Flugplatz Birrfeld
Gruppierung will mehr als die Hälfte des Vorstands des Aero-Clubs Aargau auswechseln

Die 87. Generalversammlung des Regionalverbands Aargau des Aero-Clubs der Schweiz vom 13. Juli wirft bereits ihre Schatten voraus. Bei den eingereichten Anträgen hat der aktuelle Vorstand Formfehler festgestellt. Nun prüft ein Anwalt, welche Kandidaten zur Wahl zugelassen werden können.

Claudia Meier
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Der Flugplatz Birrfeld ist ein bedeutendes Ausbildungszentrum im Kanton Aargau.

Der Flugplatz Birrfeld ist ein bedeutendes Ausbildungszentrum im Kanton Aargau.

Bild: Michael Hunziker (25. August 2015)

Auf dem Regionalflugplatz Birrfeld in Lupfig gibt es seit längerer Zeit immer wieder Spannungen. Im März dieses Jahres hat der siebenköpfige Vorstand des Aero-Clubs Aargau (AeCA) nach einem Eklat zusätzlich die Verwaltungsratsmandate der Fliegerschule Birrfeld übernommen.

Der AeCA ist mit seinen fast 1400 Mitgliedern einer der grössten Fliegervereine der Schweiz. Er ist Besitzer des Flugplatzes Birrfeld und verantwortlich für den Flugbetrieb. Viele Clubmitglieder sind einer der zahlreichen Fluggruppen auf dem Birrfeld angeschlossen.

«Attraktiver Arbeitsplatz für die angestellten Personen»

Coronabedingt wird die 87. ordentliche GV des AeCA wie letztes Jahr in schriftlicher Form abgehalten. Schon länger arbeitet eine Gruppe Aviatik-Begeisterter darauf hin, vier Köpfe im Vorstand des AeCA auszuwechseln. Diese Gruppe wird von Andreas Fischer, Schulleiter der Swiss Pilot School Association, Fluglehrer und ehemaliger Flugplatzleiter, angeführt.

Am 21. Juni hat sie den AeCA-Mitgliedern einen Brief mit einer Kandidatenbroschüre geschickt. Neben den drei Bisherigen Werner Neuhaus, Roger Birchmeier und Leo Widler sollen neu Alex Erismann aus Scherz, Peter Lanz aus Unterengstringen, Jens B. Thuesen aus Wollerau und Roger Trüb aus Dietlikon in den Vorstand des AeCA gewählt werden.

«Auf diese Weise, so sind wir überzeugt, werden wir wieder ein Führungsgremium erhalten, das diesen Namen verdient, unserem Vereinsbesitz Sorge trägt und einen attraktiven Arbeitsplatz für alle angestellten Personen sicherstellen wird», heisst es im Brief von Andreas Fischer weiter.

Am Tag nach der Wahlwerbung meldet sich Vorstandspräsident

Die Antwort von AeCA-Präsident Werner Neuhaus liess nicht lange auf sich warten. Einen Tag später schrieb er in einem Brief an die AeCA-Mitglieder, dass die Wahlvorschläge mit vier Kandidaten am 16. Juni fristgerecht eingereicht worden seien.

Aber: «Gemäss Statuten müssen neue Kandidaturen vom Vorstand mindestens von einer dem AeCA angehörenden Fluggruppe unterstützt werden. Eine schriftliche Bestätigung der Unterstützung, wie sie bei einer schriftlichen GV selbstredend zu erwarten gewesen wäre, lag nicht bei», schreibt Neuhaus.

Nach Rückfrage beim Vorstand der Motorfluggruppe habe sich herausgestellt, dass zum Zeitpunkt der eingereichten Wahlvorschläge noch kein Entscheid zur Unterstützung durch diese Fluggruppe gefallen sei. Sie sei erst am 18. Juni, also zwei Tage später, per Mail abgeschickt worden, ohne die Kandidaten zu nennen. Präsident Werner Neuhaus hält deshalb fest:

«Es besteht nun die Möglichkeit, dass die GV durch Anfechtung wegen Fristverletzung als ungültig erklärt werden könnte.»

Der AeCA-Vorstand wolle sich nicht der Situation aussetzen, nicht statutenkonform gehandelt zu haben. Er hat daher rechtliche Abklärungen eingeleitet, um die Situation prüfen zu lassen. Solange keine Antwort vorliegt, können die Stimmzettel mit den definitiven Kandidatennamen nicht gedruckt werden. Es wird mit einer Verzögerung von rund einer Woche gerechnet. Das Vorgehen der Gruppe um Andreas Fischer habe den Vorstand irritiert.

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