Lupfig
Diese Jugendlichen wollen öffentliche Sitzgelegenheiten bauen – dafür fehlt ihnen aber etwas Essenzielles

Für ihr neues Projekt sucht die Jugendarbeit einen Raum nahe dem Kirchenzentrum Paulus. Jürgen Walzer, Leiter Fachbereich Jugend beim Pastoralraum Region Brugg-Windisch, erklärt die Aktion und wie er deren Zukunft sieht.

Maja Reznicek
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Sind motiviert für das Projekt: Valeria Zurlo (von links), Matthias Morgana, Viviana Zurlo und Valentin Snoj.

Sind motiviert für das Projekt: Valeria Zurlo (von links), Matthias Morgana, Viviana Zurlo und Valentin Snoj.

Bild: zvg/Jürgen Walzer

Seine eigene Idee sei es nicht gewesen. Mehr sei sie gewachsen aus den Erkenntnissen der Mitarbeitenden, der Kirchenpflege und den Bedürfnissen der Jugendlichen. Jürgen Walzer, Leiter Fachbereich Jugend, erklärt:

«Wir pflegen hier im Pastoralraum ein offenes Ohr als Instrument der Jugendarbeit.»

Deshalb soll es bald einen Raum zum Werken mit Holz und anderen Materialien für die junge, etwa achtköpfige Gruppe geben. Ziel der Aktion sei, Menschen eine robuste Sitzmöglichkeit draussen anbieten zu können. Noch fehlt dafür aber Entscheidendes: das Arbeitsumfeld.

Darum ist Jürgen Walzer auf der Suche nach einem Raum mit folgenden Merkmalen: etwa 100 Quadratmeter gross – gerne auch mehr –, belüft- und beheizbar, mit Trinkwasser- sowie Stromanschluss, wenn möglich ein WC. Und natürlich sollte der Arbeitsplatz in der Nähe des Kirchenzentrums Paulus in Lupfig liegen. «Idealerweise können wir ihn selbst gestalten, das ist allerdings keine Voraussetzung», fügt der Jugendarbeiter an.

In der Gemeinde Lupfig soll das Projekt einen Platz finden.

In der Gemeinde Lupfig soll das Projekt einen Platz finden.

Bild: Sandra Ardizzone (10. Juni 2020)

Wie hoch die Mietkosten des Raums sein dürfen, ist momentan nicht klar: «Darüber wollen wir uns im Mai unterhalten.»

Ab Mai sollen an dem Projekt acht Personen teilnehmen

Aktuell ist das Projekt ohne definiertes Enddatum geplant. Jürgen Walzer führt aus:

«Jedoch ist ein Ziel, im Sommer ein erstes Outdoor-Modell gefertigt zu haben. Das nimmt uns eher Druck weg, schliesslich arbeite ich mit motivierten Freiwilligen in ihrer Freizeit, die begrenzt ist.»

Im Idealfall sei das Team ab Mai 2021 zu acht. Der Fachbereichsleiter ergänzt: «Die Tendenz ist zunehmend in der Gruppengrösse, da wir offene kirchliche Jugendarbeit betreiben.»

Das Material bekommen die Projektverantwortlichen von der M-Z Entsorgungs-Management AG in Brunegg. «Fachlichen Rat konnten wir beim Neuhof einholen, bezüglich robuster und nachhaltiger Hölzer», sagt Walzer. Er selbst habe zudem bereits Erfahrung mit Holzarbeiten für und mit Jugendlichen. Die Werkzeuge sind aus Beiträgen der Kirchgemeinde finanziert.

Verschiedene Modelle der Sitzgelegenheiten sind geplant

Die ersten fertigen Sitzgelegenheiten werden ihren Platz vor dem Paulushaus finden. «Von der Idee, mit Jugendlichen den ganzen Kirchplatz gastfreundlich als Lounge zu gestalten, haben wir aus Gründen des Brandschutzes die Finger gelassen», sagt Walzer. Falls die Jugendarbeit für andere Standorte angefragt würde, «besprechen wir dies gemeinsam, ob wir noch mehr produzieren.» Ebenfalls sollen andere Modelle der Sitzgelegenheiten folgen, auch bezüglich Farben und Formen.

Das Kirchenzentrum Paulus im November 2017.

Das Kirchenzentrum Paulus im November 2017.

Bild: zvg (Archiv)

Bis jetzt hat sich noch niemand auf den Aufruf von Jürgen Walzer im Mitteilungsblatt der Gemeinde Lupfig gemeldet. Ein Trauerspiel sei das für ihn aber nicht:

«Ich bin hier eher optimistisch. Vielleicht ist es auch die jeweilige Gemeinde oder Schulgemeinde, die etwas Passendes anbietet. Das wäre für mich eher logisch.»

Walzer ist überzeugt: «Die motivierte Jugend braucht nutzbaren Raum und Platz von der Gemeinschaft und für die Gemeinschaft.»

Sie haben Raum für das Projekt der Jugendarbeit? Kontakt: Jürgen Walzer, juergen.walzer@kathbrugg.ch oder 077 501 28 83.

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