1999 stand Troubadix, der Barde aus den Asterix-Comics, erstmals Pate für ein Liederfest im Aargau. Damals organisierte der Fricktaler Gabriel Kramer zusammen mit Ivo Roesch aus Koblenz die erste Ausgabe von «Troubadix». Auf dem Endelhof in Kaisten trafen sich gut zehn Liedermacher und präsentierten ihre Musik. «Wir haben ganz klein angefangen», sagt Kramer. «Es kamen damals auch nur knapp 40 Besucher.»

Das hat sich mittlerweile geändert. In den letzten Jahren ist das Publikum gewachsen. Gut 300 Personen hörten nun jeweils die neuesten Kreationen der Liedermacher – und bewerteten diese. Diente das Liederfest nämlich in den Anfangszeiten einzig als Plattform zu gegenseitigem Austausch, ist daraus in den zweiten zehn Jahren ein Wettbewerb geworden.

Die Qualität ist gestiegen

Die Publikumsabstimmung werte den Anlass auf, ist Gabriel Kramer überzeugt. «Einerseits können wir so das Publikum miteinbeziehen und andererseits ist es auch für die Liedermacher schön, dass ihre Arbeiten bewertet werden.» In diesem Sinne diene die Abstimmung auch etwas der Qualitätssicherung, sagt er. Zu Anfangszeiten sei der eine oder andere Liedermacher schon noch mit Songs aufgetreten, die im Rückblick eher etwas peinlich anmuten. «Doch seither ist die Qualität stets gestiegen.»

Dazu beigetragen haben sicher auch zwei «Troubadix»-Ableger: Aus der Liedermacher-Szene ist in den letzten Jahren einerseits ein Liederlager entstanden, in dem sich die Teilnehmer gegenseitig Feedbacks geben. Und andererseits besteht ein Liederkreis, dessen Mitglieder sich alle zwei Monate treffen. «Für die Treffen schreiben jeweils alle ein Lied zu einem vorgegebenen Thema», sagt Kramer. «So entstehen Lieder, die man aus eigenem Antrieb vielleicht nie geschrieben hätte.»

Doch was macht ein gutes Lied aus? Worüber singen die Sieger der «Troubadix»-Feste? «Die Themen sind sehr vielfältig und breit gefächert», so Kramer. «Oft kommen beim Publikum ernste Themen, die witzig verpackt werden, gut an.» So hat in den letzten Jahren etwa einmal ein Lied über ein hibbeliges und hyperaktives Kind, das schlecht in den Zeitgeist passte, gewonnen.

Ein anderes Mal handelte das Siegerlied von einer schüchternen, etwas verstockten Person, die jeweils dann nichts sagen konnte, wenn es darauf angekommen wäre. «Klar ist, dass das Publikum bei uns deutlich mehr auf den Text achtet, als auf die Musik», so Kramer. Dazu spielen auch der Auftritt und der Gesamteindruck eine grosse Rolle.

Ein Konzert, drei Quali-Events

Zu den Regeln am Liedermacherfestival gehört, dass sowohl Text und Musik aus der eigenen Feder stammen müssen. Zudem darf das Lied maximal ein Jahr alt sein. Normalerweise findet das «Troubadix»-Festival am Pfingstsonntag statt, den Austragungsort wählt der Sieger des Vorjahrs. In diesem Jubiläumsjahr allerdings wird es keinen Gewinner geben. Dafür werden in Brugg gleich drei Anlässe organisiert: an Auffahrt im «Dampfschiff», am Pfingstsonntag im «Odeon» und an Fronleichnam im «Piccadilly».

«An allen drei Events wird das Publikum Liedermacher nominieren, die dann 2020 am ‹Troubadix› teilnehmen», so Kramer. Neben den angemeldeten Sängerinnen und Sängern gibt es auch an allen drei Anlässen die Möglichkeit, sich spontan für einen Auftritt zu melden.

Den Auftakt ins Jubiläumsjahr bildet am Donnerstag, 16. Mai, um 20 Uhr, ein Konzert – ganz ohne Wettbewerbsdruck – von Gabriel Kramer, Sonja Wunderlin, Olaf Kirchgraber, Ivo Roesch und Börnie Flück in der Kultschüür in Laufenburg.