Brugg
Der Linden-Entscheid ist noch nicht definitiv gefällt

Müssen die vier Linden am Lindenplatz in Brugg gefällt werden? Stadtrat Christoph Brun betont, dass über diese Frage «mit Sicherheit nochmals grundsätzlich» diskutiert werde.

Michael Hunziker
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Diese vier Linden in Brugg sollen nicht einfach verschwinden. mhu

Diese vier Linden in Brugg sollen nicht einfach verschwinden. mhu

Michael Hunziker

Die Ausgangslage ist klar: Der Stadtrat Brugg möchte 2014 den Bereich zwischen Neumarktplatz und Altstadt offener und sicherer gestalten. Vorgesehen ist eine Begegnungszone mit einer Tempo-20-Signalisation bei der Liegenschaft City-Galerie.

Im Zuge der baulichen Massnahmen sollen die heutigen Blumenrabatten und die vier Linden auf der Seite Neumarktplatz verschwinden.

Gegen diese Pläne regt sich Widerstand: Letzte Woche sind dem Stadtrat zwei Petitionen mit über 400 Unterschriften überreicht worden.

Die schönen, gesunden und schattenspendenden Bäume am Lindenplatz, so der Tenor, sollen nicht ersatzlos gefällt werden. Ebenfalls gingen zwei Einwendungen gegen die Begegnungszone ein.

Stadtrat Christoph Brun ist nicht übermässig überrascht über die Reaktionen: «Bäume geniessen bei einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung einen hohen Stellenwert.»

Eine Fäll-Aktion werde meistens als starker Eingriff erlebt. Und dass eine solche Absicht zu entsprechendem Verhalten führe, habe bereits die Vergangenheit mehrfach gezeigt.

«Vor diesem Hintergrund ist es absolut verständlich, dass Unterschriftensammlungen durchgeführt werden.

Eher überraschend ist, dass die Unterschriftensammlungen nicht aus dem unmittelbaren Umfeld des Lindenplatzes initiiert worden sind, sondern aus weiter entfernteren Quartieren.»

Brun betont, dass sich der Stadtrat stets bemühe – «im Wissen um die Befindlichkeiten in der Bevölkerung» – das Thema Bäume mit der nötigen Sensibilität zu behandeln.

Im Zusammenhang mit der Planung «Aufwertung Bahnhofplatz Neumarkt» (ABN) sei ein Baumgutachten über die insgesamt 14 Linden in Auftrag gegeben worden. Das Ergebnis: Den Bäumen wurde, trotz einzelner Vorbehalte, im Grundsatz eine gute Vitalität diagnostiziert.

«Bei der weiteren Bearbeitung des Projekts ‹Begegnungszone Lindenplatz› werden nicht nur die Anliegen der beiden Petitionen, sondern auch die Anliegen der Einwender bearbeitet werden müssen», so Brun.

Eine abschliessende Aussage sei allerdings erst möglich, wenn die Erkenntnisse aus dem Auflage- und Einwendungsverfahren aufgearbeitet seien und der Stadtrat darüber befunden habe.

Aber: «Es ist durchaus denkbar, dass sich eine Lösung finden lässt, die dem Anliegen der Petitionärinnen und Petitionäre ein Stück weit entgegen kommt.»

Und: «Der Lösungsansatz darf jedoch das primäre Ziel, die Verbindung zwischen Neumarkt und Altstadt zu betonen und zu stärken, nicht kompromittieren.» Insofern führt laut Brun «kein Weg an der Entfernung oder zumindest starken Reduktion» der Rabatten vorbei.

Zu prüfen sei allenfalls, ob die heute länglichen Rabatten zu kreisförmigen verkürzt werden können und beispielsweise nur zwei Bäume gefällt werden müssen.

Grundsätzlich ist der Stadtrat überzeugt, dass sich mit entsprechenden Optimierungen eine Lösung finden lässt, «die einerseits für alle Betroffenen verhältnismässig und tragbar ist, die aber andererseits vor allem die Erfüllung der wichtigen Zielsetzungen der Stadtentwicklungsstrategie vorwärts bringt».

Das unbestrittene Ziel der Verbesserung der Standortqualität könne nicht auf einen Schlag erreicht werden, unterstreicht Brun. Erforderlich sei ein zielgerichtetes, beharrliches, schrittweises Vorgehen.

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