Brugger Dschihadist
Pilzsammler finden seine Waffe: neuer Prozess gegen Çendrim R. in der Türkei

Im März 2014 soll der Brugger Terrorist Çendrim R. bei einem Anschlag in Anatolien drei Menschen erschossen haben. Der Prozess wurde mehrmals verschoben und für diese Woche neu angesetzt. Pilzsammler sollen eine Waffe gefunden haben, die dem Aargauer zugeordnet wurde.

Mario Fuchs
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Der Schweizer Dschihadist Çendrim R. wurde in der Türkei nach einem Anschlag verhaftet.

Der Schweizer Dschihadist Çendrim R. wurde in der Türkei nach einem Anschlag verhaftet.

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Seit Monaten sitzt Çendrim R. aus Brugg in einem Hochsicherheitsgefängnis. Als er am 20. März 2014 mit zwei Kameraden in einem Taxi auf dem Weg von der syrisch-türkischen Grenze nach Istanbul war, endete die Fahrt an einer Polizeikontrolle.

An einer Strassensperre stoppte das Taxi, Çendrim R. holte eine Waffe aus dem Kofferraum. Zwei Polizisten und ein eigentlich unbeteiligter Lastwagenfahrer werden erschossen. Die Kameraden belasten Çendrim schwer: Er soll es gewesen sein, der geschosen hatte.

Der Fall ist heikel: Der Anschlag gilt als erster überhaupt von Dschihadisten des «Islamischen Staats» auf türkischem Boden. Nun nimmt das höchste Gericht einen neuen Anlauf: Wie «20 Minuten» berichtet, soll am Mittwoch ein nächster Versuch gestartet werden.

Ein Tag davor wird bekannt: Pilzsammler sollen in der Region, in der der Anschlag verübt wurde, eine Waffe und ein Kommunikationsgerät gefunden haben. Das schreibt die türkische Tageszeitung «Hürriyet Daily News». Die Finder zogen sofort die Polizei bei, welche die Gegenstände den Attentätern zugeordnet haben soll.

Zuletzt war die Verhandlung mehrere Male verschoben worden. Zuerst fehlten Unterlagen, später traten die drei Verteidiger der Angeklagten zurück. Einer wurde wie folgt zitiert: «Sogar Tiere werden verteidigt. Doch diese drei sind nicht einmal Tiere. Sie sind nicht menschlich.»

In einer Anhörung via Telefonkonferenz schwiegen die Beschuldigten lediglich. Plötzlich beendete ein Stromausfall die Befragung, was von einigen Anwesenden als «verdächtig» aufgefasst wurde.