Wehranlage
Der Fussgängersteg zwischen Brugg und Umiken lässt auf sich warten

Das Verfahren für den Bau einer direkten Fussgängerverbindung über die Aare vom Brugger Schwimmbad nach Umiken ist aufwendig. Um miteinbezogen zu werden, hat sich der Stadtrat an den Kanton gewandt.

Michael Hunziker
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Zwischen dem Frei- und Hallenbad in Brugg und Umiken steht ein Fussgängersteg über die Aare zur Diskussion.
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Der Stadtrat könnte sich einen einfachen Fussgängersteg in Holzbauweise über die Aare vorstellen.
Für den Bau bietet sich nach Ansicht der Behörde das alte Dachwehr mit seinen Fundamentstützen an.
Zwischen Schwimmbad in Brugg und Umiken steht Fussgängersteg zur Diskussion

Zwischen dem Frei- und Hallenbad in Brugg und Umiken steht ein Fussgängersteg über die Aare zur Diskussion.

Michael Hunziker

Glückliche Bruggerinnen und Brugger: Sie haben das Naherholungsgebiet gleich vor der Haustüre. Nicht nur die ortsansässige Bevölkerung, auch die Touristen schätzen das Erlebnis in der Natur – und die Spazierwege entlang der Aare.
Übergänge über den Fluss sind an verschiedenen Stellen vorhanden. Eine direkte Verbindung vom Frei- und Hallenbad Brugg nach Umiken aber fehlt.

Eine solche könnte über die bestehende Wehranlage vermutlich mit relativ geringem Aufwand realisiert werden, hielt der frühere FDP-Einwohnerrat Alois Wyss fest. Zusammen mit 28 Mitunterzeichnenden reichte er im Juni 2013 ein Postulat ein. Er lud den Stadtrat ein, den Bau eines Fussgängerstegs zu prüfen. Wyss zeigte sich überzeugt, dass ein solcher eine Aufwertung wäre und von einer breiten Bevölkerungsschicht, speziell auch von den Umikern, sehr geschätzt würde.

Viel Wasser ist inzwischen die Aare hinunter geflossen. «Wie weit ist eigentlich die Idee vom Fussgängersteg am Wehr gediehen?», fragte sich az-Leser Beni Widmer aus Brugg letzte Woche. Denn: «So mancher Spaziergänger würde es schätzen, über einen Steg die Umiker Seite zu erreichen.»

Es bestehen gewisse Lücken

Der Langsamverkehr zwischen den Quartieren geniesse einen hohen Stellenwert in Brugg, betont Stefan Zinniker, Bereichsleiter Tiefbau bei der Abteilung Planung und Bau. Gleichzeitig räumt er ein, dass im Fuss- und Radwegnetz gewisse Lücken existieren, «die zu schliessen sind, um ein attraktives Angebot zu erreichen».

Vorgeschichte: Projekt wurde bachab geschickt

Die Fussgängerverbindung über die Aare war schon vor Jahrzehnten ein Thema – also lange bevor Umiken 2010 ein Stadtteil von Brugg wurde. Unter dem Titel «Nach der Fusion die neue Vision?» rollte die Zeitung «Regional» die Vorgeschichte im Februar 2011 auf. 1969 lag eine Offerte für den Bau eines Stegs vor. Gerechnet wurde mit Kosten von insgesamt 210 000 Franken. Die Gemeindeversammlung in Umiken schickte das Projekt aber bachab. (az)

Eine Lücke bestehe in der Anbindung des Ortsteils Umiken und dem Altenburg- respektive dem Westquartier in Richtung Stadtzentrum. In der Zielsetzung des Räumlichen Entwicklungsleitbilds (RELB) der Stadt Brugg sei eine Fussgänger- und Veloverbindung nach Umiken Thema, fährt Zinniker fort. Als Massnahme enthalten sei sie im Kommunalen Gesamtplan Verkehr (KGV).

«Der Stadtrat kann sich durchaus vorstellen, mit einem einfachen Steg in Holzbauweise über die Aare eine attraktive Verbindung zu schaffen», führt Zinniker aus. Weil sich das alte Dachwehr mit seinen Fundamentstützen an idealer Lage anbiete, habe die Abteilung Planung und Bau die zuständigen Stellen hinsichtlich Rahmenbedingungen und bewilligungstechnischem Vorgehen kontaktiert: die kantonalen Behörden bei der Sektion Gewässernutzung sowie die Axpo Power AG als Eigentümerin des Dachwehrs.

Stadt möchte einbezogen werden

Zinniker verweist auf das revidierte Gewässerschutzgesetz. Dieses hat zum Ziel, die Gewässer als Lebensraum aufzuwerten. Auch der Aargau habe die Pläne für die Sanierung des Geschiebehaushalts sowie der Sicherstellung der Fischwanderung an die Hand genommen.

Im Rahmen von Restwasserversuchen soll laut Zinniker offenbar abgeklärt werden, ob das Dachwehr ganz oder teilweise geöffnet, umgebaut oder sogar abgebrochen wird. Die Arbeiten am Konzept für diese Restwasserversuche, die Überwachung sowie die Auswertung sollen beginnen, sobald der Regierungsratsbeschluss beziehungsweise die rechtskräftige Verfügung vorliegen.

Mit einem Schreiben an den Kanton hat der Stadtrat sein Interesse daran bekundet, in die laufenden Planungen einbezogen zu werden – «um die öffentlichen Interessen der Stadt Brugg an der Verbindung für den Langsamverkehr einbringen zu können».

Der Stadtrat möchte, fügt Zinniker an, mit einer Machbarkeitsplanung parallel zur kantonalen Konzepterarbeitung aufzeigen, dass die Realisierung eines Stegs mit den Sanierungsmassnahmen des Geschiebehaushalts vereinbar sei. Mit einer einfachen und flexiblen Bauweise könne der Holzsteg zeitnah erstellt werden, sodass auch spätere Anpassungsmassnahmen am Dachwehr möglich seien.

«Bis es jedoch zu einer Realisierung kommt, muss das Vorhaben ein aufwendiges Bewilligungsverfahren durchlaufen», stellt Zinniker fest. Überdies seien die Nutzungskonditionen mit der Eigentümerin des Dachwehrs zu klären sowie die stadtinternen politischen Erwägungen und Entscheide mit der notwendigen Kreditgenehmigung zu fällen.

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