Scherz

Frau tot im Wald gefunden: Nun erhebt Staatsanwalt Anklage gegen Ehemann

Tatort Waldstück im aargauischen Scherz (Symbolbild)

Tatort Waldstück im aargauischen Scherz (Symbolbild)

Eine 65-jährige Frau wird im Waldstück erdrosselt: Der Verdacht fällt auf ihren Ehemann, der auf ihren Wunsch seine Frau getötet haben soll. Nun erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Ehemann wegen vorsätzlicher Tötung.

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach erhebt gegen den heute 69-jährigen Schweizer Anklage wegen vorsätzlicher Tötung. Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, seine damals 65-jährige Ehefrau in einem Waldstück bei Scherz mit einem Schal erdrosselt zu haben, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilt.

Der Beschuldigte ist geständig und macht geltend, seine Ehefrau auf deren Wunsch hin erdrosselt zuhaben. Nachdem der Beschuldigte den Tod seiner Ehefrau unverzüglich bei der Gemeindeverwaltung seines Wohnortes im Kanton Zürich gemeldet hatte, wurde er noch gleichentags verhaftet und für fünf Monate in Untersuchungshaft genommen.

Ein von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenes psychiatrisches Gutachten attestiert dem Beschuldigten eine mindestens erheblich eingeschränkte Schuldfähigkeit. Diese Frage endgültig zu beurteilen, obliegt dem Gericht. Der Antrag der Staatsanwaltschaft wird in der Hauptverhandlung bekannt gegeben.

Bei vorsätzlicher Tötung liegt das Strafmass laut Artikel 111 bei mindestens fünf Jahren. Höchstmass sind 20 Jahre. Der Verteidiger des geständigen Ehemannes plädiert allerdings auf Tötung auf Verlangen. Bei diesem Straftatbestand geht man von achtenswerten Beweggründen wie Mitleid aus. Die Freiheitsstrafe beträgt dabei nur bis zu drei Jahren oder sogar nur eine Geldstrafe. Das heisst: Lässt das Gericht Milde walten, muss der Mann vielleicht nicht ins Gefängnis oder kommt mit einer Geldstrafe davon.

Der mutmassliche Täter ist zwischenzeitlich aus der Untersuchungshaft entlassen worden – dies gegen den Willen der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach. Diese hatte Anfang September beim Zwangsmassnahmengericht eine weitere Haftverlängerung von drei Monaten beantragt, was vom Gericht auch bewilligt wurde. Der Beschuldigte wehrte sich jedoch vor Obergericht gegen diese Verlängerung und erhielt dort mit seiner Beschwerde Recht.

Anders als das Zwangsmassnahmengericht kam das Obergericht zum Schluss, dass es keine konkreten und ernsthaften Anhaltspunkte gebe, die den Mann als gemeingefährlich erscheinen liessen. Eine Verlängerung der Untersuchungshaft sei deshalb nicht gerechtfertigt. Zudem hat der Mann keine Vorstrafen.

Die Anklage ist am Bezirksgericht Brugg hängig.

Anklage Tötungsdelikt in Scherz

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