Brugg
Zwei Wohnhäuser sollen weichen: Warum der geplante Neubau am Wildenrainweg etwas Besonderes ist

In den nächsten zwei Jahren könnte nur wenige Gehminuten vom Bahnhof Brugg entfernt eine Arealüberbauung entstehen. Das planen die Projektverantwortlichen mit Gulliver.

Maja Reznicek
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Das Gebäude an der Seidenstrasse 10 in Brugg soll für den Neubau abgerissen werden.

Das Gebäude an der Seidenstrasse 10 in Brugg soll für den Neubau abgerissen werden.

Maja Reznicek
(6. September 2021)

Seit Anfang Juli ist das Prophetenstädtchen um ein paar Bauprofile reicher. Auf den Grundstücken 894 und 895 ist ein neues Wohngebäude in Kubusform geplant: Hier – zwischen Seidenstrasse 10 und Wildenrainweg 22 – soll gemäss dem bis Ende September aufliegenden Baugesuch das Mehrfamilienhaus Gulliver entstehen.

Insgesamt zehn Wohnungen wollen die Brugger Bauherrschaft, die Totalunternehmerin Immo Treier AG aus Schinznach und das Architekturbüro Haenisutter Architekten GmbH aus Zürich bis 2023 realisieren. Es handle sich um ein besonderes Projekt, erklärt Architektin Flavia Sutter von der Haenisutter Architekten GmbH.

Es entstehe nämlich eine Arealüberbauung: Gegenüber der Regelbauweise nach Bau- und Nutzungsordnung (BNO) ist die Ausnutzung um 15 Prozent erhöht. Im Fachbericht des Baugesuchs heisst es dazu:

«Eine Regelbebauung würde nur eine kleinere überbaute Grundfläche erlauben und damit die Wohnungszahl, die Wohnungsgrösse und -qualitäten schmälern, ohne entscheidend mehr Freifläche zu gewinnen.»

Die erhöhte Dichte sei an diesem Ort gut vertretbar und ohne Nachteile für die Umgebung realisierbar.

Wohneinheiten sind insbesondere für Familien mit Kindern gut nutzbar

Aktuell stehen auf der Grundstücksfläche von 1245 m2 noch die zwei «symmetrisch zusammengebauten Gebäude 463 und 466». Die beiden Wohnhäuser an der Seidenstrasse 10 und am Wildenrainweg 22 würden im Zuge des neuen Projekts abgerissen.

Der Eingang des Neubaus soll am Wildenrainweg liegen.

Der Eingang des Neubaus soll am Wildenrainweg liegen.

Maja Reznicek

Man sei mit deren momentanen Mietern sicher im Gespräch, sagt Flavia Sutter von der Haenisutter Architekten GmbH. Genau könne das aber die Bauherrschaft sagen. Diese war bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.

Das zukünftige Mehrfamilienhaus verfügt laut Baugesuch über drei 2,5-Zimmer-Wohnungen, drei 3,5-Zimmer-Wohnungen, drei 4,5-Zimmer-Wohnungen sowie eine 5,5-Zimmer-Wohnung. Diese eigneten sich für verschiedene Anspruchsgruppen, aber: «Die grösseren Wohneinheiten sind insbesondere für Familien mit Kindern unterschiedlichen Alters gut nutzbar.»

Die Arealüberbauung soll knapp 4,1 Millionen Franken kosten

Der Hauseingang des Mehrfamilienhauses soll über den Wildenrainweg erreichbar sein. An der Seidenstrasse, so das Baugesuch, befindet sich dann die Zufahrt zur Tiefgarage. Insgesamt sind elf Parkplätze sowie 32 Veloabstellplätze geplant. Rund um das Gebäude ist ein Grünflächenanteil von 45 Prozent angedacht.

Knapp 4,1 Millionen Franken soll die Arealüberbauung kosten. Per se mit einem Hingucker darf man bei Gulliver aber nicht rechnen, wie es im Baugesuch heisst:

«In der vorgesehenen Art erscheint der Neubau zurückhaltend und unspektakulär.»

Die architektonische Gestaltung folge der Grundstücksform und der Topografie mit dem westseitig eingeschnittenen Süssbach. Die westliche Grenze des Geländes wird von der bestehenden Hochwasserschutzmauer gebildet.