Effingen
Horror-Unfall mit drei Toten: Fahrer drohen Gefängnis und zehn Jahre Landesverweis

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hat gegen einen heute 46-jährigen Montenegriner Anklage unter anderem wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung erhoben. Der Mann hatte am 27. November 2019 vor dem Bözbergtunnel einen Unfall mit drei Todesopfern verursacht. Doch die Frage steht im Raum: Ist der Angeklagte vermindert schuldfähig?

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Bei Effingen auf der A3 kam es zu einem tödlichen Unfall mit einem Porsche Cayenne, einem Renault und einem Sattelschlepper.
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Die drei Insassen im Renault verstarben auf der Unfallstelle.
Bei den Todesopfern handelt es sich um drei Erwachsene aus dem Baselbiet.
Der Porsche hatte den Renault gerammt und diesen so in einen Lastwagen geschoben.
Der Bözbergtunnel war mehrere Stunden lang gesperrt.
Der weisse Porsche des Unfallverursachers, der viel zu schnell unterwegs war.
Der Porsche-Fahrer blieb unverletzt, das Fahrzeug erleidet einen Totalschaden.
Der Renault - ein Totalschaden
Der rote Renault
Der Sattelschlepper
Die Rettungskräfte sind hier noch mit Bergungsarbeiten beschäftigt.
Die Kantonspolizei und die Ambulanz sind kurz nach dem schweren Unfall vor Ort.
Der Verkehr wurde über die Kantonsstrasse umgeleitet. Es kam zu kilometerlangen Staus.
Der Lenker des Porsche versuchte zu Fuss zu flüchten, wurde aber wenig später verhaftet.

Bei Effingen auf der A3 kam es zu einem tödlichen Unfall mit einem Porsche Cayenne, einem Renault und einem Sattelschlepper.

Daniel Arnold/TeleM1

Es war ein regelrechter Horror-Unfall, der sich am 27. November 2019 vor dem Bözbergtunnel bei Effingen ereignete: Ein Porsche Cayenne rammte auf der Autobahn A3 einen Renault, der aufgrund Baubarbeiten langsam in einer Kolonne fuhr. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Renault in das Heck eines vor ihm fahrenden Sattelanhängers gestossen und zerquetscht. Die Insassen, eine Frau im Alter von 55 Jahren sowie zwei Männer im Alter von 64 und 42 Jahren, kamen dabei ums Leben.

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach hat nun Anklage wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung gegen den Unfallfahrer erhoben, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Sie beantragt eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme zur Behandlung der psychischen Erkrankung des Beschuldigten. Weiter beantragt die Staatsanwaltschaft 10 Jahre Landesverweisung.

Konkret wird dem heute 46-jährigen Montenegriner vorgeworfen, ungebremst mit einer Geschwindigkeit von mindestens 133 km/h in das Heck des Renaults geprallt zu sein. Damit habe er den Tod der Insassen des Renaults zumindest billigend in Kauf genommen.

Zuvor – so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft - habe der Beschuldigte die Sperrung des Überholstreifens missachtet und sei mit massiv überhöhter Geschwindigkeit bis unmittelbar vor das Signalisationsfahrzeug gefahren, bevor er nach rechts in die langsam fahrende Kolonne lenkte. Die Staatsanwaltschaft hat deshalb auch Anklage wegen qualifizierter grober Verletzung der Verkehrsregeln erhoben.

Die Unfallstelle am 27. November 2019:

Tele M1

Unfallfahrer leidet an psychischer Erkrankung

Der Beschuldigte mache geltend, sich weder an die Fahrt auf dem gesperrten Überholstreifen, noch an den tödlichen Unfall erinnern zu können, heisst es weiter in der Mitteilung. Das von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebene psychiatrisches Gutachten komme zum Schluss, dass der Beschuldigte aufgrund einer psychischen Erkrankung zum Tatzeitpunkt vermindert schuldfähig war. Der Mann war kurz nach dem Unfall von der Polizei festgenommen worden. Nach einer vorsorglichen Untersuchung im Spital wurde er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Die Anklage ist am Bezirksgericht Brugg hängig. Es gilt die Unschuldsvermutung.