Brugg-Windisch
Planung und Bau waren eine Herausforderung: Reges Leben herrscht im Centurion Tower

Am Eröffnungsabend ist an die Entstehungsgeschichte des höchsten Gebäudes im Zentrum von Brugg und Windisch erinnert worden.

Michael Hunziker
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Im Restaurant Ignis Grill & Wine im Erdgeschoss stossen die bestens gelaunten Gäste auf den gelungenen Bauabschluss an.

Im Restaurant Ignis Grill & Wine im Erdgeschoss stossen die bestens gelaunten Gäste auf den gelungenen Bauabschluss an.

mhu

Sehr glücklich seien sie, haben mehrere Anwesende betont – und von einer Glanzleistung gesprochen: Eine illustre Schar hat sich im Centurion Tower zusammengefunden, um auf den erfolgreichen Bauabschluss angestossen.

Zwar ist das höchste Gebäude im Zentrum von Brugg und Windisch bereits seit ein paar Monaten in Betrieb. Corona hat den geplanten offiziellen Eröffnungsfeierlichkeiten im grösseren Rahmen bisher aber einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Im 15-stöckigen Gebäude unmittelbar beim Fachhochschul-Campus und Bahnhof untergebracht sind ein Restaurant mit 70 Sitzplätzen, ein Hotel mit 66 Zimmern sowie darüber 84 Mietwohnungen und 31 Eigentumswohnungen.

Am Mittwoch haben nun rund 50 Gäste – allen voran die Vertreter der beteiligten Unternehmungen – zuerst die prächtige Aussicht von der luftigen Dachterrasse samt stimmungsvollem Sonnenuntergang bewundert, auf einem kurzen Rundgang eine stilvoll eingerichtete Wohnung sowie ein schmuckes, zweckmässiges Hotelzimmer besichtigt, um dann in die Lobby im Erdgeschoss zurückzukehren und sich im angrenzenden Restaurant Ignis Grill & Wine bei feinen Häppchen und einem edlen Tropfen einzufinden.

Die Rahmenbedingungen waren nicht einfach

Stephan Wartmann, CEO der Brugg Group, blickte zurück auf die Entstehungsgeschichte des Centurion Tower: an die Vision Mitte im 2002, den Gestaltungsplan für das Baufeld, den Studienauftrag, die archäologischen Untersuchungen im 2015, die Baubewilligung und der Spatenstich im 2017. Die Planung sowie der Bau dieses 80-Millionen-Franken-Vorhabens seien eine Herausforderung, die Rahmenbedingungen nicht einfach gewesen.

Stephan Wartmann ist CEO der Brugg Group.

Stephan Wartmann ist CEO der Brugg Group.

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Wartmann erwähnte etwa die Einsprachen, die zu bereinigen waren, oder die Zu- und Wegfahrten, die während der Bauphase ab Anfang 2018 geregelt werden mussten. Projektleiter Rolf Henggeler sei es zu verdanken gewesen, dass die Wogen jeweils geglättet werden konnten, hob Wartmann hervor. 2019 wurde der Rohbau abgeschlossen, es folgte der Innenausbau und ab Herbst 2020 konnte das Bauwerk schrittweise den neuen Eigentümern übergeben werden.

Ein Riesenvolumen sei innert kurzer Zeit effizient verbaut worden, fasste Wartmann zusammen und ergänzte:

«Das wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht alle Hand in Hand gearbeitet, partnerschaftlich Lösungen gesucht hätten.»

Jürg E. Suhner, Verwaltungsratspräsident der Brugg Group, erinnerte sich an den Moment im 2015, als der Verwaltungsrat – damals unter Präsident Otto H. Suhner – grünes Licht gab für den Centurion Tower. Eine der Gegenstimmen sei von ihm gekommen. Trotzdem sei er nun äusserst zufrieden, merkte er an und erwähnte die Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen sechs Jahren, in denen eine neue Identität erarbeitet und eine passende Organisation gefunden werden konnte. Der Tower sei ein schöner Teil der heutigen Industriegruppe.

