ausserdorfstrasse 31 in Riniken: Rechts käme der Laden hin..

Das SVLT-Gebäude an der Ausserdorfstrasse 31 in Riniken: Rechts käme der Laden hin..

Bild: Louis Probst

Angefangen hat in Riniken alles mit dem Märkihaus – und mit dem Märkihaus wird sozusagen auch alles enden. Doch der Reihe nach: Am 11. Juni wird die Gemeindeversammlung unter anderem über einen Projektierungskredit von 50'000 Franken zum Kauf und Umbau des Erdgeschosses im Gebäude des Schweizerischen Verbands für Landtechnik (SVLT) zu befinden haben.

Der Kredit steht am Beginn eines Vorhabens, bei dem am Schluss der Volg-Dorfladen im SVLT-Gebäude angesiedelt ist; der Werkhof des Bauamts in der Halle des SVLT-Gebäudes über geeignete Räume verfügt; die Gemeinde Mietzinseinnahmen für das Ladenlokal generiert und ihr nach Desinvestitionen – so den Verkauf des Märkihauses – ein hübscher Betrag bleibt.

Ein Werkhof-Neubau wäre für Riniken zu teuer

Am Dienstagabend ist das Vorhaben der Bevölkerung vorgestellt worden. «Anfang der Achtzigerjahre hatte die Gemeinde das Märkihaus erworben», erklärte Gemeindeammann Ueli Müller zur Vorgeschichte. «Nach dem Tod der langjährigen Mieterin stellte sich die Frage: Wie weiter? Im Jahr 2019 hat der Gemeinderat die Arbeitsgruppe Märkihaus eingesetzt, die sich mit dieser Frage befasst hat.»

Gemeindeammann Ueli Müller.

Gemeindeammann Ueli Müller.

Bild: Louis Probst

Meinrad Vetter (Arbeitsgruppe Märkihaus) zeigte den Weg auf, der zur Idee geführt hat, sich im SVLT-Gebäude einzukaufen. «Man war sich schnell einig, dass ein Neubau für den Werkhof zu teuer würde», sagte er. Abklärungen ergaben, dass der SVLT bereit wäre, das Erdgeschoss seiner Liegenschaft zu verkaufen. Beim Volg stiess eine Anfrage auf Interesse. «Nach Diskussion verschiedener Varianten ist man zum Schluss gekommen, dass die Gemeinde das gesamte Erdgeschoss samt Halle im Stockwerkeigentum erwerben, den vorderen Teil des Gebäudes an den Volg vermieten und die Halle als Werkhof nutzen sollte», so Vetter. «Die Gemeinde würde die Kosten für bauliche Anpassungen – ausgenommen für den Innenausbau des Ladens – übernehmen.»

Ein Problem sind die Parkplätze

Werner Huber (Arbeitsgruppe Märkihaus) ging auf die Geschichte des Märkihauses ein, in dem das Bauamt heute für Garage, Werkstatt, Lager und Büro über eine Fläche von 255 Quadratmetern verfügt. «In der Halle des SVLT-Gebäudes würde eine vergleichbare Fläche zur Verfügung stehen», erklärte er und fügte an:

«Durch die Erweiterung des Teil-Zwischengeschosses könnte zusätzlich Raum geschaffen werden. Zudem besteht die Möglichkeit, im vorderen Teil des Gebäudes, ein Büro einzurichten.»

Ein Problem sind die Parkplätze. «Gemäss VSS-Norm wären 27 Parkplätze gefordert», so Werner Huber. «Abklärungen haben aber ergeben, dass Volg, SVLT und Bauamt insgesamt einen Bedarf an 15 Parkplätzen haben. Das ist knapp machbar.»

Rechtlich, organisatorisch und baulich stehe einem Werkhof in der SVLT-Halle nichts im Wege, so Huber. «Die Bausubstanz ist weiterhin verwendbar. Der Werkhof ist zonenkonform und sicher für 20 Jahre nutzbar. Allenfalls wäre er später für einen Handwerksbetrieb geeignet.»

Erwartet werden Kosten von 1,2 Millionen Franken

«Ziel ist eine finanzneutrale Transaktion», erklärte André Rohner (Präsident der Finanzkommission und Mitglied der Arbeitsgruppe) zur Finanzierung des Vorhabens. Unter dem Strich werden Kosten von rund 1,2 Millionen Franken erwartet. Sie verteilen sich auf den Kauf des Erdgeschosses (750'000 Franken), den Kauf von Parkplätzen (50'000 Franken), auf bauliche Massnahmen für den Volg (140'000 Franken) sowie für den Werkhof (260'000 Franken).

Das Märkihaus mit Bauamtsmagazin in der Scheune.

Das Märkihaus mit Bauamtsmagazin in der Scheune.

Bild: Louis Probst

Aus dem Verkauf des Märkihauses – nach Ansicht des Gemeinderats muss es nicht unbedingt bei der Gemeinde bleiben – werden 900'000 Franken erwartet, aus dem Verkauf von Bauland an der Rosenstrasse weitere 700'000 Franken. Insgesamt würden so 1,6 Millionen Franken zur Verfügung stehen. Dieses Finanzierungsmodell würde allerdings, wie André Rohner sagte, in einer ersten Phase eine Zwischenfinanzierung erfordern. Arbeitsgruppe und Gemeinderat betrachten das Projekt als «zukunftsorientierte Chance für die Gemeinde».

Der Dorfladen – der zwar gemäss Auskunft der Volg-Verantwortlichen kurzfristig nicht gefährdet, aber langfristig auch nicht gesichert ist – könnte langfristig erhalten bleiben und das Bauamt bekäme einen zeitgemässen Werkhof. Durch die Verlegung des Ladens würde zudem die Verkehrssituation verbessert.

In Quartierstrassen wird Mehrverkehr befürchtet

Am Informationsanlass fand das Vorhaben gute Aufnahme. Voten betrafen die Parkierung. Geäussert wurde aber auch die Befürchtung von Mehrverkehr in Quartierstrassen. Auf die Frage, weshalb das Bauamt nicht in der Scheune der Liegenschaft Ausserdorfstrasse 33 untergebracht werden könnte, sagte Gemeindeammann Müller:

«Das ist auch betrachtet worden. 260'000 Franken würden dafür aber nicht ausreichen.»

Das nächste Wort hat Volk an der Gmeindeversammlung. Stimmt es zu, könnte am 26. November ein Baukredit vor die Wintergmeind kommen. Möglich wäre der Einzug des Bauamts Ende 2022.

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