Brugg
Der Boulder-Raum darf im Traditionshaus «Rössli» bleiben

Neue Besitzer wollen dem ehemaligen Restaurant die alte Identität zurückgeben. Das kommt nicht unerwartet: Seit der Übernahme im März 2014 durch den SAC Brugg übersteigt die Nachfrage nach wie vor alle Erwartungen.

Claudia Meier
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Neues Schild: Das «Rössli» als ehemaliges Hotel Restaurant Cheval Blanc und später als Kaufhaus hat in der Brugger Altstadt immer eine Rolle gespielt.Michael Hunziker

Neues Schild: Das «Rössli» als ehemaliges Hotel Restaurant Cheval Blanc und später als Kaufhaus hat in der Brugger Altstadt immer eine Rolle gespielt.Michael Hunziker

Michael Hunziker

Für die Boulder-Gemeinschaft begann Ende März 2014 ein monatelanges Bangen um die Zukunft des seillosen Kletterraums. Der Grund: Die Inhaber von Arcta Bergsport machten ihren Laden an der Hauptstrasse 19 – im ehemaligen Warenhaus Rössli – in der Brugger Altstadt dicht.

Im Erdgeschoss war auch der beliebte Boulder-Raum integriert. Seither ist nicht nur viel Wasser die Aare hinunter geflossen, sondern das Traditionshaus hat diesen Sommer mit der BruggInvest AG auch eine neue Eigentümerin bekommen. Und bereits gibt es gute Neuigkeiten für die Boulderer: Die zuständige Kommission vom Schweizer Alpen-Club (SAC) Sektion Brugg konnte mit der neuen «Rössli»-Besitzerin einen unbefristeten Mietvertrag abschliessen.

Christoph Hörmann von der Boulderraum-Kommission ist erleichtert und kommt ins Schwärmen: «Seit der Übernahme im März 2014 durch den SAC Brugg übersteigt die Nachfrage nach wie vor alle Erwartungen. Dies sogar in der boulderarmen Sommerzeit.» Neben den Einzelabobesitzern tragen offenbar auch die Fachhochschule Nordwestschweiz und das Kinderheim Brugg zum Erfolg des Boulder-Raums bei.

«Die regelmässigen Anfragen übersteigen sogar teilweise die Kapazitäten des BoulderRaums, weil beispielsweise die Gruppe zu gross ist oder keine Betreuung geboten werden kann», so Hörmann weiter.

Zudem findet das betreute Jugendorganisations-Training des SAC Brugg jede Woche statt. Damit der Boulder-Raum attraktiv bleibt, seien dieses Jahr nach und nach alle Routen neu geschraubt worden, betont Hörmann.

Zurück zum alten Namen

Der unbefristete Mietvertrag für den Boulder-Raum ist nicht die einzige Veränderung der letzten Wochen. Kaum zu übersehen ist das neue Aushängeschild an der Liegenschaft: ein weisses Pferd auf schwarzem Grund mit der Bezeichnung «Rössli-Center».

«Das neue Schild über dem Eingang ist eigentlich nicht neu», sagen Lorraine und Patrick Schneider von der BruggInvest AG. «Wir probieren, dem ‹Rössli› seine alte Identität zurückzugeben. Vor dem Arcta Bergsportladen war das Rössli-Center hier beheimatet.»

An den Umnutzungsplänen hat sich gegenüber den Aussagen im Juni nichts geändert. Die Planung läuft. Im Grundsatz geht es der BruggInvest AG darum, die kommerzielle Nutzung zugunsten von Lofts und Wohnungen ein bisschen zu reduzieren.

Die Rede ist von 60 Prozent Wohnungen und 40 Prozent kommerzielle Nutzung. «Im Erdgeschoss sollte weiterhin das Chinderhuus Simsala zusammen mit dem Boulder-Raum zu Hause sein», so Lorraine und Patrick Schneider.

Nutzungsstudie abgebrochen

Als die Liegenschaft noch zum Verkauf stand, gab es einige Gedankenspiele, wie man das grosse Haus an zentraler Lage als Kundenmagnet für die Brugger Altstadt optimal nutzen könnte.

Von einem neuen, idealeren Standort für die Stadtbibliothek oder für die Verwaltung war die Rede. Im Frühling initiierte Max Kuhn, Präsident der Genossenschaft Altstadt Brugg (GAB), eine Nutzungsstudie für das «Rössli».

Der Stadtrat signalisierte, sich an den Kosten mit einem Drittel respektive maximal 10 000 Franken zu beteiligen. Als der Verkauf der Liegenschaft bekannt wurde, stoppte Kuhn die Studie: «Für den Vorstand der GAB ist die Angelegenheit damit erledigt.»

Der Stadt Brugg seien für die Studie keine Kosten entstanden, teilt Armin Leupp, Leiter der Abteilung Planung und Bau, auf Anfrage mit.

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