Brugg
«Das ist ein weiteres schönes Beispiel für den Landschaftsschutz»

Am Bruggerberg unterhalb des Hexenplatzes in Brugg sind zwei Trockenmauern erstellt worden. Silvio Bircher vom Fonds Landschaft Schweiz freut sich über das Ergebnis.

Michael Hunziker
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Dank für das gelungene Werk (von links): Silvio Bircher, Fonds Landschaft Schweiz; Christoph Brun, Stadtrat; Albert von Felten, Verein Naturwerk; Martin Brügger, Landschaftskommission. mhu

Dank für das gelungene Werk (von links): Silvio Bircher, Fonds Landschaft Schweiz; Christoph Brun, Stadtrat; Albert von Felten, Verein Naturwerk; Martin Brügger, Landschaftskommission. mhu

Michael Hunziker

Der Nebel ist zäh, der Wind frisch, die Böschung steil: Kein Hindernis für die Beteiligten des Projekts «Trockenmauern», das fertige Ergebnis unterhalb des Hexenplatzes am Bruggerberg zu besichtigen. Und sich über das gelungene Werk zu freuen. Denn dieses, hielten sie am Freitag übereinstimmend fest, sei nicht einfach zu realisieren gewesen.

Keine Einzelmassnahme

Christoph Brun, Brugger Stadtrat und Vorsitzender der Landschaftskommission, erinnerte an die lange Vorgeschichte, an die Genehmigung der Bau- und Nutzungsordnung von Brugg in den Neunzigerjahren, an die intensiven Diskussionen in der Folge.

Schliesslich wurden die umstrittenen Parzellen am Bruggerberg zum Teil der Bauzone zugeschlagen, zum Teil der Naturschutzzone. «Heute bilden die Flächen der Naturschutzzone ein fast durchgehendes Band unterhalb des Waldrandes», führte Brun aus. Das Gebiet habe eine wichtige Funktion als Lebensraum sowie als Vernetzungskorridor. «Teilweise stossen ältere, aber auch neuere Bauten bis an den Waldrand und bilden einen Riegel.»

Das Projekt «Trockenmauerbau» sei keine Einzelmassnahme. Von verschiedenen Trägerschaften – Pro Natura, Natur- und Vogelschutzvereine, Stadt Brugg – seien weitere Aufwertungsmassnahmen vorgesehen, sagte Brun. Er sprach von einem Gemeinschaftswerk, bei dem – wegen verschiedener Interessen und Beteiligter – auch Fingerspitzengefühl gefragt sei.

114 Projekte im Aargau

Einen finanziellen Beitrag an die Trockenmauern am Bruggerberg leistet der Fonds Landschaft Schweiz. Vizepräsident Silvio Bircher lobte die spürbaren Anstrengungen, die Landschaft vermehrt zu schützen und den noch vorhandenen Reichtum an naturnahen Landschaften zu pflegen und aufzuwerten.

Seit der Gründung des Fonds Landschaft Schweiz 1991 seien über 2000 Projekte mit rund 125 Millionen Franken gefördert worden, davon 114 Projekte mit 4,8 Millionen Franken im Aargau. Die Trockenmauern am Bruggerberg seien ein weiteres schönes Beispiel für Landschaftsschutz und Naturvernetzung, so Bircher. Seiner Ansicht nach ist der Bruggerberg «mit seiner hohen Biodiversität und seinen Rote-Liste-Arten» prädestiniert für eine Unterschutzstellung durch den Kanton.

Dieser Aussage pflichtete Meinrad Bärtschi von der Abteilung Landschaft und Gewässer bei. Das Gebiet sei von Bedeutung und habe in der Tat das Potenzial, um unter Schutz gestellt zu werden.

Schutz vor Steinschlag

Erstellt wurden die beiden Trockenmauern am Bruggerberg in diesem Jahr durch den Verein Naturwerk. Geschäftsführer Albert von Felten wies darauf hin, dass sich unterhalb des Hexenplatzes eine Magerwiese von grossem Naturschutzwert befindet. Die eine Mauer diene als Rampe, die andere – mit einer Länge von 34 Metern und einer Höhe von 1 Meter – biete Schutz vor Steinschlag. Überdies sei mit den Bauwerken Lebensraum für Kleintiere wie Reptilien geschaffen worden.

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