Abwasserleitungen
In Riniken gilt: Entweder Grundwasser oder Abwasser

Der Kanton verlangt von der Gemeinde Riniken, eine Abwasserleitung aus der Grundwasserschutzzone zu verlegen. Es bestehe die Gefahr, dass das Wasser verunreinigt werden könnte, heisst es beim Kanton.

Louis Probst
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Gegenstand von Abklärungen und Untersuchungen: Das Grundwasserpumpwerk Büren. lp

Gegenstand von Abklärungen und Untersuchungen: Das Grundwasserpumpwerk Büren. lp

«Die Erstellung einer neuen Abwasserleitung im Gebiet Geissmatt zum Schutz der Grundwasserfassung vor allfälligen Verunreinigungen ist mittlerweile seit bald sieben Jahren ein Thema», stellt der Gemeinderat Riniken fest. Jetzt hat dieses Thema an Aktualität gewonnen.

«Inzwischen geht es nicht mehr nur um die Verlegung der Leitung aus dem Schutzzonenbereich, sondern auch um die Erneuerung der Nutzungskonzession des Kantons für Grundwasser, die Ende 2012 abläuft», erklärt der Gemeinderat. «Wenn die Gemeinde Riniken im Pumpwerk Büren weiterhin Grundwasser pumpen will, müssen die Auflagen des Kantons erfüllt werden.»

Immerhin bezieht die Gemeinde Riniken den Hauptteil ihres Trinkwassers aus der Fassung in der Geissmatt. Gemäss Konzession dürfen pro Minute 1000 Liter Wasser gefördert werden. Und die Auflagen des Kantons verlangen grundsätzlich nicht mehr und nicht weniger als die Entfernung der Abwasserleitung aus der Grundwasserschutzzone.

Problem erkannt – aber . . .

In Riniken ist man sich, wie Gemeindeschreiber Jörg Hunn auf Anfrage dieser Zeitung erklärte, der Problematik des Nebeneinanders der beiden Leitungen bewusst. «Es ist aber nicht so, dass man je auch nur die Spur einer Beeinträchtigung des Grundwassers gefunden hätte, die auf diese Abwasserleitung zurückzuführen gewesen wäre.» Unter dem Eindruck der Forderungen des Kantons beantragte aber der Gemeinderat im Juni 2005 der Gemeindeversammlung einen Kredit von 690000 Franken für die Verlegung der Abwasserleitung aus der Schutzzone. Die Gemeindeversammlung wies jedoch das Geschäft zur Überarbeitung zurück.

In der Folge liess der Gemeinderat das Projekt durch ein neutrales Ingenieurbüro überprüfen. Zudem wurde abgeklärt, mit welchem Verfahren die Dichtigkeit der bestehenden Abwasserleitung nachgewiesen werden kann. «Dabei zeigte sich», so der Gemeinderat, «dass das Umleitungsprojekt grundsätzlich in Ordnung ist und dass der Dichtigkeitsnachweis nur mit einem aufwändigen und kostenintensiven Verfahren erbracht werden kann.» Zudem müssten auch noch periodisch Nachprüfungen vorgenommen werden.

Erst Untersuchen dann Bauen

Unter dem immer stärker werdenden Druck des Kantons – der Aufsichtsbehörde im Gewässerschutz – ist der Gemeinderat Riniken zum Schluss gekommen, dass die Verlegung der Abwasserleitung, das heisst die Umfahrung der Grundwasserschutzzone – wie sie früher vorgesehen war – unter den gegebenen Umständen die beste Lösung sein dürfte.

Der Gemeinderat möchte aber Gewissheit haben. Weil für die Erneuerung der Grundwasser-Nutzungskonzession – die jeweils für 20 Jahre Gültigkeit hat – der Schutzzonenplan und das Schutzzonenreglement erneuert werden müssen, hat er das Geologische Ingenieurbüro Dr. Heinrich Jäckli AG (Baden) mit der Überprüfung der Schutzzone beauftragt. Gleichzeitig will der Gemeinderat den Zustand des bestehenden Grundwasserpumpwerks und den Investitionsbedarf sowie die Möglichkeiten einer allfälligen Verlegung der Grundwasserfassung abklären lassen. Bis die Resultate der Untersuchungen vorliegen, bleibt das Projekt für die Leitungsumlegung zurückgestellt.