Buchvernissage und Jubiläumsfeier
Pro Vindonissa macht sich mit neuem Buch selbst ein Geschenk

Die Gesellschaft Pro Vindonissa feierte am Samstag, 15. Oktober, ihr 125-Jahr-Jubiläum mit rund 50 Gästen. Beim Festakt im Rathaussaal in Brugg wurde der neue Geländeführer vorgestellt.

Ina Wiedenmann
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Rahel Göldi (von links), Dave Roth, Georg Matter, Thomas Doppler und Sabine Deschler-Erb.

Rahel Göldi (von links), Dave Roth, Georg Matter, Thomas Doppler und Sabine Deschler-Erb.

Irene Hung-König

«Der FC Zürich, das Schweizer Taschenmesser, der Schweizer Bauernverband und Pro Vindonissa haben eine Gemeinsamkeit: Sie wurden in den Jahren 1896 und 1897 gegründet und blicken auf eine 125-jährige Geschichte zurück», eröffnete Co-Präsident Dave Roth die Jubiläumsveranstaltung am 15. Oktober im Rathaussaal in Brugg. Er begrüsste zahlreiche Ehrengäste und betonte die Bedeutung der Geschichte des römischen Legionslagers. Die Gesellschaft Pro Vindonissa setzt sich seit ihrer Gründung für die Erforschung, die Vermittlung und die Vernetzung von Vindonissa ein.

Georg Matter, Kantonsarchäologe und Leiter der Abteilung Kultur im Departement Bildung, Kultur und Sport, überbrachte Grüsse der Regierung. Er erklärte, dass 1898 das Landesmuseum Zürich fertiggestellt und Geschichte in der Gesellschaft immer wichtiger wurde. Eine Gründungswelle historischer Vereinigungen folgte.

Der Vorstand der Gesellschaft Pro Vindonissa im Jahr 1912: Theodor Eckinger (von links), Viktor Jahn, Samuel Heuberger, Leopold Frölich, Henri Nater und Edmund Fröhlich.

Der Vorstand der Gesellschaft Pro Vindonissa im Jahr 1912: Theodor Eckinger (von links), Viktor Jahn, Samuel Heuberger, Leopold Frölich, Henri Nater und Edmund Fröhlich.

zvg/Pro Vindonissa

Der Kantonsarchäologe lobte die gute Verankerung der Gesellschaft Pro Vindonissa in der Fachwelt und stellte heraus, dass es wichtig ist, als historische Vereinigung eine Vision zu haben, die nicht nur auf die Vergangenheit ausgerichtet ist, sondern sich auch der Zukunft zuwendet.

Pro Vindonissa hiess früher Antiquarische Gesellschaft des Bezirks Brugg

Das liess sich der Gründungspräsident Samuel Heuberger, gespielt von Vorstandsmitglied Hannes Flück, nicht zweimal sagen und trat in altehrwürdiger Robe vors Publikum. Stolz erzählte er von damals und machte durch seinen Auftritt deutlich, dass er sich auch vor dem Heute nicht scheut.

Zur Gründungszeit hiess die Vereinigung noch Antiquarische Gesellschaft des Bezirks Brugg. Im Jahr 1906 wurde sie in die Gesellschaft Pro Vindonissa umbenannt.

1912 erbaute sie das Vindonissa Museum in Brugg, um die historischen Funde und Sammlungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Noch bis 1927 leitete Heuberger die Vereinigung und verschaffte sich durch seine historische Forschungsarbeit Anerkennung weit über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus.

Gründungspräsident Samuel Heuberger, gespielt von Hannes Flück, und Archivar Jared Hevi führen durch den Rückblick.

Gründungspräsident Samuel Heuberger, gespielt von Hannes Flück, und Archivar Jared Hevi führen durch den Rückblick.

Irene Hung-König

Im Jahr 2012 brachte der Verein einen Ausstellungsführer für das Vindonissa Museum heraus. Was aber bis heute gefehlt habe, sei ein Geländeführer mit Informationen zu den zahlreichen Denkmälern und Örtlichkeiten in und um das Legionslager gewesen, erklärte Co-Präsidentin Sabine Deschler-Erb. Sie fügte hinzu:

«Mit diesem Geländeführer macht sich die Gesellschaft Pro Vindonissa ihr eigenes Jubiläumsgeschenk.»

Sabine Deschler-Erb hielt freudestrahlend das Buch hoch und stellte es den rund 50 Gästen als Geschenk in Aussicht.

Geländeführer gibt Auskunft über 40 ausgewählte Blickpunkte

Matthias Flück und Jürgen Trumm, zwei der Autoren des Geländeführers, gingen ins Detail. Der Führer präsentiert 40 ausgewählte Blickpunkte auf das antike Windisch und seine Umgebung. 20 davon sind innerhalb und 20 ausserhalb des Legionslagers.

«Blickpunkte» werden sie genannt, weil sie deutlich machen sollen, wie Vindonissa vor 2000 Jahren, aber auch zur Zeit der Ausgrabung ausgesehen hat und wie es sich heute zeigt. Jedem Blickpunkt gehört eine Doppelseite mit einer kurzen Erklärung und drei Fotos. Auf einem der Fotos wird jeweils die rekonstruierte römische Bebauung visualisiert.

Ein reichhaltiges Römerbuffet und intensive Gespräche

So sieht der neue Geländeführer aus.

So sieht der neue Geländeführer aus.

Irene Hung-König

Im Anschluss an den Festakt begab sich die Gesellschaft zum Vindonissa Museum, wo ein reichhaltiges Römerbuffet auf sie wartete. Die intensiven Gespräche unter den Gästen zeigten, dass Geschichte lebendig ist.

Sicher hätten auch die Römer ihre wahre Freude an dem Fest mit Trauben, Wein und Brot gehabt. Einige der Gäste machten sich am Nachmittag noch auf eine Kurzexkursion zu ausgewählten Blickpunkten.