Brugg
Wenn die Stadtbibliothek vom Zimmermannhaus auszieht, folgt eine Zwischennutzung

In der grossen städtischen Liegenschaft an der Hauptverkehrsachse werden bald zwei Etagen frei. Vizeammann Leo Geissmann sagt, was in der Brugger Vorstadt bis 2025 ansteht.

Claudia Meier
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Im Zimmermannhaus in der Brugger Vorstadt befinden sich Kunst und Musik sowie noch bis nach den Sommerferien die Stadtbibliothek.

Im Zimmermannhaus in der Brugger Vorstadt befinden sich Kunst und Musik sowie noch bis nach den Sommerferien die Stadtbibliothek.

Claudia Meier

Die Bauarbeiten im Effingerhof am Rand der Brugger Altstadt laufen auf Hochtouren. Ursprünglich war vorgesehen, dass dort im Sommer die Stadtbibliothek temporär im Erdgeschoss einziehen wird. Doch der Termin für die Züglete vom Zimmermannhaus in der Vorstadt über die Aare an die Museumstrasse steht noch nicht fest.

Auf Nachfrage sagt Bruggs Vizeammann Leo Geissmann (Die Mitte), der für die Ressorts Finanzen und Kultur zuständig ist:

«Voraussetzung für den Umzug der Stadtbibliothek in den Effingerhof ist der Abschluss der für den Betrieb der Bibliothek notwendigen Umbauten in diesem Gebäude.»

Ein definitiver Umzugstermin könne erst nach dem Erreichen eines gewissen Baufortschritts festgelegt werden. Danach werde auch ein Termin für die Wiedereröffnung der Stadtbibliothek am neuen Standort festgelegt und kommuniziert.

Zugehöriges Areal fliesst in Strategieerarbeitung ein

Sobald die Stadtbibliothek das Erdgeschoss und den ersten Stock im Zimmermannhaus geräumt hat, ist eine Zwischennutzung durch den Betrieb Zimmermannhaus Kunst & Musik vorgesehen. Leo Geissmann spricht von einem Zeitraum von drei Jahren. Er erklärt:

«Diese Zeit soll es einerseits erlauben, ein Konzept für die künftige Nutzung des Gebäudes und des zugehörigen Areals zu entwickeln und somit die Bedeutung dieser Adresse in der Vorstadt zu klären und zu stärken.»

Andererseits soll dadurch laut dem Vizeammann ein Freiraum geschaffen werden, um neue Präsentationskonzepte zu testen und langfristige Perspektiven für den Ausstellungsbetrieb zu entwickeln.

Diesbezüglich werde ein strategischer Prozess gestartet, um Fragen zur zukünftigen Ausrichtung, zum Standort, zur Vernetzung und zur Organisation des Betriebs Zimmermannhaus Kunst & Musik zu erörtern.

Der Dachstock könnte für Musikbetrieb reserviert werden

Die Leitung dieser Brugger Institution hat Andrea Gsell seit knapp fünf Jahren inne. In dieser Zeit hat sie das Zimmermannhaus für Projekte schon öfters verlassen und auf Schaufenstern oder in anderen Altstadtliegenschaften für Interaktionen gesorgt.

Mit der dreijährigen Zwischennutzung des Zimmermannhauses soll laut Leo Geissmann auch geprüft werden, «ob es sinnvoll ist, separate Räume für die Ausstellungen und die Kammermusik zu nutzen».

Das Zimmermannhaus erstellt im Rahmen verschiedener Ausstellungen 3D-Rundgänge in verschiedenen historischen Gebäuden in der Brugger Altstadt, wie hier in einer alten Gefängniszelle des Schwarzen Turms

Das Zimmermannhaus erstellt im Rahmen verschiedener Ausstellungen 3D-Rundgänge in verschiedenen historischen Gebäuden in der Brugger Altstadt, wie hier in einer alten Gefängniszelle des Schwarzen Turms

Zvg / Screenshot

So könnte etwa der Dachstock für den Musikbetrieb reserviert werden, was Raum schaffen würde für weitere Konzertangebote oder für die Nutzung des Dachstocks als Probelokal. Grössere bauliche Massnahmen seien im Zimmermannhaus vorerst allerdings nicht angedacht.