Brugg
Jaguar, Grizzly-Bär, Drache: Schrott erzählt Geschichten

Einmal mehr bot der Schrottplatz-Event von Monika und Dominik Bingisser in Brugg eine spannende Verbindung von Kunst, Kultur und – Schrott.

Louis Probst
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Schrott
14 Bilder
Kunst und Schrott.
Dominik Bingisser bei der Begrüssung zur Vernissage.
Furchterregend - Neuschis Drache
Alpaufzug der Schrottbodenälpler.
Ein Jaguar ziert den Eingang.
Poetisch - Dominik Bingissers Gschichterad.
Schrott-Thron.
Röhrenblick auf die Grossstadt.
Schrott und Kunst.
Schrott und Tier mit Neuschis Stier.
Voll im Trend - die Spezial-Töffli.
Schrottbodenalp-Sennerinnen.
Zum Dank ein Käse von den Schrottbodenälplern für Dominik Bingisser.

Schrott

Aargauer Zeitung

Schrottplätze üben eine gewisse Faszination aus. Das mag daran liegen, dass sich angesichts des Schrotts der Gedanke an die Vergänglichkeit aufdrängt. Aber auch – etwas tröstlicher – der Gedanke an die Wiederauferstehung, ans Recycling sozusagen. Vergänglichkeit und Wiederauferstehung – Letzteres in der Form von Kunstwerken – jedenfalls stiessen auf dem Schrottplatz von Bingisser Altmetalle im Wildischachen in Brugg aufeinander. Möglich machte es der Schrottevent – eine phantastische Verbindung von Kunst, Kultur und Schrott – den Dominik Bingisser und seine Frau Monika und ihr Helferteam einmal mehr auf die Beine gestellt hatten.

«Wir machen das jetzt zum fünften Mal», sagte Dominik Bingisser an der Vernissage am Freitag. «Jedes Mal haben wir etwas mehr aufgebaut. Wir spüren aber die Freude der Besucherinnen und Besucher. Deshalb machen wir das. Wir haben ja selber riesigen Plausch.» Und angesichts des Ganzen stellt er, beinahe nachdenklich, fest: «Wahnsinn.»

Schrottjaguar und Grizzly-Bär

Was da aufgebaut wurde – um mit seinen Worten zu sprechen – war tatsächlich gewaltig. Das reichte vom Eingangsportal mit dem Schrottjaguar und dem knapp aus einer Tonne 6-Millimeter-Rundeisen bestehenden Grizzly-Bär von Rolf Neuenschwander als «Begrüssungsperson», über die hoch über dem Ganzen thronende «Fahrbar» bis zum «Ausstellungsgebäude» aus alten Überseecontainern. Im Mittelpunkt standen aber natürlich die übers Areal verteilten Werke der «Eisenkünstler». Mit von der Partie waren wiederum Daniel Schwarz (Effingen), Remy Schärer (Villnachern) und Claudio Cassano (Brugg). Neu auf dem Schrottplatz dabei war Rolf «Neuschi» Neuenschwander (Oetwil an der Limmat). Auch Dominik Bingisser präsentierte seine Werke. So etwa das «Gschechterad», das aus unzähligen Einzelteilen – vom Bierflaschenverschluss über den Gewindeschneider bis zum Jalousieladen-Rückhalter in Männchenform – zusammengeschweisst ist. Dingen, die jedes für sich eine Geschichte erzählen könnten.

«Ohne Dominik und Monika Bingisser gäbe es diesen Anlass nicht», betonte an der Vernissage Jürg Baur. In einer launigen Laudatio stellte er die Künstler, ihren Werdegang und die Gedanken vor, die hinter ihren Werken stehen. Für einen besonderen Moment sorgte der Auftritt der Klamauktruppe «Chropfchrötte». Sie hatte sich – passend zu ihrem Theater an der Badenfahrt – in trachtentragende, tanzende und jodelnde Älplerinnen und Älpler von der «Schrottbodenalp» verwandelt, um Dominik Bingisser ein von ihm gestaltetes (Eisen)Chueli zurückzubringen und sich bei ihm mit einem Schrottbodenalp-Käslein zu bedanken.