Jürg E. Suhner ist Verwaltungsratspräsident der Brugg Group.

Jürg E. Suhner ist Verwaltungsratspräsident der Brugg Group.

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Hotelpartner Rolf Kasper, Verwaltungsratspräsident der Kasper Group, erklärte, wie die Idee eines Hotels entstanden und schliesslich umgesetzt wurde. Den früheren Verwaltungsratspräsidenten Otto H. Suhner – «ohne ihn gäbe es kein Hotel» – habe er vor bald 20 Jahren kennen gelernt an einem Lunch. Suhner habe ihm schon seinerzeit gesagt, dass es ein Hotel brauche in Brugg. Die Gelegenheit liess auf sich warten, bis mit dem Centurion Tower schliesslich ein Projekt vorlag, auch wenn zu Beginn sowohl die Realisierung als auch der Bedarf unklar waren. Nach zähem Ringen konnten Investoren gefunden werden.

Mühsam sei der Start gewesen, schlecht der Zeitpunkt für die Eröffnung Anfang dieses Jahres, mitten in der Coronakrise, räumte Kasper ein. «Es war kein gefreutes, kein rentables Schaffen und eine grosse Belastung für unser Personal.» Über die inzwischen erfolgte Entwicklung aber äusserte er sich zufrieden, zeigte sich überzeugt, dass die angestrebte Auslastung von 80 Prozent erreicht werden kann bis Ende Jahr, die Zahlen stimmen werden.

Raupenglied und Treichel als Andenken

Heidi Ammon, Gemeindepräsidentin der Standortgemeinde Windisch, freute sich, was auf dem grossen Areal entstanden ist rund um den Fachhochschul-Campus, über das Leben, das herrscht. Beim Start der Vision Mitte sei Windisch mit rund 29 Mio. Franken verschuldet gewesen, «eine hohe Hypothek». Trotzdem sei der Schritt gewagt worden. Die Pläne für ein Hochhaus seien da und dort erst auf Kritik gestossen, fügte Heidi Ammon an. Heute seien die Skeptiker nicht mehr zu hören. Toll sei, dass im Hochhaus ganz unterschiedliche Nutzungen zu finden seien.

Der Centurion Tower Brugg-Windisch ist offiziell eingeweiht worden.
11 Bilder
Rolf Kasper ist Verwaltungsratspräsident der Kasper Group.
Bestens gelaunt sind die Gäste.
So präsentiert sich der Centurion Tower von aussen.
Bauunternehmer Markus Birchmeier (links) überreicht dem früheren Verwaltungsratspräsidenten Otto H. Suhner ein Fotoalbum...
... sowie ein Raupenglied eines Centurion-Panzers.
Heidi Ammon ist Gemeindepräsidentin in Windisch.
Bauunternehmer Markus Birchmeier (links) überreicht Projektleiter Rolf Henggeler eine Treichel.
Serviert werden feine Häppchen.
Von der Dachterrasse aus lässt sich der Sonnenuntergang bewundern.
Jürg E. Suhner, Verwaltungsratspräsident der Brugg Group (rechts), bedankt sich bei Projektleiter Rolf Henggeler.

Der Centurion Tower Brugg-Windisch ist offiziell eingeweiht worden.

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Bauunternehmer Markus Birchmeier von der Birchmeier Gruppe aus Döttingen bedankte sich im Namen der Planer und Ausführenden für den schönen Auftrag. Durch seine Höhe sei der Bau nicht alltäglich gewesen. Aber alle hätten das gemeinsame Ziel im Fokus gehabt. Den federführenden Beteiligten überreichte er Fotoalben mit Aufnahmen – mehrere Tausend wurden gemacht – von der Bauphase. Otto H. Suhner erhielt zudem ein Raupenglied eines Centurion-Panzers. «Auftrag ausgeführt», ist auf der goldenen Plakette auf der Holztafel zu lesen. Projektleiter Rolf Henggeler durfte – für seine Meisterleistung, so Birchmeier –, eine Treichel entgegennehmen, verziert mit einem Brugger, einem Windischer, einem Aargauer und einem Schweizer Wappen.

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