Brugg
Hier werden vom Shirt über den BH bis zum Hochzeitskleid getauscht

Die «Frauen tauschen Kleider Börse» in Brugg war gut besucht.

Carolin Frei
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Die Auswahl an der «Frauen tauschen Kleider Börse» war gross.

Die Auswahl an der «Frauen tauschen Kleider Börse» war gross.

Carolin Frei

«Am Morgen wurden uns so viele Kleider gebracht – die Tische waren zum Bersten voll», sagt die 17-jährige Anne-Sophie aus Brugg, die auch bei der vierten «Frauen tauschen Kleider Börse» den Organisatorinnen zur Hand geht. «Wir arbeiten mit einem eingespielten Team zusammen, was den ganzen Anlass natürlich vereinfacht», sagen Fabienne Braun und Verena Theile vom OK, zu dem auch Maja Neumann und Eva Schwegler gehören.

An verschiedenen Kleiderstangen wurden Blusen, Jacken, Strickwaren und Sommerkleider angeboten. Auf Tischen warteten T-Shirts, Hosen und Schmuck auf Interessierte. Auch ein Korb voller Unterwäsche zog aufmerksame Blicke auf sich. Zudem hingen – gut sichtbar – unzählige Hosen über dem Geländer des Salzhauses.

Wer fündig wurde und ein Stück probieren wollte, konnte dies in der eigens dafür hergerichteten Garderobe tun. Aber man sah auch immer wieder jemanden spontan eine Hose oder ein Shirt über die eigene Kleider anziehen. «Letztes Jahr habe ich ein äusserst elegantes Kleid mitgenommen, das ich dann – mangels Gelegenheit – doch nie anzog. Über meine Tochter fand es bei einer Bekannten eine neue Bleibe, und wurde dort sogar für eine Hochzeit getragen», sagt Claudia Bauer aus Brugg. In diesem Jahr freundete sie sich mit einem Kleid an, dass definitiv alltags-, wenn auch nicht velotauglich war.

Spendentopf für Unkosten

Die Kleider, die vorbeigebracht werden, werden auf Sauberkeit und Unversehrtheit kontrolliert. Es ist kein Muss, eigene Kleider vorbeizubringen, um dann welche mitnehmen zu können. «Allerdings würden wir es begrüssen, wenn Frauen, die üppig fündig wurden, viel mitnehmen, uns mit einem «Batzen» in den Spendentopf berücksichtigen», betonen die beiden Organisatorinnen. Dieses Geld dient zur Deckung der Unkosten, die bei der Bereitstellung der Infrastruktur entstehen. Und falls etwas aus dem Spendentopf übrig bleiben sollte, wird ein Betrag für eine Veranstaltung in der Brugger Altstadt gesprochen.

Gibt es denn Frauen, die säckeweise Kleider mitnehmen? «Heuer ist uns das nicht aufgefallen. Letztes Jahr gab es welche, die sich auf Markenkleider stürzten und wahllos einpackten. So was unterbinden wir natürlich, das ist nicht der Sinn der ‹Frauen tauschen Kleider Börse›», sagen Braun und Theile. Aber dies sei die Ausnahme.

Die Kleider, die an der Börse keine neuen Besitzerinnen finden, gehen an ein Hilfswerk in Kamerun. Nebst Kaffee und Kuchen wurde auch für musikalische Leckerbissen gesorgt – mit dem Singer-Songwriter-Duo Myri & Mondform.

Umfrage: Warum besuchen Sie die Börse und wurden Sie fündig?

Anne-Sophie, 17, Brugg «Die Börse ist megacool, eine gute Sache. Man kann Kleider, die man nicht mehr möchte, weitergeben. Einen Blazer und ein T-Shirt werde ich mitnehmen. Ich bin aber auch hier, um beim Kleidersortieren zu helfen.»

Anne-Sophie, 17, Brugg «Die Börse ist megacool, eine gute Sache. Man kann Kleider, die man nicht mehr möchte, weitergeben. Einen Blazer und ein T-Shirt werde ich mitnehmen. Ich bin aber auch hier, um beim Kleidersortieren zu helfen.»

Carolin Frei
Eva von Lupin, 18, Villigen «Ich habe ein Kleid und Oberteile gefunden. Vielleicht werde ich bei der Unterwäsche noch fündig. Ich finde die Aktion cool. Es macht Freude, wenn man sieht, dass jemand anderem ein Kleidungsstück gefällt.»

Eva von Lupin, 18, Villigen «Ich habe ein Kleid und Oberteile gefunden. Vielleicht werde ich bei der Unterwäsche noch fündig. Ich finde die Aktion cool. Es macht Freude, wenn man sieht, dass jemand anderem ein Kleidungsstück gefällt.»

Carolin Frei
Sylvia Jacquier, 56, Holderbank «Die Börse ist eine gute Sache. Ich habe davon gelesen und bin nun zum ersten Mal hier. Ich suche nichts Konkretes, ich schaue mich um und werde mich schlaumachen, ob Kleider in grossen Grössen gefragt sind.»

Sylvia Jacquier, 56, Holderbank «Die Börse ist eine gute Sache. Ich habe davon gelesen und bin nun zum ersten Mal hier. Ich suche nichts Konkretes, ich schaue mich um und werde mich schlaumachen, ob Kleider in grossen Grössen gefragt sind.»

Carolin Frei
Claudia Oberle, 57, Brugg «Ich bin heute zum zweiten Mal in der Hofstatt. Ich habe für mich und meine Töchter Sachen gefunden – alles ist sauber, in gutem Zustand. Gebracht habe ich nichts, da ich selber für Drittweltländer sammle.»

Claudia Oberle, 57, Brugg «Ich bin heute zum zweiten Mal in der Hofstatt. Ich habe für mich und meine Töchter Sachen gefunden – alles ist sauber, in gutem Zustand. Gebracht habe ich nichts, da ich selber für Drittweltländer sammle.»

Carolin Frei

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