SBB Historic
Das audiovisuelle Erbe der Schweizer Bahngeschichte: Bahnfans lassen Projektor rattern

SBB Historic zeigt am nächsten Samstag in Windisch/Brugg zum «Home Movie Day» unbekannte Amateurfilme.

Claudia Meier
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Diese Aufgleisübung mit einer A 3/5 Dampflokomotive fand in Basel statt. Ho/SBB Historic

Diese Aufgleisübung mit einer A 3/5 Dampflokomotive fand in Basel statt. Ho/SBB Historic

SBB Historic/ZVG

Vor zwei Jahren zog die Stiftung Historisches Erbe der SBB – kurz SBB Historic – von Bern nach Windisch. Am kommenden Samstag, 15. Oktober, beteiligt sich SBB Historic erstmals am internationalen Event «Home Movie Day», an dem Amateurfilme und das Filmemachen an sich gefeiert werden. An einem Workshop können interessierte Hobbyfilmer zwischen 15.30 und 17.00 Uhr an der Lagerstrasse lernen, wie sie am besten Sorge zu ihrem noch originalen Filmmaterial daheim tragen. Der Filmrestaurator Roman Sticher wird verschiedene Lösungen für die Konservierung alten Filmmaterials aufzeigen. Zudem gibt es Informationen über die möglichst fachgerechte Lagerung und die Digitalisierung alter Amateurfilme.

In einem zweiten Teil findet zwischen 18.15 und 19.30 Uhr ein Filmabend statt, an dem das Publikum die Möglichkeit bekommt, teilweise einzigartiges Filmmaterial vorzuführen und zu sehen. «SBB Historic ist viel am Erhalt des audiovisuellen Erbes der Schweizer Bahngeschichte gelegen», sagt Martin Cordes, Leiter Archive. Deshalb werden am «Home Movie Day» nicht einfach «schöne Eisenbahnfilme» gezeigt, «wie sie in Nostalgiesendungen im Fernsehen zu sehen sind, oder die als DVD über die entsprechenden Verlage erhältlich sind».

Film von Katastrophenübung

Die Filmauswahl widmet sich bestimmten Themen, darunter sind Aufgleisübungen von Lokomotiven oder eine Katastrophenübung am Simplontunnel. Dass die Eisenbahnromantik dennoch nicht zu kurz kommt, garantiere ein Film von Reto Danuser zur «Dampfromantik», der Aufnahmen der historischen Dampflokomotive EB 2/4 5469 (Baujahr 1891) vom April 1973 zeigt, so Martin Cordes.

Vorgeführt wird auch ein Film des Brugger Eisenbahn-Amateurfilmers Angelo Caduff original von der 16-mm-Filmrolle. «Das leise Rattern des Projektors gibt eine ganz andere Atmosphäre als das Abspielen digitalisierter Filme», schwärmt der Archivleiter. Ferner werden verschiedene Filme von Eisenbahnern gezeigt, die auch Amateurfilmer waren und in den 1950er- bis 1970er-Jahren Filme entweder für die Ausbildung oder für den privaten Gebrauch als Erinnerung gedreht haben. Martin Cordes nennt an dieser Stelle Max Brönnimann (ehemaliger Depotchef in Brugg), Emil Geissberger (ehemaliger Depotinspektor in Basel) und eben Reto Danuser (ehemaliger Leiter der SBB Hauptwerkstätte Olten).

Auftakt zur Winter-Filmreihe

Auf den kürzlich erfolgten Aufruf nach Amateurfilmen zum Thema Eisenbahn haben sich laut Cordes kaum Leute gemeldet, da die meisten Hobbyfilmer heute nicht mehr mit klassischem Filmmaterial, sondern mit Video oder digital arbeiten. Wie viele Eisenbahnfans am kommenden Samstag den Weg nach Windisch finden werden, lässt sich schwer sagen. «Bisher ist das Interesse noch nicht überwältigend. Wir hoffen auf zirka 20 Teilnehmer, für den Filmabend vielleicht auch mehr», fährt Cordes fort. Interessenten für den Workshop sollten sich anmelden, weil die Teilnehmerzahl beschränkt ist.

Die Teilnahme am «Home Movie Day» bietet sich laut SBB Historic auch dank den neuen Räumen an der Lagerstrasse in Windisch an. Der Anlass ist gleichzeitig der Beginn einer kleinen Reihe von Filmabenden im Herbst/Winter 2016/17. Eine solche Reihe ist bereits im vergangenen Winter durchgeführt worden und auf grosses Echo gestossen. Der nächste Filmabend findet am 22. November zum Thema internationaler Bahnverkehr mit dem Titel «Schienen ohne Grenzen» statt.

Anmeldung: SBB Historic Tel. 056 566 52 22 oder info@sbbhistoric.ch, Eintritt frei, Kollekte.

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